Beitragsseiten

Welche Haftungsarten gibt es?

Gesetzlich geregelte Schadenersatzansprüche können sich aus außervertraglicher Haftung (Deliktshaftung) und Vertragsverletzungen (Vertragshaftung) ergeben. In der außervertraglichen Haftung wird nochmals unterschieden nach der Verschuldens- und der Gefährdungshaftung.

  1. Verschuldenshaftung
    § 823 Abs. 1 BGB besagt: "Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet."

    Hinweis Damit ein Geschädigter gegen Sie Ersatzansprüche geltend machen kann, müssen Sie demnach schuldhaft gehandelt haben, Schuldfähigkeit (Deliktsfähigkeit) vorausgesetzt. Kinder unter 7 Jahren, Geisteskranke und Bewusstlose gelten als nicht deliktsfähig, sind damit also nicht schadenersatzpflichtig. Bei einer Bewusstlosigkeit wird jedoch davon ausgegangen, dass diese nicht selbst verschuldet, etwa durch Alkohol oder Drogen, herbeigeführt wurde. Minderjährige vom 7. bis 18. Lebensjahr gelten als bedingt deliktsfähig. Haften muss der Minderjährige aber dann, wenn er die "zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit erforderliche Einsicht" bei der Begehung der schädigenden Handlung hatte. Hier ist regelmäßig eine Prüfung des Einzelfalls notwendig.

    Ein schuldhaftes Handeln kann vorsätzlich oder fahrlässig begangen worden sein. Vorsatz und Fahrlässigkeit haben grundsätzlich die gleichen Folgen, das heißt, Sie haften unbegrenzt. Die Rechtsprechung berücksichtigt jedoch in Fällen des Mitverschuldens des Geschädigten und bei der Höhe des Schmerzensgeldes den Grad Ihres Verschuldens.

    • Vorsatz
      Unterschieden wird beim rechtswidrigen Tun oder Unterlassen der bewusste und der bedingte Vorsatz. Bewusster Vorsatz liegt vor, wenn Sie gewollt einen Schaden in Kauf nehmen. Bedingter Vorsatz liegt vor, wenn Sie einen Schaden voraussehen und diesen dann billigend in Kauf nehmen.

       
    • Fahrlässigkeit
      Unterschieden wird hier zwischen leichter und grober Fahrlässigkeit. Leichte Fahrlässigkeit liegt vor, wenn Sie das Verhalten eines gewissenhaften Durchschnittsmenschen vermissen lassen. Grob fahrlässig würden Sie handeln, wenn Sie die einfachste, in der gegebenen Situation jedermann ohne Weiteres einleuchtende Überlegungen und Sicherheitsvorkehrungen außer Acht lassen.


     
  2. Gefährdungshaftung
    Der eingetretene Schaden ist bei der Gefährdungshaftung nicht auf ein rechtswidrig-schuldhaftes Verhalten zurückzuführen. Sie stützt sich auf die Überlegung, dass derjenige, der für die Allgemeinheit eine auch erlaubte Gefahrenlage schafft, verschuldensunabhängig haftbar ist. Dies kann durch Betrieb einer "gefährlichen" Anlage, der Ausübung einer "gefährlichen" Tätigkeit oder dem Vertrieb "gefährlicher" Produkte geschehen, falls besondere gesetzliche Regelungen bestehen.
    Beispielsweise in folgenden Fällen

    • Haftung eines Tierhalters für Luxustiere

       
    • Haftung des Kraftfahrzeughalters

       
    • Haftung für Schäden durch Verseuchung von Gewässern und Grundwasser

       
    • Haftung bei Umweltschäden


     
  3. Vertragshaftung
    Unter Vertragshaftung wird der Schadenersatz aus Vertragsverletzungen verstanden. Dies können Kauf-, Miet-, Werk- oder Dienstverträge sein. Die Haftung bezieht sich hier nicht alleine auf die eigentliche Vertragsleistung, beispielsweise der Übereignung einer Sache durch Kaufvertrag, sondern auch auf Nebenpflichten der Vertragserfüllung, wie etwa der Einweisung in den Gebrauch einer Maschine, damit Bedienungsfehler nicht auftreten können.

  • Geändert am .