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Besteuerung der gesetzlichen Rente nach neuem Recht ab 2005 (Rentenphase)

Ab 2005 werden alle oben genannten Renten, also die lebenslangen als auch die abgekürzten Leibrenten, nicht weiter mit dem Ertragsanteil besteuert, sondern mit einem vom Jahr des Rentenbeginns abhängigen Besteuerungsanteil.

Für alle, die bereits jetzt Rente beziehen (Bestandsrente) beziehungsweise in 2005 erstmalig Rente beziehen werden, liegt der Besteuerungsanteil bei 50%. Der Besteuerungsanteil wird beginnend ab 2006 bis 2020 für jeden neuen Rentnerjahrgang um jeweils 2 Prozentpunkte erhöht, ab 2020 bis 2040 beträgt die Anhebung jeweils einen Prozentpunkt. Ab 2004 unterliegen die Renten dann der vollen Besteuerung, die steuerliche Gleichbehandlung der Renten und Beamtenpensionen wäre damit erreicht.

Den steuerbaren Anteil der Rente je neuem Rentnerjahrgang entnehmen Sie bitte der Tabelle.

Jahr des Rentenbeginns
Besteuerungsanteil in Prozent
2005 und früher
50%
ab 2006
52%
2007
54%
2008
56%
2009
58%
2010
60%
2011
62%
2012
64%
2013
66%
2014
68%
2015
70%
2016
72%
2017
74%
2018
76%
2019
78%
2020
80%
2021
81%
2022
82%
2023
83%
2024
84%
2025
85%
2026
86%
2027
87%
2028
88%
2029
89%
2030
90%
2031
91%
2032
92%
2033
93%
2034
94%
2035
95%
2036
96%
2037
97%
2038
98%
2038
99%
2040
100%

Ab 2040 sind die Renten demnach zu 100 Prozent zu versteuern. Alle, die vor 2040 in Rente gehen, erhalten einen so genannten Rentenfreibetrag, der im zweiten Jahr des Rentenbezugs festgelegt wird und sich dann während der Laufzeit der Rente nicht mehr ändert. Das heißt: Rentenzahlungen bis zur Höhe dieses Freibetrags bleiben in Zukunft steuerfrei. Der Rest, hierzu gehören auch regelmäßige Rentenanpassungen, unterliegt der Besteuerung. Der persönliche jährliche Rentenfreibetrag errechnet dabei nach folgender Formel:

Rentenfreibetrag = Jahresbruttobeitrag des zweiten Bezugsjahres multipliziert mit (100 Prozent minus Besteuerungsanteil in Prozent des jeweiligen Zugangsjahres)

Hinweis Ab dem 01.01.2006 erhält ein Neurentner eine monatliche Rente in Höhe von 1.000 Euro. Aufgrund von 2-prozentigen Rentenanpassungen steigt die monatliche Rente am 01.06.2006 auf 1.020 Euro und am 01.06.2007 auf 1040,40 Euro.

persönlicher Rentenfreibetrag im Jahr 2006
1.000 x 6 Monate
6.000,00
1.020 x 6 Monate
6.120,00
Jahresbruttobeitrag der Rente in 2006
12.120,00
davon 100% - 52% (Besteuerungsanteil im Zugangsjahr 2006)
5.817,60
persönlicher Rentenfreibetrag in 2006
5.817,60

persönlicher Rentenfreibetrag im Jahr 2007
1.020,00 x 6 Monate
6.120,00
1.040,40 x 6 Monate
6.242,40
Jahresbruttobeitrag der Rente in 2007
12.362,40
davon 100% - 52% (Besteuerungsanteil im Zugangsjahr 2006)
5.933,95
persönlicher Rentenfreibetrag in 2007
5.933,95

Für den beispielhaften Neurentner würden somit in 2006 6.302,40 Euro (12.120 minus 5.817,60) zum zu versteuernden Einkommen gerechnet, in 2007 wären es bereits 6.428,45 Euro. Die modellhaften Annahme einer stetigen jährlichen Rentenanpassung von 2 Prozent ergäbe bis 2040 folgenden Verlauf:

Im Jahr
wären von einer Jahresbruttorente in Höhe von
.. Euro zum zu versteuernden Einkommen zu rechnen.
2006
12.120,00
6.302,40
2007
12.362,40
6.428,45
2008
12.609,65
6.675,70
2009
12.861,84
6.927,89
2010
13.119,08
7.185,13
2011
13.381,46
7.447,51
2012
13.649,09
7.715,14
2013
13.922,07
7.988,12
2014
14.200,51
8.266,56
2015
14.484,52
8.550,57
2016
14.774,21
8.840,26
2017
15.069,70
9.135,74
2018
15.371,09
9.437,14
2019
15.678,51
9.744,56
2020
15.992,08
10.058,13
2021
16.311,92
10.377,97
2022
16.638,16
10.704,21
2023
16.970,93
11.036,97
2024
17.310,34
11.376,39
2025
17.656,55
11.722,60
2026
18.009,68
12.075,73
2027
18.369,88
12.435,92
2028
18.737,27
12.803,32
2029
19.112,02
13.178,07
2030
19.494,26
13.560,31
2031
19.884,14
13.950,19
2032
20.281,83
14.347,88
2033
20.687,46
14.753,51
2034
21.101,21
15.167,26
2035
21.523,24
15.589,29
2036
21.953,70
16.019,75
2037
22.392,78
16.458,82
2038
22.840,63
16.906,68
2039
23.297,44
17.363,49
2040
23.763,39
17.829,44

In wie weit der Rentner nun tatsächlich steuerpflichtig wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab. So beispielsweise von der Höhe der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie anderer Vorsorgeaufwendungen (Haftpflicht- Unfallversicherung, ..), die steuerlich geltend gemacht werden können aber natürlich auch von der Höhe zusätzlicher Einkünfte (Vermietung, Kapitaleinkünfte, ..).

Steuerliche Berücksichtigung gesetzlicher Rentenversicherungen (Erwerbsphase)

Mit dem Übergang zur nachgelagerten Besteuerung, werden die Aufwendungen zur Altersvorsorge, hierzu gehören auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen, schrittweise steuerfrei gestellt. Der Höchstbetrag wird 2005 auf 60 Prozent des ab 2025 geltenden Höchstbetrag von 20.000 Euro (Ehegatten: 40.000 Euro) festgelegt und steigt jährlich um 2 Prozentpunkte. Die schrittweise Erhöhung des Sonderausgabenabzugs können Sie folgender Tabelle entnehmen:

Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgebeiträge
Jahr
Prozentsatz
Höchstsatz
Alleinstehende
Ehegatten
2005
60%
12.000
24.000
2006
62%
12.400
24.800
2007
64%
12.800
25.600
2008
66%
13.200
26.400
2009
68%
13.600
27.200
2010
70%
14.000
28.000
2011
72%
14.400
28.800
2012
74%
14.800
29.600
2013
76%
15.200
30.400
2014
78%
15.600
31.200
2015
80%
16.000
32.000
2016
82%
16.400
32.800
2017
84%
16.800
33.600
2018
86%
17.200
34.400
2019
88%
17.600
35.200
2020
90%
18.000
36.000
2021
92%
18.400
36.800
2022
94%
18.800
37.600
2023
96%
19.200
38.400
2024
98%
19.600
39.200
2025
100%
20.000
40.000

Der Abzugsbetrag wird ermittelt, in dem der Arbeitnehmer- und der steuerfreie Arbeitgeberanteil zusammengerechnet und eventuelle Beiträge zu einer privaten Leibrentenversicherung hinzuaddiert werden. Auf diesen Betrag wird der zutreffende Prozentsatz angewandt und dann um den steuerfreien Arbeitgeberanteil gekürzt. Ob eine private Leibrentenversicherung gefördert wird, hängt von bestimmten Voraussetzungen ab, die weiter unten erläutert werden.

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