Welche Versicherung zahlt bei Starkregen, Sturm und Überschwemmung?

Die ersten Sommergewitter ziehen über das Land und hinterlassen Schäden an Gebäuden und Autos. Weitere Gewitter sind für die nächsten Tage angekündigt. Nicht alle Schäden lassen sich vermeiden. Welche Versicherungen für die finanziellen Schäden aufkommen, wenn Haus, Hausrat oder das Auto beschädigt wurden, erläutern wir im Folgenden.

Zunächst gilt für alle drei Versicherungen: Von Sturm redet man, wenn mindestens Windstärke acht geherrscht hat, also eine Windgeschwindigkeit von 62 Kilometern pro Stunde und mehr. Versichert sind dann alle Schäden, die direkt durch den Sturm verursacht werden.

In der Kfz-Versicherung fallen Sturmschäden in den Bereich der Teilkasko-Versicherung. Vor allem tiefe Dellen und Beulen in der Karosserie eines Autos, die meist durch herab fallende Äste verursacht werden, zählen hierzu. Jedoch zahlt die Teilkasko nicht, wenn die genannten Schäden bei Windstärke sieben oder weniger entstanden sind. Wer eine Vollkasko-Versicherung hat, kann den Schaden aber über diese regulieren lassen. Hagelschäden sind unabhängig von der Windstärke in der Teilkasko mitversichert. Weitere Informationen entnehmen Sie unserem Beitrag zur Kaskoversicherung.

Wenn bei einem Sturm fest verschlossene Fenster kaputtgehen und daraufhin Regen in die Wohnung eindringt, benötigt eine Hausratversicherung, um entstandene Schäden ersetzt zu bekommen. Zum versicherten Hausrat zählen nicht nur Einrichtungsgegenstände wie Teppiche, Möbel oder Bilder sondern auch Gebrauchsgegenstände  wie Kleidung, Fernseher, Fotoapparate oder auch Bücher. Was alles zum Hausrat zählt, entnehmen Sie unserem Artikel zur Hausratversicherung.

Wird das Dach abdeckt, die Antenne oder Fenster und Türen beschädigt und zerbeult, ersetzt diese Schäden die Wohngebäudeversicherung. Neben Beschädigungen des Gebäudes sind in der Regel auch Zubehörteile, die sich am oder im Haus befinden, mitversichert. Welche Schäden und welche weiteren Kosten übernommen werden, lesen Sie in unserem Artikel zur Wohngebäudeversicherung.

 

 

Ist eine Haftpflichtversicherung notwendig?

Durch einen Sturm oder Orkan kann nicht nur persönliches Eigentum beschädigen werden. Häufig wird auch das Eigentum Dritter in Mitleidenschaft gezogen, wenn beispielsweise der Sturm Ziegel vom eigenen Dach reißt und diese letztendlich auf dem Auto des Nachbarn landen. Dem Eigentümer eines selbst bewohnten Hauses hilft in solchen Fällen seine Haftpflicht-Versicherung. Handelt es sich jedoch um ein Mehrfamilienwohnhaus wäre das ein Fall für die Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

War der Sturm allerdings mit mindestens Windstärke zwölf und mehr (118 km/h) unterwegs, kann nach allgemeiner Rechtsprechung niemand für solche Schäden verantwortlich gemacht werden. Hierbei handelt es sich um höhere Gewalt. Wird bei Stürmen ab Windstärke zwölf das persönliche Hab und Gut beschädigt, hilft aber die eigene Kasko-, Wohngebäude oder Hausratversicherung.