vzbv: Arzneimittelkosten begrenzen, Zusatzbeiträge verhindern

10.03.2010 - Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßt die Initiative des Bundesgesundheitsministers, die pharmazeutische Industrie zu Preisverhandlungen mit den gesetzlichen Krankenkassen zu zwingen. "Würden die Arzneimittelpreise begrenzt, fielen auch die Zusatzbeiträge der Kassen erheblich niedriger aus", erklärt Vorstand Gerd Billen. Es sei daher notwendig, die gesetzliche Krankenversicherung in die Lage zu versetzen, auf gleicher Augenhöhe mit der Pharmaindustrie über die Preise von Medikamente zu verhandeln.

Als Grundlage dieser Verhandlungen ist aus Sicht des vzbv eine rasche Kosten-Nutzen-Bewertung für neue Arzneimittel erforderlich. "Die Preise müssen dem realen Nutzen entsprechen. Stellt sich die Industrie hier quer, muss die Politik Höchstpreise festsetzen", fordert Billen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die Pharmaunternehmen Verhandlungen verschleppen.

In einem Interview mit der BILD-Zeitung hatte Gesundheitsminister Rösler erklärt: "Ich sorge dafür, dass Pharmahersteller und Kassen zukünftig kurz nach Markteinführung eines Medikamentes über den Preis verhandeln. Bis es soweit ist, muss es kurzfristige Kostenbremsen geben. Das sind Zwangsrabatte und Preismoratorien." Dazu Billen: "Preisverhandlungen sind der richtige Schritt. Es muss allerdings verhindert werden, dass Hersteller, die durch den Patentschutz eine Monopolstellung haben, 170 Krankenkassen gegeneinander ausspielen können."

Krankenkassen im Leistungsvergleich