Versicherungsmakler sollen Provisionen offenlegen

Die EU-Kommission will die Vorschriften für den Versicherungsvertrieb weiter verschärfen, und fordert daher von den Versicherungsvermittlern, dass sie ihre Kunden in Zukunft  vor Vertragsabschluss darüber informieren, für welche Versicherungsgesellschaft sie arbeiten –vor allem, sollen sie offenlegen, wie viel Provision sie für die geleistete Vermittlung erhalten. Nach Informationen der FTD Deutschland enthält der überarbeitete Entwurf der EU-Vermittlerrichtlinie einen Passus, der besagt, dass die Angabe der Vermittlerprovisionen den Interessenkonflikt zwischen Verkäufer und Käufer eines Versicherungsproduktes entschärfen soll. Das EU-Parlament muss diesem Entwurf jedoch noch zustimmen.

Die EU-Kommisare beabsichtigen damit, die Auswüchse bei den Vermittlerprovisionen einzudämmen, die in der Lebensversicherung schon einmal einige Tausend Euro ausmachen können. Die Regelung soll zunächst auf die Sparten der Lebensversicherung beschränkt bleiben und erst nach einer Übergangszeit von 3 Jahren auch auf alle anderen Versicherungsprodukte ausgedehnt werden.

Zunächst war angedacht worden, Lebensversicherungen nur noch über Versicherungsberater anbieten zu lassen. Ein Versicherungsberater erhält seine Vergütung nicht von einem Versicherungsunternehmen, denn nur so ist eine unabhängige und neutrale Beratung möglich. Der Versicherungsberater erhält sein Honorar vom Kunden direkt. -> BVVB Bundesverband der Versicherungsberater e.V.

Die Interessenvertreter des deutschen Versicherungsvertriebs haben bereits ihre Bedenken angemeldet. Sie befürchten, dass der Kunden die Vergütung mit dem Reingewinn oder dem Einkommen des Maklers verwechselt, obwohl es sich hierbei natürlich um den Umsatz handelt. Des Weiteren fürchten sie, dass der Kunde versuchen könnte, mit dem Vermittler über einen Teil der Vergütung zu ‚verhandeln‘: „O. K., die Versicherung nehme ich, wenn ich dafür 10 Prozent von der Provision abbekomme!“

Auch der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) sieht eine generelle Offenlegung der konkreten Vermittlervergütungen kritisch. Der Verband argumentiert, dass aufgrund der verschiedenartigsten Vergütungssysteme, die reine Höhe der Courtage dem Versicherungskunden beim Produktvergleich nicht helfen würde. Sie plädieren für die Angabe einer Kostenquote, wie dies bereits bei anderen Finanzprodukten praktiziert wird.