Achtung: Jetzt erwischt es uns kalt

Deutschlandweit werden für das kommende Wochenende heftige Schneefälle und Stürme erwartet. Der Allianz Verkehrssicherheits-Experte gibt Tipps für den richtigen Umgang mit dem plötzlichen Wintereinbruch und erklärt, wieso eine laufende Nase oder eine dicke Pudelmütze für Autofahrer gefährlich werden können.

Allianz Deutschland AG
München, 21.11.2008

Spektakuläres Wetterereignis prognostiziert
Tiefdruckgebiet. Kaltfront. Arktische Luft. Wettersturz. Sturm. Gewitter. Und heftige Schneeschauer. Was die Meteorologen ab heute und für das kommende Wochenende prognostizieren, klingt alles andere als gemütlich. Der Deutsche Wetterdienst DWD hat bereits in der Wochenmitte davor gewarnt, dass "das spektakulärste Wettereignis seit dem Orkan Kyrill im Januar 2007" auf Deutschland zukommen könnte. Da bleibt man am liebsten zu Hause in der Nähe der warmen Heizung sitzen - für viele Bundesbürger wird sich der Schritt vor die Türe und vor allem die Nutzung des Pkws jedoch nicht vermeiden lassen.

Gefährlich: Durch das bisher vorherrschende eher milde Herbstwetter sind die meisten Menschen noch nicht auf einen Temperatursturz, Schnee und Eisglätte - die bereits bei Temperaturen von plus vier Grad auftreten kann - vorbereitet. Auch wenn es auf die Schnelle nicht mehr für den großen Winterdienst in der Kfz-Werkstätte reicht, mit ein paar Standards kann jeder selber seine Sicherheit steigern: "Wer dies nicht bereits getan hat, sollte jetzt sofort auf Winterreifen mit mindestens 4 mm Profiltiefe wechseln, Frostschutz in Kühler und Scheibenwaschanlage nachfüllen und Schneebesen, Kratzer, Handschuhe bereitlegen", rät Dr. Johann Gwehenberger, Leiter der Unfallforschung im Allianz Zentrum für Technik (AZT).

In den Kofferraum gehört eine warme Decke
Da es im ersten Chaos des Wintereinbruchs zu Staus mit teilweise stundenlangen Wartezeiten kommen kann, gehören gerade bei weiteren Touren auch eine warme Decke, eine Taschenlampe und Proviant in den Kofferraum. Ganz wichtig: Bei Minustemperaturen ist es mehr als nur leichtsinnig, mit fast leerem Tank loszufahren - was, wenn der Wagen mitten im Schneegestöber auf einer Landstraße liegenbleibt? Und: "Dass Alkohol entgegen der landläufigen Meinung nicht 'von innen her wärmt' und im Straßenverkehr generell nichts verloren hat, braucht man wohl niemandem eigens zu erklären", so Dr. Gwehenberger.

Der Unfallforscher hat in seiner langjährigen Tätigkeit aber auch noch einige Erkenntnisse gewonnen, die manchem erst auf den zweiten Blick einleuchten mögen: So warnt er davor, sich stark erkältet hinters Steuer zu setzten. "Niesen, tränende Augen, das Hantieren mit Taschentüchern - schon eine Unaufmerksamkeit von zwei bis drei Sekunden kann mächtig ins Auge gehen", so der Experte. "Bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde legt man 80 bis 90 Meter quasi im Blindflug zurück".

Stressfaktor Wintereinbruch
Ähnlich wie große Hitze im Sommer setzen einen auch winterlich kalte Temperaturen unter Druck. "In der Verkehrspsychologie spricht man von sogenannten Stressoren", erklärt Dr. Gwehenberger, "durch die als unangenehm empfundenen Körperreaktionen wie Schwitzen oder Frieren lassen Konzentration und Reaktionsvermögen deutlich nach". Sich angesichts des prognostizierten Schmuddelwetters nun aber ganz dick einzupacken, sei auch nicht der richtige Weg, warnt der Verkehrsexperte der Allianz.

Im Gegenteil: Mit schweren Winterstiefeln lassen sich die Pedale im Auto nicht richtig bedienen, der extradicke Wintermantel schränkt die Bewegungsfreiheit ein und die mollige Wollmütze die Sicht. Stichwort: Tunnelblick. Damit der Sicherheitsgurt seine Wirkung erfüllen kann, muss er eng am Körper anliegen – daher sollten dicke Kleidungsschichten vor dem Fahrtantritt abgelegt werden. Auch zu dicke Handschuhe können Lenkmanöver oder das Bedienen der Schalter erschweren. Im Übrigen gilt, so Gwehenberger: "Selbst wenn man selber all diese Sicherheitsmaßnahmen beachtet, muss man immer davon ausgehen, dass andere es nicht tun. Daher gilt, jetzt besonders vorsichtig und vorausschauend zu fahren".

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