Schadensersatz nach unverschuldetem Autounfall umfasst alle Kosten

Auch wenn der Geschädigte sein Auto nach einem unverschuldeten Unfall nicht reparieren lässt, muss die gegnerische Versicherung die vollen Reparaturkosten tragen. Dies ergibt sich aus einem Urteil des Amtsgerichts München (Az.: 332 C 1529/12). Die Versicherung des Unfallverursachers hatte zuvor versucht, zehn Prozent als fiktive Kosten einzubehalten. Sie argumentierte, dass aufgrund der nicht vorgenommenen Reparatur auch keine Lohnnebenkosten und Sozialabgaben anfallen würden. Dem widersprach das AG und verurteilte den Versicherer zur Zahlung sämtlicher Kosten, auch wenn diese tatsächlich nicht angefallen sind.

Es kann niemandem vorgeschrieben werden, sein beschädigtes Auto reparieren zu lassen. Im konkreten Fall, hatte ein Autofahrer, der Opfer eines unverschuldeten Unfalls geworden war, der gegnerischen Versicherung mitgeteilt, dass er seinen Mercedes nicht reparieren lassen wolle und um Auszahlung des Schadensersatzes gebeten. Der Versicherer glaubte daraufhin, die nicht wirklich anfallenden Kosten abziehen zu können, und überwies anstatt der 16.500 lediglich 15.743 Euro. Der Geschädigte klagte und bekam vor dem Amtsgericht Recht: "Ein Geschädigter kann den Geldbetrag verlangen, der zur Herstellung des früheren Zustandes des Pkws erforderlich ist."

Die Kosten für die Reparatur wurden zuvor von einem Gutachter ermittelt. Und diese umfassten nicht nur die Einkaufspreise für Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien, sondern auch die Nettolohnkosten für Mechaniker, Lackierer und Elektroniker. Lediglich für die Umsatzsteuer enthält das Bürgerliche Gesetzbuch eine Ausnahme. Diese ist nur erstattungsfähig, soweit sie tatsächlich angefallen ist. Für alle anderen Nebenkosten sieht das Gesetz eine solche Einschränkung nicht vor.