Allianz Zuversichtsstudie: Mehr Zuversicht im Westen - doch der Osten holt auf

Die Zuversicht im Westen des Landes ist größer als im Osten. Das gilt besonders bei der Einschätzung der persönlichen Zukunft: 55 Prozent der Bürger im Westen Deutschlands sind zuversichtlich, wenn sie an die Entwicklung ihres Lebens in den kommenden 12 Monaten denken. So positiv sehen das im Osten Deutschlands nur 42 Prozent der Menschen. Im Vergleich zum Herbst 2008 ist die Zuversicht der Menschen in den Neuen Bundesländern derzeit jedoch größer als im Vorjahr.

Insgesamt sind die Zuversichtswerte bundesweit - trotz anhaltender Finanzkrise - stabil. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zur Allianz Zuversichtsstudie, einer Untersuchung der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim.

Zuversicht im Osten ist heute größer als im Herbst 2008

Befragt zu persönlichen Lebensbereichen, liegen die Menschen in Ost- und Westdeutschland am weitesten auseinander bei der Einschätzung ihrer künftigen finanziellen Lage (Ost: 39%, West: 51%) und bei der Sicherheit ihres Arbeitsplatzes (Ost: 33%, West: 43%).

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind dabei im Westen die meisten Zuversichtswerte für die persönlichen Lebensbereiche stabil geblieben oder leicht gesunken, während sich im Osten steigende Tendenzen zeigen - am deutlichsten bei der Einschätzung der eigenen Finanzlage (+10 Prozentpunkte), der persönlichen Versorgung bei Krankheit oder Pflegebedürftigkeit (+7 Prozentpunkte) sowie bei der persönlichen Versorgung im Alter (+ 6 Prozentpunkte).

"Zwar bestehen nach wie vor Unterschiede in der Stimmungslage zwischen den Menschen in West- und Ostdeutschland, im Vergleich zum Vorjahr haben sich diese jedoch verringert," sagt Prof. Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet. "Was die Zuversicht betrifft, holen die neuen Bundesländer auf."

Ost und West schätzen die Zukunft Deutschlands recht ähnlich ein

Auch die Zukunft des Landes schätzen die Menschen im Westen optimistischer (26%) ein als die Menschen im Osten (20%). Doch die Stimmungskurven von Ost und West liegen, wenn es um die Perspektiven der Republik geht, deutlich näher beieinander als bei der Einschätzung der persönlichen Zukunft.

Diese Annäherung zeigt sich auch beim Blick auf einzelne gesellschaftliche Bereiche: Im Westen sind die Zuversichtswerte zwar tendenziell höher als im Osten - besonders markant beim Thema Umwelt- und Klimaschutz (Ost: 26%, West : 35%). Doch in den meis-ten Bereichen betragen die Unterschiede kaum mehr als 2 Prozentpunkte. Bei der gesetzlichen Rente sind die Menschen in den Neuen Bundesländern mit 13 Prozent sogar um einen Prozentpunkt optimistischer als die Befragten in Westdeutschland. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist damit das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung in Ostdeutschland deutlicher gestiegen (+7 Prozentpunkte) als in Westdeutschland (+ 4 Prozentpunkte).

"In der Finanzkrise hat das Thema Sicherheit in der Wahrnehmung der Menschen an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig belegen die nach wie vor sehr niedrigen Zuversichtswerte aber auch, wie dringend notwendig private und betriebliche Altersvorsorge sind," sagt Dr. Maximilian Zimmerer, Mitglied des Vorstands der Allianz Deutschland AG.

Niedersachsen ist Spitzenreiter bei der Zuversicht

Wenn es um ihre persönliche Zukunft geht, zeigen sich zwei von drei Befragten in Niedersachsen zuversichtlich. Für die Zukunft Deutschlands antwortet im zweitgrößten Bundesland der Republik jeder Dritte optimistisch. Damit sind die niedersächsischen Zuversichtswerte derzeit die höchsten in Deutschland.

"Sinkende Zahlen bei der Kurzarbeit und eine Arbeitslosenquote unter dem Bundesdurchschnitt lassen die Menschen in Niedersachsen zuversichtlich in die Zukunft schauen," sagt Frank Brettschneider. Ähnlich zuversichtlich für die Entwicklung der Bundesrepublik geben sich nur die Menschen in Hessen. Für die Zukunft des Landes am skeptischsten sind nach wie vor bundesweit die Menschen in den Neuen Bundesländern: Nur jeder fünfte gibt sich hier optimistisch. Auch ihre persönliche Zukunft bewerten die Menschen im Osten Deutschlands mit nur 42 Prozent zuversichtlicher Antworten am kritischsten.

Beim Gedanken an die Sicherheit der Arbeitsplätze fehlt die Zuversicht

Am schwächsten ausgeprägt ist der Optimismus im Herbst 2009 mit nur 8 Prozent zuversichtlichen Antworten hinsichtlich der Sicherheit der Arbeitsplätze in Deutschland. Im Vorjahr waren bei diesem Punkt noch 17 Prozent der Befragten hoffnungsvoll. Am zuversichtlichsten dagegen stimmt die Menschen bundesweit nach wie vor der Gedanke an das eigene Zuhause (84%), gefolgt von der Familie, Partnerschaft und den Kindern (63%).

Auch die Einschätzung der künftigen persönlichen finanziellen Lage ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum stabil (49%). "Die Bundesbürger begegnen der Wirtschaftskrise mit erstaunlicher Gelassenheit," sagt Brettschneider. "Ihre Zuversicht haben sie sich nicht nehmen lassen." Wahrscheinlich sei dies eine Ursache dafür, dass Deutschland bislang relativ glimpflich durch die Krise gekommen ist. Zuversicht gebe den Menschen offensichtlich die Kraft, auch schwierige Situationen zu meistern.

Die Allianz Zuversichtsstudie

Basis der Allianz Zuversichtsstudie, einer gemeinschaftlich durchgeführten Untersuchung der Allianz Deutschland AG und der Universität Hohenheim, sind repräsentative monatliche Befragungen mit mindestens je 500 - 1.000 Interviewpartnern. Im dritten Quartal 2009 wurden insgesamt 1504 Interviews durchgeführt. Ziel der Allianz Zuversichtsstudie ist es, die Stimmungslage in Deutschland zu erheben. Dazu untersucht die Studie regelmäßig die Zuversicht der Menschen im Lande für die jeweils kommenden 12 Monate in insgesamt zwölf Lebensbereichen - sechs persönlichen und sechs übergreifenden, gesellschaftlichen Bereichen. Die aktuellen Ergebnisse der Allianz Zuversichtsstudie sowie Trends, die sich daraus ablesen lassen, werden der Öffentlichkeit in der Regel vierteljährlich vorgestellt. Die Ergebnisse des vierten Quartals 2009 erscheinen im Dezember 2009.

Allianz Charts: "Die Stimmungslage der Nation im Herbst 2009" (PDF, 145 KB)