Lebensversicherungen: Garantiezins wird ab Januar 2012 auf 1,75 Prozent gesenkt

Das Finanzministerium hatte die jetzt bekannt gegebene Reduzierung des Garantiezins für Lebensversicherungen zum 1. Januar 2012 von 2,25 Prozent auf 1,75 Prozent bereits seit längerem geplant. Für den potenziellen Kunden wird der Abschluss einer Kapitallebensversicherung  ab diesem Zeitpunkt weniger attraktiv. Wie ein Sprecher des Finanzministeriums mitteilte, sei die Absenkung wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase unumgänglich und im Interesse der Verbraucher.

Mit diesem Schritt will die Bundesregierung verhindern, dass Versicherer im Wettbewerb um neue Kunden zu hohe Zinsen garantieren, die dann nicht gezahlt werden können. Wie sich der Garantiezins in den Jahren ab 1986 verändert hat, können Sie folgender Tabelle entnehmen.

Die Abwärtsspirale des Garantiezinses in der Lebensversicherung seit 1986

Vertragsabschluss
Garantiezins in Prozent
bis Juli 1986
 
3,00
 
ab Juli 1986
 
3,50
 
ab Juli 1994
 
4,00
 
ab Juli 2000
 
3,25
 
ab Januar 2004
 
2,75
 
Ab Januar 2007
 
2,25
 
ab Januar 2012
 
1,75
 

 

Neben dem offiziell festgelegten garantierten Zins, also dem Höchstrechnungszins, sind Überschussbeteiligung und Schlussüberschuss weitere bedeutsame Größen in der Lebensversicherung. Die Überschussbeteiligung, als wichtigstem Kriterium für die Entscheidung für eine LV, ist veränderlich. Sie wird vom Versicherungsunternehmen jährlich neu festgesetzt und gibt an, wie die Sparanteile aus Lebens- und Rentenversicherungen im laufenden Jahr verzinst werden. Gute Lebensversicherer erreichen zurzeit eine Gesamtverzinsung inklusive Schlussüberschuss von etwa 4,8 Prozent.

Vergleich von Lebensversicherungen und Rentenversicherungen    

Die Branche betont, dass von der Senkung des Garantiezins nur Neuabschlüsse ab 2012 betroffen sind und nicht etwa laufende Verträge.