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Kfz-Versicherungswechsler aufgepasst: Die Light-Tarife sind da

Die Autoversicherer haben sich rechtzeitig vor Beginn der Wechselsaison in der Kfz-Versicherung etwas neues ausgedacht. Viele bieten jetzt besondere Spartarife mit günstigen Prämien, aber nur bescheidenen Leistungen an. Daher heißt es für den Wechselwilligen: Aufgepasst, denn was nutzt die günstigste Prämie, wenn die Versicherung im Schadenfall nicht zahlt.

Aufgrund des seit Jahren andauernden Preiskampfes im Autoversicherungsmarkt, schreiben viele Versicherer in ihrer Kfz-Sparte rote Zahlen. Daher haben sich die Anbieter neue Möglichkeiten überlegt, um an neue Kunden zu kommen. Lässt sich der Beitrag also nicht weiter senken, müssen Leistungseinschränkungen her und es kann weiterhin mit günstigen Prämien geworben werden. Wechselwillige, die ihre Kfz-Versicherung bis Ende November kündigen wollen, sollten daher nicht nur auf den Beitrag schauen, damit sie im nächsten Jahr nicht nur einen billigeren, sondern auch einen leistungsstarken Tarif haben.

Experten gehen von einer durchschnittlichen Steigerung der Kfz-Versicherungsprämien von drei Prozent aus. Und der ADAC und das Statistische Bundesamt rechnen in diesem Jahr mit einem Anstieg des Autokosten-Index von 6,4 Prozent. Für den Autofahrer gilt es also, Möglichkeiten auszuloten, um bei den Kosten fürs Auto zu sparen, natürlich auch bei den Versicherungsprämien. Dennoch sollten Wechselwillige vorsichtig sein und die Bedingungen gerade bei den Light-Produkten bzw.Basistarifen genauer unter die Lupe nehmen.

Welche Abstriche Autofahrer bei den Basistarifen hinnehmen müssen

Auch die großen Versicherer wie R+V, Generali oder die ErgoDirekt bieten seit geraumer Zeit Tarife mit abgespeckten Leistungen an. Jetzt hat auch der Regionalversicherer WGV mit seinem Himmelblau-Tarif ein Light-Produkt auf den Markt geworfen. Wer den Tarif nur wegen des Beitrags abschließt, sollte dennoch wissen, welche Leistungen er dafür bekommt. So gibt es zumeist bei grober Fahrlässigkeit Leistungen nur nach der gesetzlichen Quotenregelung. Der Versicherer kann die Schadenregulierung aufgrund des neuen VVG (Versicherungsvertragsgesetz) bei grober Fahrlässigkeit nicht mehr vollständig verweigern, er kann sie aber, je nach Schwere der Schuld, kürzen. Die Quotelung wird in der Regel von Gerichten vorgenommen. Wer beispielsweise grob fahrlässig eine rote Ampel übersieht und einen Unfall produziert, ist so mit mindestens 50 Prozent dabei.

Bei ihren höherwertigen Tarifen verzichten die Versicherer im Gegensatz zu den Basistarifen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit. "Nur wer unter Alkohol oder Drogen fährt und einen Unfall baut, fällt bei uns auf die gesetzliche Regelung zurück", erläutert Alois Schnitzer von der HUK.

Basis-Tarife haben geringere Deckungssumme

Auch bei den Deckungssummen in der Haftpflicht sparen die Versicherer mit ihren Light-Produkten. Die besseren Tarife bieten hier 100 Millionen Euro pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden, die Basistarife sind gerade mal mit 50 Millionen dabei.

Deutlich werden die Unterschiede zwischen den (Teilkasko-)Tarifen zudem bei Schäden mit Tieren. Basistarife beschränken sich auf den Schutz bei Unfällen mit Haarwild, einen optimalen Schutz bieten jedoch erst Tarife, die Unfälle mit allen Tieren abdecken, also beispielsweise Hunden oder Vögeln.

Feste Partnerwerkstätten

Nicht nur die Basistarife, auch die Premium-Tarife, bieten seit einiger Zeit die Möglichkeit, Kaskoschäden in einer Partnerwerkstatt des Versicherers reparieren zu lassen. Dies ist regelmäßig mit niedrigeren Beiträgen verbunden, aber auch mit der Einschränkung, die eigene Werkstatt nicht aussuchen zu können. Dem Versicherten winken bis zu 20 Prozent Beitragsnachlass, er sollte dann aber darauf achten, das der Versicherer ein entsprechend gut ausgebautes Werkstattnetz hat. Die HUK-Coburg war hier Vorreiter und einige großen Versicherer haben sich mittlerweile an deren Partnernetzwerk angeschlossen.

Letztendlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob er sich nun für die Basis- oder die Premium-Version eines Tarifs entscheidet. Einige wichtige Kriterien, die bei der Entscheidung einbezogen werden sollten, möchten wir im Folgenden auflisten: