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Kfz-Versicherung: Wer zahlt bei Brandstiftung

Nachdem die Brandanschläge auf Autos im Jahr 2010 signifikant gesunken waren, deutet sich für dieses Jahr ein neuer Negativrekord an. Bislang wurden 240 Kraftfahrzeuge in Berlin in Brand gesetzt. Für den Autobesitzer, der vor seinem ausgebrannten oder angekokelten Wagen steht, stellt sich natürlich die Frage, ob seine Autoversicherung den entstandenen Schaden übernimmt oder ob er auf den teils erheblichen Kosten sitzen bleibt. Tritt die Teilkaskoversicherung ein oder wird eine Vollkaskoversicherung benötigt?

Liegt ein reiner Brandschaden vor, übernimmt die Teilkasko, eventuell reduziert um die vereinbarte Selbstbeteiligung. Es muss sich aber tatsächlich um einen reinen Brand handeln, wenn das Auto also beispielsweise durch einen Brandsatz oder Brandbeschleuniger abgefackelt wurde. Wird der Pkw vorher durch Tritte, Steine, Stöcke, etc. demoliert und erst dann in Brand gesetzt, handelt es sich um einen Vandalismusschaden, den die Teilkasko nicht übernimmt. Damit die Kosten ersetzt werden, muss der Autobesitzer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen haben. Dies gilt auch für den Fall, dass der Brandanschlag misslingt und lediglich Sengschäden am Lack übrig bleiben.  

Autoversicherungen im Vergleich     

Für den Versicherten ist es dann besonders ärgerlich, wenn er seine Vollkasko bemühen muss. Denn das hat Auswirkungen auf den Schadenfreiheitsrabatt. Hat er keinen Rabattretter (meist SF 25) oder zusätzlich einen Rabattschutz abgeschlossen, der auch bei niedrigeren Stufen greift, wird er schlechter gestuft, verliert Prozente und muss mehr Beitrag zahlen. Ist der Schaden nicht zu hoch, können die Kosten auch selbst übernommen und damit eine Rückstufung vermieden werden. Dies sollte jedoch erst nach Rücksprache mit der Schadenabteilung entschieden werden, die die Auswirkungen der Rückstufung auf den Beitragsverlauf der nächsten Jahre berechnen und entsprechende Empfehlungen aussprechen können.