Kfz-Versicherer: Jedem Crash gewachsen?

Von Verbraucherschützern und Beitragsvergleichern aufgrund seiner günstigen Beiträge gelobt, schaffte es der Kfz-Versicherer Ineas immer wieder auf die vordersten Plätze in den Rankings. Doch die Billigstrategie des Autoversicherer ging nicht auf und im Sommer diesen Jahres musste er Insolvenz anmelden.  Geschadet hat dies zum einen den Autofahrern, die einen Unfall mit einem Ineas-Versicherten hatten. Die können wenigstens darauf hoffen, das die Verkehrsopferhilfe für den Schaden eintritt. Aber ein bei der Ineas versicherter, der einen Teil- oder Vollkaskoschaden am eigenen Auto hat, wird wohl so schnell kein Geld sehen und auf den Insolvenzverwalter hoffen müssen.

Nicht zuletzt der seit Jahren andauernde harte Wettbewerb in der Kfz-Versicherung, hat Ineas in die Pleite geführt. Experten raten daher dazu, bei der Auswahl des Autoversicherers nicht nur nach dem Beitrag zu gehen, sondern ebenfalls die Finanzstärke des Versicherers mit in die Überlegungen einzubeziehen. Gerade jetzt wieder wetteifern die Versicherungsunternehmen um wechselwillige Kunden, da die Verträge in der Autoversicherung zum 31. Dezember auslaufen. Wer also wechseln will, kann seinen Vertrag bis zum 30. November kündigen – erhöht der jetzige Versicherer die Preise, geht das auch noch bis zu einem Monat nach Erhalt der Preiserhöhung.

Vor einem Wechsel des Autoversicherers sollte zunächst einmal beim jetzigen Versicherer nachgefragt werden. Viele Gesellschaften reagieren schon auf eine unverbindliche Anfrage mit einem deutlich günstigeren Angebot. Doch Vorsicht: Hier sollte man genauer nachfragen, denn die meisten Versicherer bieten unterschiedliche Tarife an und diese unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des Preises, sondern insbesondere auch in den Leistungen. Dies zeigt sich z. B. im Verzicht auf Leistungskürzungen wegen grober Fahrlässigkeit, wie beispielsweise beim Überfahren einer roten Ampel, der im Leistungsspektrum der Billigtarife sicher nicht enthalten ist.

Kfz-Versicherungen im Preis- und Leistungsvergleich      

Viele Autoversicherern können zur Zeit nicht mehr anders, als ihre Beiträge zu erhöhen, wobei der Unterschied zwischen den günstigen und den teuren Anbietern größer wird. Wie Christian Diedrich, Vorstandschef der Ergo Versicherung , erklärt, werden die Prämien in der Kfz-Versicherung im Schnitt um fünf Prozent erhöht. Auch der bisherige Marktführer Allianz muss seine Prämien erhöhen, über die Höhe ist aber noch nichts bekannt. Dabei hatte die Allianz 2004 den Abwärtstrend bei den Beiträgen losgetreten, um ihre Marktposition weiter auszubauen. Indes ging der stärkste Konkurrent, die HUK-Coburg, nicht nur als Sieger des Preiskampfes hervor sondern konnte sich auch an Marktführerschaft sichern. Nachdem die HUK-Coburg ihre Prämien im April erhöht hatte, wurden sie nun aktuell wieder gesenkt. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern verdient die HUK-Coburg weiterhin trotz günstiger Beiträge, wobei ihr niedrige Kosten und ein effektives Schadenmanagement helfen.