Garantiezins bei Lebensversicherungen sinkt 2012

Trotz vehementer Gegenwehr der Lebensversicherer senkt das Bundesfinanzministerium den Garantiezins für neue Lebensversicherungen zum 1. Januar 2012 von 2,25 auf 1,75 Prozent. Die Versicherer fürchten ein weiter nachgebendes Geschäft mit Lebensversicherungen, der Gesetzgeber hingegen will die Versicherer wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase daran hindern, Zinsversprechen zu geben, die sie später nicht einhalten können. Die Lebensversicherer sehen nun in der Garantiezinssenkung ein wichtiges Argument für den Abschluss einer Lebensversicherung nach den alten Konditionen in diesem Jahr.

Und so rühren sie auch kräftig die Werbetrommel. Denn in der Vergangenheit konnten sie somit ihr Geschäft kräftig ankurbeln. Etwa 1999, als der Garantiezins von 4 auf 3,25 Prozent gesenkt wurde, oder 2004 als das Steuerprivileg wegfiel.

Lebensversicherungen werden mit langen Laufzeiten abgeschlossen. Der Zinseszinseffekt hat daher eine gewichtige Auswirkung auf die Leistungen, eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte lässt auf lange Sicht natürlich den garantierten Zins deutlich niedriger ausfallen. Daher sind diejenigen, die sowieso den Abschluss einer Lebensversicherung erwägen, gut beraten, den Abschluss noch in diesem Jahr zu tätigen.

Die garantierte Leistung ist nicht alles, Lebensversicherungskunden werden zu 90 % an den erwirtschafteten Kapitalmarktgewinnen, zu 50 % an den Kostengewinnen und zu 75 % an den Risikogewinnen beteiligt. Diese laufende Überschussbeteiligung eines Jahres liegt im Branchenschnitt bei 4,08 %, wobei 2011 etwa 40 Lebensversicherer ihre Gewinnbeteiligung gesenkt haben. Aufgrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus erwarten Finanzmarktexperten eine fallende Verzinsung der Kundenguthaben, eine Gewinnbeteiligung unter 4 Prozent beim Großteil der Versicherer ist wahrscheinlich.

Lebensversicherungen im Vergleich von Beitrag und Leistung     

Bevor eine Lebensversicherung abschlossen wird, sollte der Anbieter genauer unter die Lupe genommen werden. Insbesondere darauf, wie die Kosten- und Risikobeteiligung des Unternehmens aussieht. Dies ist wichtig, da lediglich der Sparanteil der Prämie verzinst wird, also der Betrag, der nach Abzug von Kosten für Provisionen, Verwaltung und Risikoabsicherung übrig bleibt. Bei einem schlechten Anbietern wandern von 100 Euro Beitrag nur etwa 65 bis 70 Euro in den Sparanteil, bei guten Anbietern dagegen sind es 90 bis 93 Euro. Und das bei zwölf Jahre Laufzeit, mit Zins und Zinseszins ergibt sich ein gewaltiger Unterschied.

Rentenversicherungen im Vergleich von Beitrag und Leistung