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Familien vernachlässigen wegen Wirtschaftskrise die Risikovorsorge

Wiesbaden (ots) - Mehr als 20 Prozent der Familien in Deutschland erwarten infolge der Wirtschaftskrise einen deutlich sinkenden Lebensstandard. Gleichzeitig rückt für sie die Absicherung gegen Lebensrisiken wie Berufsunfähigkeit oder Tod in den Hintergrund. Dies zeigt die Studie "Kundenkompass Familie", die das Versicherungsunternehmen Delta Lloyd Deutschland und das F.A.Z.-Institut erstellt haben. Im Rahmen der repräsentativen Studie wurden im Januar dieses Jahres 1.000 Elternteile in Deutschland befragt, die mit mindestens einem minderjährigen Kind in einem Haushalt zusammenleben.

Risikovorsorge kommt zu kurz

Die Wirtschaftskrise verdrängt offensichtlich die zentralen Lebensrisiken wie Berufsunfähigkeit oder den Tod des Hauptverdieners zunehmend aus dem Bewusstsein der Menschen. Nur rund zehn Prozent der Eltern halten zum Beispiel die eigene Berufsunfähigkeit für ein wahrscheinliches Risiko, obwohl in Deutschland tatsächlich jeder fünfte Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheidet. Dabei sind sich die meisten Mütter und Väter der Tatsache bewusst, dass sie für solche Unglücksfälle schlecht vorgesorgt haben. Denn lediglich 26,5 Prozent der Eltern halten sich für ausreichend gegen Berufsunfähigkeit abgesichert, gegen den Tod der Eltern sogar nur 17,7 Prozent.

 

 

Konsum wird zurückgestellt

Die meisten Eltern wollen in den kommenden Jahren auf große Investitionen weitgehend verzichten. Enthaltsamkeit ist vor allem beim Konsum angesagt. Eine Ausnahme stellen Ausgaben für den eigenen Nachwuchs dar: 43 Prozent der Eltern planen innerhalb der nächsten zehn Jahre größere Ausgaben für ihre Kinder. Dabei stehen vor allem Investitionen in den Führerschein und in die Bildung im Vordergrund. 

Auch Geringverdiener sorgen vor

Eltern, die ein geringes oder ein mittleres Einkommen beziehen, müssen sich häufig zwischen Vorsorge und Konsum entscheiden. Doch selbst Geringverdiener wollen zusätzlich Geld zurücklegen. Knapp 93 Prozent aller Eltern haben in der Vergangenheit mindestens ein Finanzprodukt für sich und ihre Familie gekauft.