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Beschwerden beim Ombudsmann

Die meisten deutschen Versicherer haben sich privaten Streitschlichtern unterworfen, die bei den Interessenverbänden der Unternehmen angesiedelt sind. So hat der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) einen Ombudsmann zur Schlichtung von Streitigkeiten zwischen den privaten Krankenversicherungsunternehmen und seinen Kunden eingerichtet. Ebenso existiert für die anderen Versicherungssparten der Verein Versicherungsombudsmann e.V., dem zurzeit 264 Versicherungsunternehmen sowie der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) angehören. Ombudsleute für die Kreditversicherung und die Rückversicherung gibt es nicht.

Die Verfahren für Sie als Antragsteller sind kostenlos, Sie müssen lediglich die Ihnen entstehenden Kosten, wie Porto, Telefonate, Kopien, etc. tragen. Sind Sie mit der Entscheidung bzw. Empfehlung des Ombudsmannes nicht einverstanden, können Sie diese ablehnen. Ihnen bleibt weiterhin der zu einem Rechtsanwalt offen.

Ombudsmann der privaten Krankenversicherung

Der Ombudsmann für private Krankenversicherungen wird vom Vorstand des Verbands der privaten Krankenversicherung e.V. auf Vorschlag der Verbandsgeschäftsführung berufen. Er darf nicht in der Krankenversicherungs- oder Versicherungsvermittlungsbranche tätig sein. Ebenso darf er nicht in einem Beruf arbeiten, der die Erbringung von Leistungen im Gesundheitswesen zum Gegenstand hat. Er kann nur dann tätig werden, wenn der Krankenversicherer Mitglied im PKV-Verband ist und hat dann die Aufgabe, zwischen PKV-Unternehmen, Leistungserbringern im Gesundheitswesen und dem Versicherten zu vermitteln und möglichst eine Versöhnung der Parteien herbeizuführen. Der Ombudsmann nimmt keine Fälle an, die bereits Gegenstand eines Verfahrens bei der BaFin oder einem Gericht waren bzw. sind. Während des Beschwerdeverfahrens können Sie sich jederzeit von einem Rechtsanwalt vertreten lassen.

Der Ombudsmann ist in seiner Amtsführung unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. Grundlage seiner Beurteilung bilden die Gesetzestexte, das Versicherungsvertragsgesetz sowie die dazu ergangene Rechtssprechung und er soll die Auslegungshinweise des PKV-Verbandes berücksichtigen. Nachdem eine gütliche Einigung zwischen den Parteien nicht zustande kommt, entscheidet der Ombudsmann in einer nicht bindenden Empfehlung.

Auf der Internetseite des PKV-Ombudsmannes kann ein Beschwerdeformular abgerufen werden. Zudem haben Sie die Möglichkeit Ihre Beschwerde in ein Online-Formular einzutragen.

Seit dem 1. November 2007 hat Dr. Helmut Müller das Amt des Ombudsmannes Private Kranken- und Pflegeversicherung inne. Dr. Helmut Müller leitete unter anderem die Abteilungen „Krankenversicherung” und „Schaden-/Unfallversicherung” der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Von Januar 1998 bis zu seiner Pensionierung im Juni 2002 war Dr. Helmut Müller Präsident der BaFin.

Die Anschrift lautet:

Ombudsmann Private Kranken- und Pflegeversicherung
Online-Beschwerdeformular
Postfach 06 02 22
10052 Berlin
Tel 01802 / 55 04 44 (6ct pro Anruf aus dem dt. Festnetz)
Fax 030 / 20 45 89 31
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ombudsmann für Versicherungen

Dem Versicherungsombudsmann e.V. gehören zurzeit 264 Versicherungsunternehmen mit einem Marktanteil von ca. 95 Prozent an sowie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). Die Mitglieder haben die Regeln des Ombudsmannverfahrens akzeptiert und sich verpflichtet, bei Abschluss eines Versicherungsvertrags auf die Möglichkeit des Verfahrens hinzuweisen. Der Beirat besteht aus 8 Vertretern der Mitgliedsunternehmen, 8 Vertretern von Verbraucherschutzorganisationen (Verbraucherzentrale Bundesverband, Stiftung Warentest, ADAC und Bund der Versicherten), zwei Vertretern der Versicherungsaufsicht, drei Wissenschaftler und sechs Vertreter der Bundestagsfraktionen.

Der Ombudsmann, als Repräsentant der Institution, ist unabhängig und in seinen Entscheidungen keinen Weisungen unterworfen. Er darf in den letzten drei Jahren vor Amtsantritt nicht hauptberuflich für ein Versicherungsunternehmen, eine Interessenvertretung der Branche oder als Vermittler/Makler tätig gewesen sein.

Das Verfahren ist für den Beschwerdeführer kostenlos und wird von den Mitgliedern durch eine vom Umsatz des Unternehmens abhängigen Umlage finanziert.

Hinweis Voraussetzung für die Eröffnung eines Verfahrens ist, dass Sie zuvor bei Ihrem Versicherer den Anspruch erfolglos geltend gemacht haben.

Mit Ihrer Beschwerde können Sie sich dann schriftlich, telefonisch oder per Email an den Ombudsmann wenden. Auf der Internetseite des Ombudsmannes kann Sie ein Beschwerdeformular abgerufen werden, dass Sie ausfüllen und einsenden können.
Entscheidungen bis zu einem Streitwert von 5.000 Euro sind für die Unternehmen verbindlich, bis zu 50.000 Euro spricht der Ombudsmann Empfehlungen aus, die in aller Regel umgesetzt werden.

Ombudsmann ist seit dem 1. April 2008 Professor Günter Hirsch, der das Amt von Prof. Wolfgang Römer übernommen hat. Prof. Hirsch war Richter am Gerichtshof der Europäischen Gemeinschaften, bevor er im Juli 2000 Präsident des Bundesgerichtshofs (BGH) in Karlsruhe wurde. Beim BGH war er zudem Vorsitzender des Kartellsenats und des Senats für Anwaltssachen. Im Januar 2008 beendete Hirsch seine Tätigkeiten beim BGH und nahm im April 2008 seine Tätigkeit als Ombudsmann für Versicherungen auf.
Die aktuelle Anschrift lautet:

Versicherungsombudsmann e.V.
Erreichbarkeit/Kosten
Postfach 08 06 32
10006 Berlin
Tel 01804 / 224424
Fax 01804 / 224425
E-Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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