Veröffentlicht in Versicherungsinfos

Rechtsschutzversicherung

Wer braucht eine Rechtsschutzversicherung?

Die Rechtsschutzversicherung ist eine der weniger wichtigen Versicherungen. Bevor Sie eine Rechtsschutzversicherung abschließen, sollten Sie unbedingt anhand der nachfolgenden Erläuterungen prüfen, ob Sie diese überhaupt benötigen. Zu beachten ist unbedingt, dass für viele Rechtsschutzfälle eine 3-monatige Wartezeit besteht und dass der Versicherungsfall nicht bereits vor Abschluss des Versicherungsvertrags eingetreten sein darf.

Wichtig ist sicher der Schutz vor Prozessen um größere Summen, beispielsweise Streitigkeiten um hohe Schmerzensgelder. Kleinere Streitigkeiten sollten Sie über eine ausreichend hohe Selbstbeteiligung und damit geringeren Beitrag ausschließen.

 


Was ist versichert?

Vertragsgrundlage für die Rechtsschutzversicherung sind die ARB (Allgemeine Rechtsschutzversicherungs-Bedingungen). Das Jahr, in dem die AVB aufgelegt wurden, ist an der Zahl hinter der Abkürzung abzulesen. So existieren beispielsweise die ARB 94 oder ARB 2000. Im Rahmen der Rechtsschutzversicherung sorgt der Versicherer dafür, dass Sie Ihre rechtlichen Interessen wahrnehmen können und trägt die dafür erforderlichen Kosten.

Durch die Rechtsschutzversicherung gedeckt sind:

 

 


 

Welche Deckungssummen werden geboten?

Je Rechtsschutzfall übernimmt der Versicherer die Kosten bis zur vereinbarten Deckungssumme. Die Deckungssummen liegen in der Regel zwischen 100.000 und 250.000 Euro, Strafkautionsdarlehen zwischen 25.000 und 60.000 Euro. Das Strafkautionsdarlehen und auch die Übersetzungskosten werden jedoch nicht auf die Deckungssumme angerechnet. Des Weiteren sollten Sie beachten, dass die Rechtsschutzversicherungen entweder ohne bzw. mit einer Selbstbeteiligung bis zu 200 Euro angeboten werden. Ursächlich zusammenhängende Rechtsschutzfälle gelten dabei als ein Versicherungsfall.

 

Wann tritt die Leistungspflicht Ihres Versicherers ein?

Bevor Sie einen Prozess anstrengen, sollten Sie zunächst immer Ihren Versicherer befragen. Denn dieser ist nur dann leistungspflichtig, wenn die Wahrnehmung Ihrer Interessen erforderlich ist. Dies ist dann der Fall, wenn ausreichend Aussicht auf Erfolg und kein grobes Missverhältnis zwischen Kostenaufwand und Erfolg besteht. Sollte Ihr Versicherer den Kostenschutz in einem Rechtsfall ablehnen, muss er Ihnen dies unverzüglich mitteilen. Zudem muss er Sie darauf aufmerksam machen, dass die Möglichkeit eines Schiedsgutachterverfahrens besteht. Der Schiedsgutachter, der von der zuständigen Rechtsanwaltskammer benannt wird, prüft anhand der von Ihnen eingereichten Unterlagen, ob die Leistungspflicht des Versicherers gegeben ist. Ihr Versicherer ist dann an die Entscheidung des Gutachters gebunden.

HinweisFalls die Leistungspflicht gegeben ist, trägt der Versicherer die Kosten für den Schiedsgutachter, anderenfalls müssen Sie die Kosten tragen.

 

 


 

Was ist unter "Wartezeit" zu verstehen?

Die ARB sehen bei den meisten Leistungsarten eine Wartezeit von 3 Monaten vor, wenn Sie keine Vorversicherung nachweisen können. Das heißt: Erst nach diesen 3 Monaten ab Versicherungsbeginn tritt die Leistungspflicht des Versicherers ein. Die 3-monatige Wartezeit gilt im Verkehrs-Rechtsschutz für den Steuer- sowie Verwaltungs-Rechtsschutz und im Vertrags- und Sachenrecht. Bei Kauf oder Leasing von Neufahrzeugen wird in der Regel auf die Wartezeit verzichtet. Im Privat- und Berufs-Rechtsschutz gilt die Wartezeit für den Arbeits-, Steuer- sowie Sozialgerichts-Rechtsschutz sowie im Vertrags- und Sachenrecht.
Können Sie jedoch eine Vorversicherung nachweisen und schließt sich die neue Versicherung unmittelbar an, wird regelmäßig auf die Wartezeit verzichtet.

 

 


 

Welche Rechtsbereiche können abgedeckt werden?

Rechtsschutz können Sie erhalten als Kraftfahrer, Berufstätiger oder Privatmann. Die Versicherer schnüren auf einzelne Gruppen zugeschnittene Rechtsschutzpakete, die bestimmte Leistungsarten (Rechtsbereiche) abdecken. Was die Rechtsschutzpakete im Einzelnen enthalten, sehen Sie HIER.

Die Bausteine Steuer-Rechtsschutz vor Gerichten sowie Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht gelten in den Paketen für Selbstständige nur im privaten Bereich.

 

 


 

Was ist nicht versichert?

Ausgeschlossen vom Rechtsschutz sind Fälle, die mit Krieg, inneren Unruhen, Streiks, Erdbeben oder Nuklearschäden in Zusammenhang stehen. Des Weiteren ausgeschlossen sind:

 

 


 

Was müssen Sie im Versicherungsfall beachten?

Als Versicherungsnehmer müssen Sie dem Versicherer einen eingetretenen Schaden unverzüglich melden. Sie haben dabei für Aufklärung zu sorgen und müssen notwendige Auskünfte erteilen, damit der Versicherer in die Lage versetzt wird, seine Leistungspflicht zu beurteilen.

HinweisFür Spätschäden, die erst nach Beendigung des Versicherungsvertrags erkennbar werden, besteht eine Nachmeldefrist von 3 Jahren.

 

 


 

Verkehrs-Rechtsschutz einschließlich Fahrer- und Fußgänger-Rechtsschutz

Im Verkehrs-Rechtsschutzpaket ist in der Regel der Fahrer- und Fußgänger-Rechtsschutz eingeschlossen. Versichert sind hier alle Kfz, deren Eigentümer oder Halter Sie sind sowie die auf Sie zugelassenen Kraftfahrzeuge. Des Weiteren auch gemietete Fahrzeuge beispielsweise ein Wohnmobil, das Sie für eine Urlaubsreise mieten, sowie Anhänger. Der Versicherungsschutz gilt für Sie und alle berechtigten Fahrer oder Insassen der Fahrzeuge.

In der Regel berechnet sich der Beitrag nach der Anzahl der zu versichernden Fahrzeuge, bei einigen Versicherern jedoch pauschal. Sie sollten jedes nachträglich angeschaffte Kfz umgehend Ihrem Versicherer anzeigen, damit dieses in den Versicherungsschutz eingebunden wird. Des Weiteren genießen Sie Rechtsschutz als Fahrer jedes Fahrzeugs, auch wenn dieses Ihnen nicht gehört oder auf Sie zugelassen ist. Auch bei der Teilnahme am öffentlichen Verkehr als Fahrgast, Fußgänger oder Radfahrer besteht Versicherungsschutz.

Der Fahrer-Rechtsschutz, der bei einigen Versicherern auch separat abgeschlossen werden kann, ist dann sinnvoll, wenn Sie Rechtsschutz nur für das Fahren fremder Fahrzeuge benötigen. Hier wird der Schutz auf Motorfahrzeuge aller Art, also auch zu Wasser und in der Luft erweitert. Der Fahrer-Rechtschutz wird in eine Fahrzeug-Rechtsschutzversicherung umgewandelt, wenn Sie während der Laufzeit ein Kfz zu Lande auf sich zulassen. Die Umwandlung gilt ab Zulassungsdatum.

 

 


 

Privat- und Berufs-Rechtsschutz für Nichtselbstständige - Privat-Rechtsschutz für Selbstständige

HinweisÜber die genannten Vertragsarten sind zum einen Sie als Versicherungsnehmer als auch Ihr Ehe- oder Lebenspartner, so weit im Versicherungsschein genannt, versichert. Übt zumindest einer eine selbstständige Tätigkeit mit einem Gesamtumsatz von mehr als 6.000 Euro im Jahr aus, ist der Rechtsschutz für Selbstständige abzuschließen. Fallen die Voraussetzungen für die Selbstständigkeit weg, wandelt sich der Privat-Rechtsschutz für Selbstständige in den Privat- und Berufs-Rechtsschutz für Nichtselbstständige um. Dies gilt auch im umgekehrten Falle. Risiken, die sich aus einer selbstständigen, auch nebenberuflichen Tätigkeit ergeben, sind über eine Berufs-Rechtsschutzversicherung für Selbstständige bzw. Firmen-Rechtsschutzversicherung abzudecken.

Der Rechtsschutz besteht in beiden Fällen im privaten sowie im beruflichen Bereich, so weit sich die Ausübung auf eine nichtselbstständige Tätigkeit bezieht. Mitversichert sind die minderjährigen und die unverheirateten, volljährigen Kinder bis zu dem Zeitpunkt, in dem Sie erstmalig eine berufliche Tätigkeit gegen leistungsbezogenes Entgelt ausüben.

 

 


 

Privat- Berufs- und Verkehrs-Rechtsschutz

Hier handelt es sich um eine Kombination oben beschriebener Versicherungsarten. Das bereits Gesagte gilt entsprechend.

 

 


 

Welchen Versicherungsschutz bieten die verschiedenen Leistungsarten?