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Was ist unter Schadenersatzanspruch zu verstehen?

Nach § 249 BGB gilt: "Wer zum Schadenersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. Ist wegen Verletzung einer Person oder Beschädigung einer Sache Schadenersatz zu leisten, so kann der Geschädigte statt der Herstellung den dazu erforderlichen Geldbetrag verlangen."

Das bedeutet: Der Schadenersatz kann entweder durch Naturalleistung oder in Geld geleistet werden. Der Geschädigte muss sich jedoch nicht auf Naturalersatz einlassen, da dieser oftmals auch gar nicht möglich wäre. Schadenersatzansprüche können sich ergeben aufgrund

  • materieller Personenschäden
    Ein Personenschaden liegt vor, wenn ein Mensch verletzt, in seiner Gesundheit geschädigt oder gar getötet wird. Ein Verletzter hat demnach Ansprüche auf Heilkosten, die zur Wiederherstellung seiner Gesundheit erforderlich sind. Hierzu gehören u.a. Ansprüche auf Arzt-, Krankenhaus- und Kurkosten, ebenso auch Aufwendungen naher Verwandter zum Besuch des Verletzten im Krankenhaus. Des Weiteren entstehen Ansprüche auf Verdienstausfall während der Erwerbsunfähigkeit ebenso wie Ansprüche auf Kosten für berufliche Nachteile, die sich beispielsweise durch die Erschwerung von Aufstiegsmöglichkeiten oder durch die spätere Ausübung einer schlechter bezahlten Tätigkeit ergeben können. Auch auf eine Geldrente für Dauerfolgen oder den Ersatz für Aufwendungen, die sich aus Kosten für Heilmittel oder eine Pflegekraft ergeben können, erstreckt sich der Anspruch.
    Ein nur mittelbar Geschädigter Dritter hat in der Regel keinen Anspruch auf Schadenersatz. Ausnahmen bestehen bei den Beerdigungskosten im Falle einer Tötung, hierzu zählen auch die Kosten einer Überführung oder Kosten für Trauerkleidung und Todesanzeigen. Auch Waisen, Witwen oder Eltern, die einen gesetzlichen Unterhaltsanspruch im Falle der Tötung verlieren, steht Schadenersatz zu.

     
  • immaterieller Personenschäden
    Hierzu zählt das Schmerzensgeld, das sich aus dem Schadenersatzanspruch aufgrund der Verschuldenshaftung ergibt. Das Schmerzensgeld soll zum einen eine Ausgleichsfunktion (Ausgleich zum Verlust an Lebensfreude oder zu Einschränkungen im Berufsleben) als auch eine Genugtuungsfunktion wahrnehmen. Schmerzensgeld wird beispielsweise gewährt bei Körperverletzungen, bei Sittlichkeitsdelikten oder bei der Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts.

     
  • Sachschäden
    Schadenersatzpflichtig sind unmittelbare Sachschäden, also der Ersatz für die Kosten der Reparatur nach einer Beschädigung bzw. dem Wertersatz bei Zerstörung oder Verlust, das heißt, der Erstattung des Zeitwertes / des Wiederbeschaffungswertes der Sache. Hierzu gehören auch die Wertminderung sowie der Nutzungsausfall nach einer Reparatur.

     
  • Vermögensschäden
    Reine Vermögensschäden treten regelmäßig nur im Rahmen der Vertragshaftung auf und sind ersatzpflichtig, so weit ein Verschulden des Vertragspartners vorliegt.

Hinweis Schadenersatzansprüche aus der Verschuldens- und Gefährdungshaftung verjähren in 3 Jahren, aus der Vertragshaftung, falls nicht anders bestimmt, erst in 30 Jahren.

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