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Leistungskriterien für das Krankentagegeld (KTG)

Sind Tagegelder versicherbar, die höher als das Nettoeinkommen sind?
Um die Höhe des Krankentagegeldes zu bestimmen, wird in der Regel das aus der beruflichen Tätigkeit herrührende Nettoeinkommen zugrunde gelegt. Es ist jedoch sinnvoll auch die Kosten zu berücksichtigen, die der Arbeitgeber nach Fortfall der Lohn- oder Gehaltsfortzahlung nicht weiterzahlt. So beispielsweise den Arbeitgeberanteil an der PKV-Versicherung aber auch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.
Bei Selbstständigen wird das im Durchschnitt der letzten 12 Monate erzielte Nettoeinkommen, definiert als Betriebseinnahmen abzüglich Betriebsausgaben und Steuern, zugrunde gelegt. Auch für Selbstständige ist es sinnvoll den vollen PKV-Beitrag mit einzubeziehen.

Ist eine dynamische Anpassung des KTG ohne erneute Wartezeit und Risikoprüfung möglich?
Die Anpassung des Krankentagegeldes bei Gehaltssteigerungen wird von den Versicherern unterschiedlich gehandhabt. Unzureichend ist sicherlich eine automatische Anpassung, die nur alle 2 oder 3 Jahre unter Zugrundelegung der allgemeinen Einkommensentwicklung oder analog der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung erfolgt. Hier sollte bei einer Erhöhung des beruflichen Nettoeinkommens die Möglichkeit gegeben sein, das KTG innerhalb zweier Monate ohne erneute Risikoprüfung und Wartezeit anpassen zu können.

Leistet der Versicherer bei Rückfallerkrankungen und wiederholter Arbeitsunfähigkeit, ohne dass erneut Karenzzeiten zu durchlaufen sind?
Werden Sie aufgrund gleicher Krankheit oder Unfallfolgen erneut arbeitsunfähig, fassen die Versicherer diese Zeiten zusammen und rechnen sie auf die Karenzzeit an. Dies wird in den Tarifbedingungen etwa so formuliert: Zeiten wiederholter Arbeitsunfähigkeit wegen der gleichen Krankheit, die der Arbeitgeber bei Lohnfortzahlung berechtigterweise zusammenrechnet, werden bei Arbeitnehmern auch hinsichtlich der tariflichen Karenzzeiten zusammengefasst. Die meisten Versicherer setzen jedoch Fristen; die Formulierung lautet dann: Wenn innerhalb von 6 Monaten die Erkrankung erneut auftritt, werden die in den letzten 12 Monaten vor Beginn der erneuten Arbeitsunfähigkeit nachgewiesenen Arbeitsunfähigkeitszeiten wegen der gleichen Krankheit oder Unfallfolge auf die Karenzzeit angerechnet.

Leistet der Versicherer KTG auch bei Arbeitsunfähigkeit wegen Krankheit oder Unfallfolgen durch Alkoholgenuss?
Dieses Leistungskriterium wird vom Großteil der Versicherer erfüllt, nur einige schließen hier die Leistungspflicht aus.

Wie leisten die Versicherer bei Berufsunfähigkeit?
Die Krankentagegeldversicherung endet bei Eintritt der Berufsunfähigkeit. Bei Arbeitsunfähigkeit in einem bereits eingetretenen Versicherungsfall jedoch spätestens 3 bis 6 Monate nach Eintritt der Berufsunfähigkeit. Wichtig ist hier, dass der Versicherer die Möglichkeit gibt, bei vorübergehender Berufsunfähigkeit die KTG- Versicherung in eine Anwartschaftsversicherung umzuwandeln. Ansonsten wäre bei erneuter Berufstätigkeit eine neue Krankentagegeldversicherung nur zu alters- und risikobedingt höheren Prämien aufzunehmen. Während des Rentenbezugs während einer Berufsunfähigkeit sollte daher die Umwandlung der KTG- Versicherung in eine Anwartschaftsversicherung zu angepassten Prämien möglich sein, die dann bei Wegfall der Berufsunfähigkeitsrente wieder aufgenommen wird.

Wie leisten die Versicherer bei Arbeitslosigkeit?
Der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Urteil vom 27.2.2008 entschieden (Az. IV ZR 219/06), dass privat Krankenversicherten das Krankentagegeld nicht verweigert werden darf, wenn sie ihren Arbeitsplatz verloren haben. Prüfen Sie, ob Ihr Versicherer die Versicherungsbedingungen angepasst hat. Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) geht davon aus, dass das Urteil "in der Branche akzeptiert ist" und entsprechend umgesetzt wird.

 

 

 

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