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Tarifübergreifende Leistungskriterien

Verzichtet der Versicherer auf Wartezeiten, wenn die PKV gewechselt wird?
In der Regel rechnen die Versicherer die Vorversicherungszeit bei einem anderen privaten Krankenversicherer an, und verzichten damit auf die ansonsten bestehende besondere Wartezeit von 8 Monaten für Zahnbehandlung, Zahnersatz, Kieferorthopädie, Psychotherapie und Entbindung beziehungsweise die allgemeine Wartezeit von 3 Monaten für alle sonstigen Leistungsarten. Dieser Verzicht, der voraussetzt, dass die Versicherung in direktem Anschluss an die bisherige PKV beginnt, ist wichtig, da ansonsten kein lückenloser Versicherungsschutz gegeben ist.

Bietet der Tarif neben dem gesetzlichen Zuschlag in Höhe von 10% auf den Tarifbeitrag weitere Maßnahmen zur Beitragsentlastung im Alter?
Einige Tarife bieten keine weiteren Maßnahmen, während in anderen zusätzlich ein Vorsorgetarif mit einer Beitragssenkung im Alter versichert werden kann.

Bietet der Tarif eine Beitragsrückerstattung?
Voraussetzung für eine Beitragsrückerstattung (BRE) ist die Leistungsfreiheit des Versicherers über mindestens 1 Kalenderjahr. Während einige Tarife grundsätzlich keine Beitragsrückerstattung vorsehen, ist in anderen die Höhe in Monatsbeiträgen von den leistungsfreien Jahren abhängig. In der Regel leisten die Versicherer Beitragsrückerstattungen nur für den Ambulant- und / oder Zahntarif, ansonsten werden die BRE recht unterschiedlich gehandhabt.

Bietet der Tarif eine Option auf Höherversicherung?
Hier sollten Se prüfen, ob der Versicherer den Wechsel in einen höheren Versicherungsschutz (1-Bett-Zimmer, höhere Erstattungssätze im Zahnbereich, ...) ohne erneute Gesundheitsprüfung und Wartezeit vorsieht. Dies ist beispielsweise für junge Selbstständige wichtig, die, nachdem die ersten finanziellen Hürden genommen sind, von einem "Einsteigertarif" in einen "Komforttarif" umsteigen wollen. Das Optionsrecht kann in der Regel nur bis zu einem bestimmten Alter bzw. nur einige Jahre nach Versicherungsbeginn ausgeübt werden.

Wie lang ist die Mindestvertragsdauer?
Die maximale Mindestvertragsdauer beträgt in der Krankheitskostenversicherung 3 Versicherungsjahre. Das Versicherungsjahr kann dabei mit dem Kalenderjahr identisch sein, oder wird ab dem Versicherungsbeginn laut Police gerechnet. Die Versicherer handhaben sowohl das Versicherungsjahr als auch die Mindestvertragsdauer unterschiedlich.

Gibt es einen Katalog alternativer Behandlungsmethoden, die vom Versicherer als erstattungsfähig angesehen werden?
Die Übernahme der Kosten für alternative Behandlungsmethoden wird von den Versicherern recht unterschiedlich gehandhabt. Der Großteil leistet nur dann für Alternativmedizin, wenn sich die Methoden und Arzneimittel in der Praxis als ebenso Erfolg versprechend bewährt haben wie die Schulmedizin. Die Kostenerstattung kann in diesen Fällen auf den Betrag gekürzt werden, der bei Anwendung vorhandener schulmedizinischer Methoden oder Arzneimittel angefallen wäre. Einige Versicherer erstatten alle im "Hufeland-Verzeichnis für Therapieeinrichtungen der biologischen Medizin" genannten Naturheilverfahren, meist erst nach vorheriger schriftlicher Zusage und eventuell auf einen Höchstbetrag begrenzt.

Besteht im außereuropäischen Ausland Versicherungsschutz?
Innerhalb Europas besteht entsprechend den Musterbedingungen zeitlich unbegrenzter Versicherungsschutz, weltweit ist der Schutz jedoch in der Regel auf den ersten Monat des vorübergehenden Auslandsaufenthaltes beschränkt. Planen Sie einen längerfristigen Auslandsaufenthalt, prüfen Sie, ob es dann einer besonderen Vereinbarung mit dem Versicherer bedarf und ob diese gegebenenfalls mit einer Prämienerhöhung verbunden ist.

Leistet der Versicherer auch über die Höchstsätze der Gebührenordnung hinaus?
Ärzte und Zahnärzte richten sich bei der Erstellung von Rechnungen für privatärztliche Behandlungen nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) beziehungsweise der für Zahnärzte (GOZ). Die in den Gebührenordnungen aufgeführten "Einfachsätze" kann der Arzt mit einem Faktor multiplizieren, der die Schwierigkeit der Leistung, den Zeitaufwand und die Umstände bei der Ausführung der Leistung zum Ausdruck bringt. Die Regelspanne liegt zwischen dem 1 und 2,3fachen des Einfachsatzes für persönlichärztliche Leistungen beziehungsweise dem 1 bis 1,8fachen bei medizinischtechnischen Leistungen. Die Höchstsätze liegen beim 3,5fachen beziehungsweise 2,5fachen des Einfachsatzes. Möchten Sie, dass Leistungen auch über die Höchstsätze der Gebührenordnung hinaus ersetzt, werden, müssen Sie die Bedingungen hinsichtlich des ambulanten, stationären und zahnärztlichen Tarifs daraufhin prüfen.

Hinweis Die Einschränkung, dass ärztliche Leistungen die jeweiligen Höchstsätze nicht überschreiten dürfen, hat in der Praxis wenig Bedeutung, denn nur eine sehr geringe Zahl der Abrechnungen liegt über dem Höchstsatz. In Fällen, in denen der Arzt den Höchstsatz überschreiten will, muss er mit seinem Patienten eine gesonderte Vereinbarung (Abdingung) treffen. Bevor die Zusage an den Arzt gegeben wird, sollte stets eine Abstimmung mit dem Versicherer erfolgen.

Einige Tarife sehen Erstattungen nur bis zum Regelhöchstsatz (2,3fache), andere bis zum Höchstsatz (3,5fache) und weitere über den Höchstsatz hinaus vor. Achten Sie auf das Kleingedruckte in den Tarifbestimmungen. Formulierungen wie "die Angemessenheit der Honorare wird geprüft", lassen späteren Ärger bei der Erstattung ahnen.

 

 

 

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