Beitragsseiten

private Pflege-Zusatzversicherungen

Die Pflege-Pflichtversicherung bietet lediglich eine Grundsicherung für den Pflegefall. Ihr Ziel ist es, die familiäre Pflege zu unterstützen und für finanzielle Entlastung des Pflegebedürftigen und seiner Familie zu sogen. Eine Vollversorgung kann die Pflege-Pflichtversicherung daher nicht bieten. Auch beim Erhalt der optimalen Leistungen, können weitere Belastungen auf den Pflegebedürftigen und seine Familie zukommen. So können die Kosten des ambulanten Pflegedienstes höher als die gewährten Pflegesachleistungen sein. Ist die Unterbringung in einem Pflegeheim notwendig, sind die Kosten für Verpflegung und Unterkunft selbst zu tragen. Daher bieten viele private Krankenversicherer Pflege-Zusatzversicherungen an. Zu unterscheiden sind hier die Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherungen.

  • Pflegekosten-Versicherungen
    Die Pflegekosten-Versicherungen sollen eine Erstattung verbleibender Restkosten aus der Pflege-Pflichtversicherung bieten. Eine volle Erstattung bieten diese Tarife in der Regel jedoch nicht, da nach Vorliegen bestimmter Leistungsvoraussetzungen die Restkosten nur bis zu festgelegten Höchstbeträgen oder zu einem bestimmten Prozentsatz ersetzt werden.

     
  • Pflegetagegeld-Versicherungen
    Diese Tarife leisten ein Pflegetagegeld, das von der Pflegestufe, dem versicherten Tagessatz und davon abhängig ist, ob häuslich, teilstationär oder vollstationär gepflegt wird. In Pflegestufe III zahlen die Versicherer das Pflegetagegeld meist zu 100%, in Pflegestufe II je nach Versicherer zu 50 bis 80% und in Pflegestufe III zu 25 bis 50%. Einige Versicherer leisten in Stufe I gar kein Tagegeld.

Da die Pflegekosten-Versicherung konkrete Kosten ersetzt, ist diese in der Regel dem Pflegetagegeld vorzuziehen.

Da die verschiedenen Tarife höchst unterschiedlich gestaltet sein können, geben wir im Folgenden einen Überblick über die wichtigsten Leistungskriterien. Bevor Sie eine Pflege-Zusatzversicherung abschließen, sollten Sie sicherstellen, dass die von Ihnen als wichtig eingestuften Kriterien auch im jeweiligen Tarif enthalten sind.

Werden Pflegebedürftigkeit und Leistungsvoraussetzungen analog der Pflege-Pflichtversicherung ermittelt?
Dies sollte so sein, denn ansonsten könnten Pflichtversicherung und Pflege-Zusatzversicherer zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

Besteht Leistungsanspruch auch ohne Vorleistung der Pflege-Pflichtversicherung?
Während einige Tarife Vorleistungen aus der Pflege-Pflichtversicherung voraussetzen, leisten andere auch ohne Vorleistungen beziehungsweise erstatten dann die Restkosten nur zu einem bestimmten Prozentsatz.

Sieht der Tarif Wartezeiten vor?
Wartezeiten sollten in der Pflege-Zusatzversicherung entfallen. In vielen Tarifen beträgt die Wartezeit 3 Jahre ab Versicherungsbeginn, die jedoch bei Unfällen entfällt.

Sieht der Tarif Karenzzeiten vor?
Achten Sie darauf, dass der Versicherer auf Karenzzeiten verzichtet. Viele Tarife sehen vor, dass nach ärztlicher Feststellung der Pflegebedürftigkeit eine 91-tägige (13 Wochen) Karenzzeit einzuhalten ist.

Sieht der Tarif Beitragsfreiheit im Pflegefall vor?
Leider sehen nur sehr wenige Tarife vor, die Pflege-Zusatzversicherung im Pflegefall beitragsfrei weiterzuführen. In der Regel sind die Beiträge bis zum Ende des Versicherungsverhältnisses weiterzuzahlen. Bei ansonsten guten Bedingungen ist dieses Kriterium nicht allzu wichtig. Versichern Sie beispielsweise 30 Euro Pflegetagegeld und erhalten in Pflegestufe I 30%, ergäben sich 9 Euro pro Tag beziehungsweise 270 Euro im Monat. Ein Beitrag von 10 Euro für die Pflegezusatz-Versicherung wäre dann zu verschmerzen.

Sieht der Tarif eine Leistungsdynamik ohne Wartezeiten oder Risikoprüfung vor?
Dieses Kriterium ist sehr wichtig und sollte in den AVB enthalten sein. Achten Sie darauf, ob der Versicherer Ihnen das unwiderrufliche Recht einräumt das vereinbarte Pflegetagegeld bei steigenden Pflegekosten aufzustocken, auch bei bereits bestehender Pflegebedürftigkeit und ohne bei verschlechtertem Gesundheitszustand Risikozuschläge zu erheben. Versicherer, die dieses Kriterium erfüllen, koppeln die Erhöhung des Tagegeldes meist an entsprechende Steigerungen des Pflegegeldes in der Pflegepflichtversicherung.

Sieht der Tarif einen Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht vor?
Das ordentliche Kündigungsrecht sieht vor, dass der Vertrag in den ersten drei Jahren vom Versicherer gekündigt werden kann. Er wird insbesondere dann davon Gebrauch machen, wenn eine künftige Pflegebedürftigkeit droht. Achten Sie also darauf, dass der Versicherer auf sein ordentliches Kündigungsrecht verzichtet.

  • Geändert am .