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Tarife und Beiträge in der Kfz-Versicherung

Tarifsysteme in der Autoversicherung

Seit Einführung des EG-Binnenmarktes liegt die Beitrags- und Tarifstruktur in der Kfz-Versicherung im Ermessen der Versicherer. So kann jeder Versicherer theoretisch:

festsetzen. Spezielle Ausländertarife sind jedoch verboten. Die Merkmale zur Beitragsgestaltung können nach objektiven und subjektiven Risiken unterschieden werden. Die wichtigsten Merkmale werden im Folgenden genannt.

Tarifmerkmale

  1. Art und Verwendung des Kraftfahrzeugs

    1. Fahrzeuge, die ein Versicherungskennzeichen führen müssen:
      Grundvoraussetzung für alle nachfolgend genannten Fahrzeuge ist ein Hubraum von nicht mehr als 50 ccm.

      • Fahrräder mit Hilfsmotor
        Hierzu zählen einsitzige Mofas oder Mopeds mit einer Höchstgeschwindigkeit bis 45 km/h, bzw. bis 50 km/h (Zulassung bis zum 31. Dezember 2001) sowie Mopeds bis 60 km/h (Zulassung bis zum 29.02.1992).

         
      • Kleinkrafträder
        Zu den Kleinkrafträdern zählen Mokick, Roller und dreirädrige Kleinkrafträder mit Höchstgeschwindigkeiten wie bei Fahrrädern mit Hilfsmotor beschrieben.

         
      • Leichtkraftfahrzeuge
        Dies sind vierrädrige Fahrzeuge mit einem Maximalgewicht von nicht mehr als 350 kg und einer Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h.

         
      • Krankenfahrstühle
        Ein Krankenfahrstuhl dient einem körperlich gebrechlichem oder behindertem Menschen zur Fortbewegung. Hierzu zählen maschinell angetriebene Rollstühle und nicht etwa ein Gefährt, das seinem äußeren Erscheinungsbild einem kleinen Pkw ähnelt. Ein Krankenfahrstuhl ist mit nur einem Sitzplatz ausgestattet, hat ein Leergewicht von maximal 300 kg sowie eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 25 km/h. Krankenfahrstühle mit Baujahr vor 1999 können zwei Sitzplätze und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 30 km/h haben.


      • Segways (nicht bundeseinheitlich geregelt)
        Ein Segway ist ein zweirädriger, elektrisch angetriebener Roller mit einer Höchstgeschwindigkeit bis maximal 20 km/h, der durch Gewichtsverlagerung des Fahrers gelenkt wird.

         
    2. Fahrzeuge, die ein amtliches Kennzeichen führen müssen:

      • Leichtkrafträder, Leichtkraftroller
        Dies sind Fahrzeuge mit einem Hubraum von 50 bis 125 ccm, einer Nennleistung von nicht mehr als 11 kW (15 PS) und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 80 km/h und darüber hinaus.

         
      • Krafträder
        Dies sind alle Krafträder und Kraftroller mit Ausnahme der Leicht- und Kleinkrafträder.

         
      • Pkw (Personenkraftwagen)
        Pkw sind als Personen- oder Kombinationskraftwagen zugelassene Kfz. Hier muss weiter nach der Verwendung des Pkw unterschieden werden. Neben Pkw zur privaten Verwendung werden unterschieden:

        • Mietwagen
          Hierzu zählen Pkw, mit denen ein nach dem Personenbeförderungsgesetz genehmigungspflichtiger Gelegenheitsverkehr gewerbsmäßig betrieben wird.

           
        • Taxis
          Ein Taxi hält ein Unternehmer an zugelassenen Stellen bereit und befördert damit einen Fahrgast zu einem bestimmten Ziel.

           
        • Selbstfahrervermietfahrzeuge
          Dies sind Fahrzeuge oder Anhänger, die ohne Stellung eines Fahrers gewerbsmäßig vermietet werden.

           
        • Leasingfahrzeuge
          Im Gegensatz zu den Selbstfahrervermietfahrzeugen sind Leasingfahrzeuge auf den Mieter zugelassen bzw. werden dem Mieter bei Zulassung auf den Vermieter mindestens 6 Monate überlassen.

           
      • Lkw (Lastkraftwagen)
        Lkw sind als Lastkraftwagen zugelassene Kfz. Auch hier wäre eine weitere Unterscheidung nach der Verwendung zu treffen.


      • Lieferwagen
        Lieferwagen sind Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t.

         
      • Campingfahrzeuge / Wohnmobile

         
      • Landwirtschaftliche Zugmaschinen oder Anhänger
        Hierzu zählen Zugmaschinen, Raupenschlepper oder Anhänger, die wegen Ihrer Verwendung in der Land- und Forstwirtschaft von der Kraftfahrzeugsteuer freigestellt sind und ein amtliches grünes Kennzeichen führen.

         
      • Anhänger / Auflieger
        Diese dienen der Güterbeförderung und können mittels mechanischer Vorrichtungen an den Kraftfahrzeugen ausgewechselt werden.

         
  2. Fahrzeugtyp / Leistungsmerkmal

    Ein unabhängiger Treuhänder wertet jährlich das Unfallgeschehen aus, und zwar detailliert für jedes Kfz-Modell anhand der Schlüsselnummern aus Kfz-Brief bzw. Kfz-Schein. Er ordnet den Schadenbedarf dann getrennt nach Kfz-Haftpflicht sowie der Vollkasko und Teilkaskoversicherung ein.

    Die Zuordnung erfolgt anhand des Fahrzeugscheins nach Hersteller und Typ, hier die Schlüsselnummern zu 2 (Hersteller) und 3 (Typ). Die Fahrzeugtypen werden in Typklassen zusammengefasst, die in einem jährlich zum 1. Oktober erscheinenden Typklassenverzeichnis veröffentlicht werden. Die neuen Typklassen gelten dann mit Beginn des folgenden Jahres.

    Die Zuordnung zu den Typklassen erfolgt für die Kfz-Haftpflicht sowie die Voll- und Teilkasko getrennt, je nach Schadenverlauf des Kfz in einer der Sparten. In der Kfz-Haftpflicht existieren zurzeit die Typklassen 10 bis 25, in der Vollkasko die Typklassen 10 bis 34 und in der Teilkasko von 10 bis 33. Je niedriger die Typklasse um so niedriger ist der so genannte Schadenbedarfsindexwert und somit auch der Beitrag.

    Das Typklassenverzeichnis umfasst nur Pkw, für die Beitragsbemessung weiterer Kfz werden andere Kriterien zugrunde gelegt.
  3. HinweisMotorräder und Lieferwagen beispielsweise werden nach der Nennleistung in kW bzw. PS bemessen, Campingfahrzeuge nach ihrem Wert und Anhänger nach der Nutzlast.

     

  4. Regionalklassen

    Ähnlich dem Typklassenverzeichnis wird ebenfalls von einem unabhängigen Treuhänder jährlich, jeweils zum 1. Oktober, ein Regionalklassenverzeichnis für Pkw erstellt, das dann mit Beginn des folgenden Jahres gilt.

    Das Regionalklassenverzeichnis beruht auf der Beobachtung, dass der Schadenverlauf regional unterschiedlich ist. Großstädte weisen demnach einen höheren Schadenbedarf als ländliche Regionen auf. Maßgebend ist hier der Zulassungsbezirk, abzulesen am amtlichen Kennzeichen.

    Die Zuordnung zu den Regionalklassen erfolgt für die Kfz-Haftpflicht sowie die Voll- und Teilkasko getrennt, je nach Schadenverlauf des Kfz in einer der Sparten. In der Kfz-Haftpflicht existieren zurzeit 12 Regionalklassen, in der Vollkasko 9 und in der Teilkasko 16 Regionalklassen. Je niedriger die Regionalklasse um so niedriger ist der so genannte Schadenbedarfsindexwert und somit auch der Beitrag.

    Siehe hierzu: Unverbindliche Indexgrenzen und Regionalstatistik für PKW und Motorräder.

     
  5. Tarifgruppen - Beruf / Branche

    Die Zuordnung zu Tarifgruppen wird von den Versicherern unterschiedlich gehandhabt. Hier spielt der Beruf bzw. die Branche zur Einordnung eine Rolle. Einige Tarifgruppenzuordnungen werden im Folgenden beschrieben.

    • Tarifgruppe A

      Die Tarifgruppe A gilt für landwirtschaftliche Unternehmer, die Mitglied einer landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft oder der Gartenbauberufsgenossenschaft sind. Der landwirtschaftliche Betrieb muss eine Mindestgröße von ½ ha, ein Gartenbaubetrieb eine Mindestgröße von 2 ha haben. Der Betrieb muss selbst bewirtschaftet werden. Auch ehemalige, nicht anderweitig berufstätige Agrarier, sowie nicht berufstätige Witwen können eventuell auch der Tarifgruppe A zugeordnet werden. Die Berechtigung als auch der Fortbestand der Voraussetzungen muss nachgewiesen werden.

       
    • Tarifgruppe B

      Die Tarifgruppe B gilt für Bedienstete (Beamte, Richter, Angestellte, Arbeiter, Soldaten) nachfolgend beispielhaft genannter Einrichtungen, sofern ihre nichtselbstständige Arbeit mindestens 50 % der normalen Arbeitszeit beansprucht. Auch hier muss die Berechtigung als auch der Fortbestand nachgewiesen werden.

      • Gebietskörperschaften - Bund, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände

         
      • sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts, insbesondere Religionsgemeinschaften

         
      • Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts

         
      • überstaatliche und zwischenstaatliche Einrichtungen

         
      • Einrichtungen, deren Kapital sich zu mehr als 50 % in öffentlicher Hand befindet

         
      • gemeinnützige oder kirchliche Einrichtungen

         
    • Tarifgruppe D

      Die Tarifgruppe D gilt für Mitarbeiter nachfolgend beispielhaft genannter Einrichtungen, sofern ihre nichtselbstständige Arbeit mindestens 50 % der normalen Arbeitszeit beansprucht. Berechtigung und Fortbestand müssen nachgewiesen werden.

      • ehemalige Einrichtungen des öffentlichen Rechts, die seit dem 01.01.1994 aufgrund gesetzlicher Bestimmungen privatisiert wurden (Post, Bahn).

         
      • Energieversorgungs- und Wohnungsbauunternehmen, deren Kapital sich zu mehr als 50 % in öffentlicher Hand befindet.
    • Tarifgruppe N

      Falls die Zuordnung zu einer anderen Tarifgruppe nicht möglich ist, gilt die Tarifgruppe N.

       
  6. Schadenfreiheitsklassen

    Der Beitrag ist weiter von der Schadenfreiheitsklasse abhängig. Die Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse (SF) richtet sich nach den schadenfrei gefahrenen Kalenderjahren. Als schadenfrei gilt ein Kalenderjahr dann, wenn innerhalb des Jahres kein Schaden gemeldet worden ist.

    Die Einstufung in Schadenfreiheitsklassen erfolgt nur in der Kfz-Haftpflicht sowie der Vollkaskoversicherung, nicht aber in der Teilkaskoversicherung. Für die Zuordnung einer Schadenfreiheitsklasse zum Beitragssatz existiert eine Empfehlung des GDV, in der beispielsweise die SF-Klasse 1 einem Beitragssatz von 60 % entspricht. Das bedeutet, dass nach einem schadenfreien Jahr der Tarifbeitrag zu 60 % zu zahlen wäre, nach einem weiteren schadenfreien Jahr würde der Tarifbeitrag auf 55 % seiner Höhe reduziert und der Vertrag in die SF-Klasse 2 eingestuft.

    Für Pkw, Krad und die übrigen Fahrzeuge existieren unterschiedliche SF-Staffeln. Bei der Kfz-Haftpflicht sowie der Vollkasko für Pkw gilt die so genannte "lange Staffel", für Kräder die "verlängerte Staffel" und für die übrigen Fahrzeuge die "kurze Staffel".

    Weitere Erläuterungen entnehmen Sie dem Abschnitt "Schadenfreiheitsklassen".

     
  7. Kilometerklassen
    Unter bestimmten Voraussetzungen geben einige Versicherer für Pkw-Fahrer, die wenig oder viel fahren, Rabatte bzw. erheben Zuschläge. So existieren beispielsweise Kilometerklassen nach denen die jährliche Fahrleistung eingeteilt wird. Wenigfahrer erhalten demnach Rabatte in unterschiedlicher Höhe, bei Vielfahrern werden Zuschläge erhoben. Beim üblichen System der Einteilung in Kilometerklassen wird die Fahrleistung in 3.000-Stufen erhöht, also bis 3.000, bis 6.000, bis 9.000, bis 12.000 und bis 15.000. Dann steigt es in der Regel in 5.000-Steufen weiter, also bis 20.000, bis 25.000, bis 30.000 und darüber hinaus.

     
  8. Garage
    Manche Versicherer gewähren unter bestimmten Voraussetzungen auch einen Nachlass für Pkw, für die eine abschließbare Garage vorhanden ist und die in der Regel auch dort untergebracht sind.

     
  9. Haus- und Wohnungseigentum
    Besitzen Sie eine Eigentumswohnung oder eine Wohngebäudeversicherung erhalten Sie einen Rabatt für Pkw, der jedoch nur von wenigen Versicherern geboten wird.

     
  10. Fahrerkreis
    Berücksichtigt wird das Alter der Personen, die mit dem Pkw fahren. Ab einer bestimmten Altersgrenze z.B. 23 oder 25 Jahre ermäßigen sich die Beiträge. Hier wird zugrunde gelegt, dass junge Fahrer eine höhere Schadenhäufigkeit haben als ältere und damit erfahrenere Personen. In der Regel verlangen die Versicherer das Geburtsdatum der jüngeren Fahrer.

  11. Begleitendes Fahren
    Mitentscheidend für den Beitrag ist es, ob jüngere Fahrer am begleitenden Fahren teilnehmen, bzw. teilgenommen haben. Hierdurch sind regelmäßig höhe Beitragsersparnisse möglich. Begleitetes Fahren oder der Führerschein mit 17, ist eine Sonderregelung, bei der es Jugendlichen bereits mit 17 Jahren ermöglicht wird, eine Fahrerlaubnis der Klasse B oder BE zu erwerben. Jedoch gilt die Auflage, dass der Jugendliche nur zusammen mit einer namentlich benannten Begleitperson fahren darf. Ziel der Regelung ist es, die hohen Unfallquoten bei Fahranfängern zu reduzieren.

     
  12. Fahrzeugalter
    Abhängig von der Erstzulassung, stufen manche Versicherer den Pkw in Fahrzeugaltersklassen ein, da nach Statistiken ältere Fahrzeuge häufiger in Unfälle verwickelt sind. Das bedeutet, je älter das Fahrzeug um so höher ist der Beitrag.

     
  13. Beruf
    Einige Versicherer geben einen Nachlass für bestimmte Berufsgruppen. So beispielsweise für selbstständige Architekten, Fahrlehrer, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und deren Fachpersonal, Angestellte von Krankenhäusern, Banken oder Sparkassen, etc. Fragen Sie bei den Versicherern nach, ob Sie einem nachlassberechtigten Beruf angehören.

     
  14. Familie
    Familien mit kleinen Kindern fahren nachweislich vorsichtiger. Daher geben manche Versicherer unter bestimmten Voraussetzungen einen Nachlass für Pkw, wenn Sie ein Kind unter 16 Jahren haben.

     
  15. Treue
    Besteht für Ihren Pkw bereits seit mehreren Jahren ein Vertrag beim Versicherer und haben Sie eine bestimmte SF-Klasse erreicht, gewähren einige Versicherer dann einen Treuerabatt.

     
  16. Selbstbeteiligung
    Ein günstigerer Beitrag kann auch durch Vereinbarung einer Selbstbeteiligung in der Fahrzeugversicherung erreicht werden. Das bedeutet, Schäden bis zur Höhe der Selbstbeteiligung müssen Sie selbst begleichen. So können Sie beispielsweise eine Teilkasko mit 150 Euro bzw. eine Vollkasko mit 300 Euro Selbstbeteiligung abschließen.


Die genannten Tarifmerkmale gelten in der Regel nur für die Beitragsberechnung eines Pkw. Aber auch für Krafträder werden immer mehr die genannten Merkmale übernommen.

 Nutzen Sie unseren Tarifvergleich für Kfz-Versicherungen.

 


Wie erfolgt die Einstufung in Schadenfreiheitsklassen?

Die Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse (SF) richtet sich nach den Kalenderjahren, die Sie schadenfrei gefahren sind. Als schadenfrei gilt ein Kalenderjahr, wenn innerhalb des Jahres kein Schaden gemeldet worden ist. Schadenfreiheitsberechtigt sind die Kfz-Haftpflicht sowie die Vollkaskoversicherung. Für die Zuordnung einer Schadenfreiheitsklasse zum Beitragssatz existiert eine Empfehlung des GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V.), in der die SF-Klasse 1 einem Beitragssatz von 60 % entspricht. Das bedeutet, dass nach einem schadenfreien Jahr der Tarifbeitrag zu 60 % zu zahlen wäre, nach einem weiteren schadenfreien Jahr würde der Tarifbeitrag auf 55 % seiner Höhe reduziert und der Vertrag in die SF-Klasse 2 eingestuft. Für Pkw, Krad und die übrigen Fahrzeuge existieren unterschiedliche SF-Staffeln. Bei der Kfz-Haftpflicht sowie der Vollkasko für Pkw gilt die so genannte "lange Staffel", für Kräder die "verlängerte Staffel" und für die übrigen Fahrzeuge die "kurze Staffel".

Die Zuordnung der Beitragssätze zu den SF-Klassen können Sie den folgenden Tabellen entnehmen. Beachten Sie, dass die Tabellen die GDV-Empfehlung enthalten, die vom Großteil der Kfz-Versicherer auch übernommen wurde.

   
  Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)
  Wilhelmstraße 43 / 43 G
  10117 Berlin
  Tel 030 / 2020 - 5000
  Fax 030 / 2020 - 6000
   

 

Schadenfreiheitsrabatt-System für Pkw / Einstufung und Beitragssätze in Schadenfreiheitsklassen

PKW Dauer des schadenfreien und ununterbrochenen Verlaufs Kfz-Haftpflicht Vollkasko
 
in Kalenderjahren
SF-Klasse
Beitragssatz in %
SF-Klasse
Beitragssatz in %
 
35 und mehr
35
20
35
 20
 
34
34
21
34
 21
 
33
33
21
33
 22
 
32
32
22
32
 22
 
31
31
22
31
 22
 
30
30
22
30
 23
 
29
29
23
29
 23
 
28
28
23
28
 23
 
27
27
23
27
 24
 
26
26
24
26
 24
 
25
25
24
25
25
 
24
24
25
24
25
 
23
23
25
23
25
 
22
22
26
22
26
 
21
21
26
21
26
 
20
20
27
20
27
 
19
19
27
19
28
 
18
18
28
18
28
 
17
17
29
17
29
 
16
16
30
16
30
 
15
15
30
15
30
 
14
14
31
14
31
 
13
13
32
13
32
 
12
12
33
12
33
 
11
11
35
11
34
 
10
10
36
10
35
 
9
9
37
9
37
 
8
8
39
8
38
 
7
7
41
7
39
 
6
6
43
6
41
 
5
5
45
5
43
 
4
4
48
4
45
 
3
3
51
3
47
 
2
2
55
2
50
 
1
1
60
1
53
   
½
 
½
75
½
55
 
weniger als ½
Klasse 0
95
0
60
 
Schadenklasse S
S
85
S
 
Schadenklasse M
M
135
M
85

 

Schadenfreiheitsrabatt-System für Motorräder, Quads und Trikes / Einstufung und Beitragssätze in Schadenfreiheitsklassen

Krafträder Dauer des schadenfreien und ununterbrochenen Verlaufs Kfz-Haftpflicht Vollkasko
 
in Kalenderjahren
SF-Klasse
Beitragssatz in %
SF-Klasse
Beitragssatz in %
 
20 und mehr
20
20
20
20
 
19
19
21
19
24
 
18
18
21
18
25
 
17
17
21
17
25
 
16
16
22
16
26
 
15
15
22
15
26
 
14
14
23
14
27
 
13
13
23
13
28
 
12
12
24
12
29
 
11
11
25
11
30
 
10
10
25
10
31
 
9
9
26
9
32
 
8
8
27
8
33
 
7
7
29
7
35
 
6
6
31
6
37
 
5
5
33
5
40
 
4
4
35
4
43
 
3
3
39
3
47
 
2
2
41
2
50
 
1
1
50
1
60
 
½
½
65
½
85
 
weniger als ½
Klasse 0
90
0
100
 
Schadenklasse M
M
130
M
120

 

Schadenfreiheitsrabatt-System für Campingfahrzeuge / Einstufung und Beitragssätze in Schadenfreiheitsklassen

Campingfahrzeuge Dauer des schadenfreien und ununterbrochenen Verlaufs Kfz-Haftpflicht Vollkasko
 
in Kalenderjahren
SF-Klasse
Beitragssatz in %
SF-Klasse
Beitragssatz in %
 
20 und mehr
20
25
20
25
 
19
19
25
19
26
 
18
18
25
18
27
 
17
17
26
17
30
 
16
16
26
16
30
 
15
15
27
15
31
 
14
14
27
14
32
 
13
13
27
13
33
 
12
12
28
12
33
 
11
11
29
11
33
 
10
10
29
10
34
 
9
9
30
9
34
 
8
8
31
8
34
 
7
7
32
7
34
 
6
6
31
6
35
 
5
5
34
5
35
 
4
4
36
4
36
 
3
3
37
3
36
 
2
2
39
2
36
 
1
1
42
1
39
 
½
½
45
½
40
 
weniger als ½
Klasse 0
60
0
45
 
Schadenklasse M
M
140
M
60

 

Schadenfreiheitsrabatt-System für Klein- und Leichtkrafträder / Einstufung und Beitragssätze in Schadenfreiheitsklassen

Leichtkrafträder Kleinkrafträder
Dauer des schadenfreien und ununterbrochenen Verlaufs Kfz-Haftpflicht Vollkasko
 
in Kalenderjahren
SF-Klasse
Beitragssatz in %
SF-Klasse
Beitragssatz in %
 
3 und mehr
3
30
3
45
 
2
2
35
2
45
 
1
1
40
1
50
 
½
½
65
½
70
 
weniger als ½
Klasse 0
100
0
100

 

Schadenfreiheitsrabatt-System für übrige Fahrzeuge beispielsweise Lieferwagen / Einstufung und Beitragssätze in Schadenfreiheitsklassen

übrige Fahrzeuge Dauer des schadenfreien und ununterbrochenen Verlaufs Kfz-Haftpflicht Vollkasko
 
in Kalenderjahren
SF-Klasse
Beitragssatz in %
SF-Klasse
Beitragssatz in %
 
3 und mehr
3
40
3
50
 
2
2
55
2
75
 
1
1
65
1
80
 
½
½
70
½
80
 
weniger als ½
Klasse 0
100
0
100

 

 


In welche Schadenfreiheitsklasse werden Sie bei erstmaligem Abschluss eines Kfz-Vertrages eingestuft?

Stellen Sie als Anfänger erstmals einen Antrag, werden Sie zunächst in die Klasse 0 (95 % für Pkw / 90 % für Krafträder) eingestuft ("echter Anfänger"). Unter bestimmten Umständen kann die Einstufung jedoch auch bereits in die SF-Klasse ½, die SF-Klasse 2 oder sogar die SF-Klasse 4 erfolgen. Fragen Sie Ihren Versicherer, ob dieser die nachstehend genannten Regelungen auch anwendet.

Einstufung in die SF-Klasse ½ nach der:

Sondereinstufung in die SF-Klasse 2 bzw. SF-Klasse 4 nach der:

 

 


 

Wann erfolgt die Hochstufung in eine bessere Schadenfreiheitsklasse?

Da zur Einstufung in eine bessere SF-Klasse der Vertrag ein volles Kalenderjahr schadenfrei und ununterbrochen bestanden haben muss, kann ein Anfänger diese Regelung nicht erfüllen. Hat ein Vertrag aber zwischen dem 02.01. und 01.07. begonnen und bestand in dem Kalenderjahr mindestens 6 Monate Versicherungsschutz und wurden keine Schäden gemeldet, wird der Vertrag, der mit der Klasse 0 begonnen hat, im Folgejahr in die SF-Klasse ½, der Vertrag, der mit SF-Klasse ½ begonnen hat, im Folgejahr in die SF-Klasse 1 eingestuft.

TippRückdatierung
Unter Umständen ist eine Rückdatierung des Vertrages auf den 01.01. bzw. 01.07. möglich. Ausgeschlossen von einer Rückdatierung sind in der Regel Pkw-Verträge für "echte Anfänger". Eine Rückdatierung auf den 01.07. ist beispielsweise bei Verträgen, die bis etwa Mitte August geschlossen werden, sinnvoll. Falls die SF-Einstufung in die Klasse 0 erfolgte, wird der Vertrag zu Beginn des neuen Jahres bereits in die SF-Klasse ½ eingestuft bzw. bei einer SF-Einstufung in die Klasse ½ zu Beginn des neuen Jahres in die SF-Klasse 1. Eine Rückdatierung auf den 01.01. ist sinnvoll bei Verträgen, die bis Ende Januar geschlossen werden und in der Klasse 0 eingestuft sind. In diesem Fall wird die SF-Klasse ½ übersprungen und im Folgejahr bereits die Einstufung in die SF-Klasse 1 vorgenommen. Beachten Sie aber, dass eine Rückdatierung unwiderruflich ist. Dass heißt, liegt eine Schadenbelastung oder Unterbrechung vor, erfolgt die Rückstufung oder Aussetzung der Hochstufung. Sie hätten hierdurch eine Beitragsmehrbelastung ohne Nutzen.

 

 


 

Welche Auswirkungen hat ein Wechsel des Versicherers auf Ihre Schadenfreiheitsklasse?

Wechseln Sie den Versicherer, so wird die bisherige Versicherungszeit in der Regel in vollem Umfang berücksichtigt. Das heißt, der neue Versicherer übernimmt die SF-Einstufung von Ihrem bisherigen Versicherer. Eine Ausnahme besteht dann, wenn der Vertrag durch eine Sondereinstufung begonnen wurde oder aufgrund eines Rabattschutzes nach einem Schaden keine Rückstufung erfolgte. Bei einem Wechsel geben die Versicherer dann lediglich die SF-Klasse weiter, die bei "normalem" Verlauf entstanden wäre.

Tipp Wenn Sie planen, den Versicherer zu wechseln, lassen Sie sich von Ihrem jetzigen Kfz-Versichicherer das dem Vertrag zugrundeliegende Rabattgrundjahr nennen. Hieraus lässt sich leicht die SF-Klasse berechnen, indem vom aktuellen Kalenderjahr das Rabattgrundjahr abgezogen wird. Also beispielsweise: akt. Jahr 2014 minus Rabattgrundjahr 2000 ergibt die SF-Klasse 14.

 

 


 

Wann erfolgt die Rückstufung in eine schlechtere Schadenfreiheitsklasse?

Falls Ihr Vertrag schadenbelastet ist, das heißt, wenn der Versicherer aufgrund einer Schadenmeldung eine Zahlung geleistet oder eine Rückstellung gebildet hat, wird er zurückgestuft. Die Rückstufung wird von den Versicherern unterschiedlich geregelt, sodass Rückstufungstabellen hier nicht wiedergegeben werden und auf die Tarifbestimmungen der Versicherer verwiesen werden muss.

Die Rückstufung ist unter anderem abhängig von der Anzahl der Schäden eines Jahres. In der Kfz-Haftpflicht kann in bestimmten Fällen eine Einstufung in die Schadenklassen S und M erfolgen, in der Vollkasko tritt anstelle der Schadenklassen S die Klasse 0.

Bei relativ geringfügigen Schäden haben Sie die Möglichkeit, durch Erstattung der Entschädigungsleistungen an den Versicherer Ihre SF-Klasse zu erhalten. Der Vertrag wird dann als schadenfrei behandelt. Sind die Entschädigungsleistungen in der Kfz-Haftpflicht geringer als 500 Euro, ist der Versicherer verpflichtet, Sie über Abschluss und Regulierung zu unterrichten sowie in der Schadenabschlussmeldung auf die Möglichkeit der Rückerstattung hinzuweisen. Nach Zugang der Schadenabschlussmeldung bzw. in der Vollkasko nach Zugang der Schadenabrechnung können Sie innerhalb einer 6 Monatsfrist einen Antrag auf Freistellung stellen.

 

 


 

Welche Auswirkungen hat eine Unterbrechung des Versicherungsschutzes auf Ihre Schadenfreiheitsklasse?

Eine Unterbrechung des Versicherungsschutzes liegt in folgenden Fällen vor:

Für die Wiedereinstufung nach einer Unterbrechung ist die Dauer der Unterbrechung maßgebend.

Hinweis Für Wehr- und Ersatzdienstleistende gilt eine Sonderregelung. Die Dauer der Dienstzeit wird nicht als Unterbrechung angesehen, der Vertrag wird behandelt, als hätte er ohne Unterbrechung bestanden.

 

 


 

Was sollten Sie bei einem Fahrzeugwechsel beachten?

Haben Sie Ihr bisheriges Fahrzeug verkauft und möchten Sie statt dessen ein neues Fahrzeug versichern, so wird die Anzahl der schadenfreien Jahre berücksichtigt. Voraussetzung ist, dass das neue Fahrzeug der gleichen oder einer niedrigeren Fahrzeuggruppe angehört wie das Ausgeschiedene. Es werden 3 Fahrzeuggruppen unterschieden:

Da für die Fahrzeuge der unteren Gruppe unterschiedliche SF-Staffeln gelten (verlängerte Staffel für Krafträder, lange Staffel für Pkw), wird die SF-Klasse nicht einfach übertragen. Maßgebend ist hier das so genannte Rabattgrundjahr. Das Rabattgrundjahr ist das erste vollständig und schadenfrei versicherte Kalenderjahr. Die Berechnung des Rabattgrundjahres soll an folgendem Beispiel für einen Pkw veranschaulicht werden.

Kl. 0
SF ½
SF 1
SF 2
SF 3
SF 4
SF 5
SF 6
SF 7
SF 8
SF 9
30.05.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
2002
  RGJ  

Zur Berechnung kann die einfache Formel:

RGJ = akt. Jahr - SF-Klasse

dienen. Sind Sie also in 2014 in der SF-Klasse 9 eingestuft, wäre das Rabattgrundjahr 2014 – 9 = 2005.
Haben Sie bereits die SF-Klasse 35 für Ihren Pkw erreicht, ist die Berechnung des Rabattgrundjahres über die genannte Formel nicht mehr möglich (2014 – 25 = 1989), da Sie Ihren Vertrag ja bereits vor 1989 begonnen haben können. In diesen Fällen ist das Rabattgrundjahr beim Versicherer zu erfragen.

Ein Fahrzeugwechsel innerhalb einer SF-Staffel ist unproblematisch. Verkaufen Sie also Ihren Pkw, der in der SF-Klasse 25 eingestuft war, und versichern anschließend Ihren neuen Pkw, behält dieser die SF-Klasse 25. Kaufen Sie jedoch ein Krad, ist eine Einstufung in die SF-Klasse 25 aufgrund der unterschiedlichen Staffeln nicht möglich. Im Beispiel würde Ihr neues Krad also in die höchste SF-Klasse der "verlängerten Staffel" also in die SF-Klasse 20 eingestuft, das Rabattgrundjahr bleibt jedoch erhalten.

Verkaufen Sie aber Ihr Krad, das in der SF-Klasse 20 eingestuft war, und versichern statt dessen Ihren neuen Pkw, ist zunächst nicht die SF-Klasse sondern das Rabattgrundjahr entscheidend, das Sie aus Ihren Unterlagen entnehmen bzw. bei Ihrem Versicherer erfragen müssen. Ist das Rabattgrundjahr beispielsweise 1992, würden sie mit Ihrem neuen Pkw in die SF-Klasse 22 eingestuft (2014 – 1992 = 22).

 

 


 

Ist eine Übertragung der Schadenfreiheitsklasse von einem ausgeschiedenen auf ein verbleibendes Fahrzeug möglich?

Haben Sie zwei Fahrzeuge versichert und wird der Vertrag für ein Fahrzeug abgerechnet, können Sie die SF-Klasse des ausgeschiedenen Fahrzeugs auf das Verbleibende übertragen. Dies ist natürlich nur dann sinnvoll, wenn das ausgeschiedene Fahrzeug in einer besseren SF-Klasse eingestuft war als das Verbleibende. Verkaufen Sie also beispielsweise einen Pkw, der in der SF-Klasse 9 eingestuft war, können Sie diese auf das verbleibende Fahrzeug übertragen, das in der SF-Klasse 3 eingestuft ist. Das verbleibende Fahrzeug wird damit also 6 Stufen besser gestellt. Diese Übertragung ist in der Regel auch möglich, wenn die SF-Klasse eines Vertrages von einem Versicherer auf den Vertrag eines anderen Versicherers übergehen soll.

 

 


 

Ist eine Übertragung der Vollkasko-Schadenfreiheitsklasse möglich?

Die Übertragung der SF-Klasse in der Vollkaskoversicherung ist möglich, wenn zwei Verträge bestehen und die Vollkasko in einem Vertrag ausgeschlossen wird. Haben Sie beispielsweise ein Fahrzeug versichert, das in der Haftpflicht als auch in der Vollkasko in die SF-Klasse 9 eingestuft ist, und ein weiteres Fahrzeug, das in der SF-Klasse 4 eingestuft ist, könnten Sie die Vollkasko für das erste Fahrzeug ausschließen und auf das Zweite übertragen. Das zweite Fahrzeug würde dann in der Haftpflicht in der SF-Klasse 4 und in der Vollkasko in der SF-Klasse 9 weitergeführt.

 

 


 

Ist eine Übertragung der Schadenfreiheitsklasse von einem zuerst versicherten auf ein neu hinzukommendes Fahrzeug möglich?

Versichern Sie ein Zweitfahrzeug, können Sie die Übertragung der Versicherungszeit des ersten Fahrzeugs auf das Zweite beantragen. Empfehlenswert ist dies vor allem, wenn das neue Fahrzeug in einer höheren Typklasse (bei Pkw) oder ansonsten stärker eingestuft ist bzw. wenn das neue Fahrzeug vollkaskoversichert werden soll. Der Versicherungsvertrag des zuerst versicherten Fahrzeugs wird dann wie ein erstmalig abgeschlossener Vertrag behandelt.

Beispiel: Zu einem Pkw der Typklasse 12 melden Sie einen zweiten Pkw der Typklasse 19 an. Der erste Pkw ist in der SF-Klasse 9 eingestuft. Beantragen Sie die Übertragung, erhält der Zweitwagen die SF-Klasse 9 in der Haftpflicht und wenn gewünscht auch in der Vollkasko. Das erste Fahrzeug könnte dann aufgrund der Zweitwagenregelung bzw. wie in neuerer Zeit von einigen Versicherern geboten nach der verbesserten Zweitwagenregelung in die SF ½ bzw. 2 eingestuft werden.

 

 


 

Ist eine Übertragung der Schadenfreiheitsklasse aus Verträgen Dritter möglich?

Der Anspruch auf Schadenfreiheitsrabatt ist grundsätzlich an die Person des Versicherungsnehmers (VN) gebunden. Daher ist eine Übertragung dieses Gefahrenmerkmals auf eine andere Person nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Ein Austausch der SF ist grundsätzlich nicht möglich. Das heißt: Haben zwei Personen jeweils ein Fahrzeug auf ihren Namen versichert, ist der einfache Tausch der Schadenfreiheit ausgeschlossen. Für den Fall, dass Sie den Schadenfreiheitsrabatt eines Dritten übernehmen wollen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein.

Die genannten Voraussetzungen sind glaubhaft zu erklären, insbesondere wird eine Verzichtserklärung des Dritten verlangt. Ist der Dritte verstorben, müssen Sie eine Sterbeurkunde einreichen. Zur Glaubhaftmachung gehört, dass Sie während des entsprechenden Zeitraums ununterbrochen eine gültige Fahrerlaubnis besessen haben. Angerechnet wird dann der Zeitraum, in dem Sie das Fahrzeug des Dritten regelmäßig genutzt haben. Diese Regelung führt dazu, dass bei unterschiedlichen Nutzungszeiten nicht die volle SF übertragen werden kann. Hat der Vertrag des Dritten beispielsweise am 01.01.2002 begonnen, wäre er 2014 in der SF-Klasse 12 eingestuft. Haben Sie am 10.08.2009 Ihren Führerschein gemacht und ab diesem Zeitpunkt den Pkw regelmäßig genutzt, könnten Sie nicht die volle SF übernehmen, sondern würden in die SF-Klasse 4 eingestuft.

 

SF 0
SF ½
SF 1
SF 2
SF 3
SF 4
10.08.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
01.01.
2009
2010
2011
2012
2013
2014
FS-Besitz

 

Welche Besonderheiten ansonsten zu beachten sind, ist mit dem jeweiligen Versicherer abzuklären. Des Weiteren sollten Sie wissen, dass die Übertragung der Schadenklassen S und M nicht möglich ist. Auch die Rückübertragung auf den Dritten ist ausgeschlossen, das heißt: Eine SF-Übertragung ist eine einmalige Berichtigung der Risikolage. Das Zusammenziehen von SF-Klassen ist ebenfalls nicht möglich. Hat der Dritte beispielsweise 2 Kfz-Verträge mit den SF-Klassen 2 und 5, ist das Zusammenziehen zur SF-Klasse 7 ausgeschlossen. Die SF-Klassen können nur einzeln übertragen werden. Demnach ist auch das Verteilen auf mehrere Verträge nicht möglich, wie beispielsweise die Aufteilung der SF-Klasse 24 des Dritten auf zwei Verträge der SF-Klasse 12.

 

 


Unterjährige Verträge


 Saisonkennzeichen

Saisonkennzeichen gelten für einen bestimmten Zeitabschnitt im Jahr.

Damit die bisher erreichte Schadenfreiheit zugrunde gelegt werden kann, muss der Vertrag mindestens 6 Monate bestehen. Im Folgejahr werden Sie dann in die nächstbessere SF-Klasse hochgestuft. Während der Stilllegungszeit besteht Versicherungsschutz im Rahmen der Ruheversicherung.

Kurzzeit-Kennzeichen

Kurzzeit-Kennzeichen werden zur einmaligen Verwendung für Probe- oder Überführungsfahrten benötigt.

Der Versicherungsschutz endet automatisch nach 5 Tagen, wobei die Beiträge hierzu sind in der Regel hoch sind. Wird das Kfz jedoch anschließend mit einem ständigen amtlichen Kennzeichen zugelassen, so wird die Versicherung für das Kurzzeit-Kennzeichen hinsichtlich Dauer und Tarifierung in den neu abzuschließenden Vertrag einbezogen.