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Private Rentenversicherung

Merkmale der privaten Rentenversicherung

Gegenüber der Kapitallebensversicherung spielte die private Rentenversicherung lange Zeit eine untergeordnete Rolle. Sie gewinnt aber aufgrund der Probleme in der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der Kostenentwicklung für eine Alten- und Pflegeheimunterbringung immer mehr an Bedeutung.

Im Vergleich zu einer gemischten Kapitalversicherung sind die Beiträge zur privaten Rentenversicherung niedriger, da bei einer Kapitalversicherung die volle Versicherungssumme auch bei Tod des Versicherten fällig wird. Es ist aber auch in der Rentenversicherung möglich, eine Todesfallleistung in Form der Beitragsrückgewähr, einer Rentengarantiezeit oder der Hinterbliebenenversorgung zu vereinbaren.

Die private Rentenversicherung ist insbesondere als Altersversorgung für Alleinstehende bzw. bei bereits bestehender Hinterbliebenenversorgung zur Erzielung eines Zusatzeinkommens im Rentenalter sinnvoll. Ist der Abschluss einer gemischten Kapitalversicherung aufgrund gesundheitlicher Gründe nicht mehr möglich, kann dennoch eine Rentenversicherung abgeschlossen werden, da hier die Risikoprüfung entfällt. Im Gegensatz zur Lebensversicherung sind Sie in der Rentenversicherung für Ihren Versicherer als Kranker der "bessere" Versicherte. Den es gilt, die Rentenzahlungen des Versicherers sind um so geringer je kürzer die Lebenserwartung des Versicherten ist. Im Umkehrschluss gilt aber auch, dass Sie als Gesunder mehr von Ihrer Rente haben. Es wäre daher im Alter nach Prüfung der eigenen und der Gesundheitsverhältnisse der Familie überlegenswert, eine sofort beginnende Rente oder eine Rentenversicherung mit kurzer Aufschubzeit durch Einzahlung eines Einmalbetrags abzuschließen.

Auch diejenigen, die einen Vorsorgebedarf für den Fall der Berufsunfähigkeit haben, können die private Rentenversicherung in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung einsetzen. Informationen zum Berufsunfähigkeitsschutz erhalten Sie in den Kapiteln zur Selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung und zu den Zusatzversicherungen.

HinweisWie bei allen anderen Versicherungsarten differieren auch für die private Rentenversicherung die von den verschiedenen Versicherern aufgelegten Versicherungsbedingungen. Da in diesem Rahmen nicht alle unterschiedlichen Bedingungen genannt werden können, sollten Sie die Bedingungen Ihres Versicherers mit den nachfolgend genannten Musterbedingungen vergleichen und Ihren Versicherer zu Punkten, die Ihnen wichtig sind, besonders befragen.

 

 


Was ist versichert?

Zunächst sind die sofort beginnende und die aufgeschobene Rente zu unterscheiden.

Bei der sofort beginnenden Rente erfolgt die erste Rentenzahlung einen Monat nach dem vereinbarten Versicherungsbeginn bzw. ein Jahr nach Versicherungsbeginn, falls jährliche Rentenzahlungen vereinbart wurden. Die Rentenzahlung endet dann bei Tod des Versicherten. In der Regel wird die Sofortrente jedoch um eine Todesfallleistung ergänzt, da ansonsten bei frühem Tod die Gefahr besteht, nur einen geringen Teil des eingezahlten Kapitals in Rentenform zurückzuerhalten. Ist eine Garantiezeit vereinbart, zahlt der Versicherer die vereinbarte Rente bei Tod des Versicherten bis zum Ende der Garantiezeit an den Bezugsberechtigten weiter. Alternativ kann der Bezugsberechtigte eine Kapitalabfindung verlangen. Stirbt der Versicherte nach Ende der Garantiezeit, enden auch die Rentenzahlungen und eine Kapitalabfindung ist dann natürlich nicht mehr möglich. Anstelle der Garantiezeit kann alternativ eine Hinterbliebenenrente vereinbart werden. In diesem Fall wird die Rente nach dem Tod des Versicherten lebenslang an den Hinterbliebenen weitergezahlt.

Bei einer aufgeschobenen Rente beginnt die Rentenzahlung zum Ende der Aufschubzeit. Auch hier enden die Rentenzahlungen bei Tod des Versicherten, falls keine Todesfallleistung vereinbart wurde. Wurde eine Beitragsrückgewähr vereinbart, zahlt der Versicherer bei Tod des Versicherten vor Rentenbeginn die eingezahlten Beiträge zuzüglich dem vorhandenen Überschussguthaben zurück. Wie in der Sofortrente kann auch hier eine Garantiezeit oder alternativ eine Hinterbliebenenrente vereinbart werden. Es gilt das bereits zur Sofortrente Gesagte. Bei der aufgeschobenen Rente besteht vor Ende der Aufschubzeit üblicherweise ein Kapitalwahlrecht. Das heißt, der Versicherte kann entscheiden, ob er anstelle der Rente eine einmalige Abfindung erhalten möchte. Ein entsprechender Antrag muss vor dem Ende der Aufschubzeit gestellt werden. Die Fristen sind von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich und liegen in der Regel zwischen einem und drei Monaten vor Ende der Aufschubzeit. Bei Versicherungen ohne Todesfallleistung muss das Kapitalwahlrecht sogar spätestens 3 bis 5 Jahre vor Ablauf ausgeübt werden. Damit soll verhindert werden, dass kranke Versicherte überwiegend vom Kapitalwahlrecht Gebrauch machen während Versicherte, die voraussichtlich lange leben, die Rente beanspruchen. Einige Tarife ermöglichen dem Versicherten in den letzen 5 Jahren vor Ende der Aufschubzeit den Rentenbeginn vorzuverlegen. Voraussetzung ist jedoch, dass der Versicherte das 60. Lebensjahr bereits vollendet hat. Die Rentenhöhe wird dann neu ermittelt und die Ausübung des Kapitalwahlrechts ausgeschlossen.

 

 


Was bedeutet die vorvertragliche Anzeigepflicht?

Der Versicherer übernimmt den Versicherungsschutz im Vertrauen darauf, dass Sie als Versicherungsnehmer und die zu versichernde Person alle in Verbindung mit dem Versicherungsantrag gestellten Fragen wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet haben (vorvertragliche Anzeigepflicht).

Der Versicherer kann ansonsten innerhalb von drei Jahren nach Vertragsabschluss vom Vertrag zurücktreten. Den Rücktritt kann er aber nur innerhalb eines Monats, nachdem er von der Verletzung der Anzeigepflicht Kenntnis erlangt hat, erklären. Können Sie nachweisen, dass Sie die falschen oder unvollständigen Angaben nicht schuldhaft gemacht haben, wird der Rücktritt des Versicherers gegenstandslos. Ist der Versicherungsfall bereits eingetreten, bleibt die Leistungspflicht des Versicherers dann gegeben, wenn die verschwiegenen Umstände nachweislich keinen Einfluss auf den Eintritt des Versicherungsfalls oder den Umfang der Leistung gehabt haben.

HinweisDer Versicherer kann den Vertrag auch anfechten, falls durch unrichtige oder unvollständige Angaben bewusst und gewollt Einfluss auf die Annahmeentscheidung genommen worden ist.

Sollte die Versicherung durch Rücktritt oder Anfechtung aufgehoben worden sein, zahlen einige Versicherer den Rückkaufswert. Eine Rückzahlung der Beiträge können Sie nicht verlangen.

 

 

 


 

Wann können Sie vom Versicherungsvertrag zurücktreten?

Innerhalb einer Frist von 14 Tagen nach Abschluss können Sie vom Versicherungsvertrag zurücktreten. Die Frist beginnt erst dann zu laufen, wenn der Versicherer Sie über Ihr Rücktrittsrecht belehrt hat und Sie dies mit Ihrer Unterschrift bestätigt haben. Hat der Versicherer Sie nicht über Ihr Rücktrittsrecht belehrt, erlischt dieses vollständig einen Monat nach Zahlung der ersten Prämie. Zur Wahrung der Frist genügt die rechtzeitige Absendung der Rücktrittserklärung.

BespielSie haben am 01.06. einen Antrag auf Abschluss einer Lebensversicherung unterschrieben. Die Police erhalten Sie am 01.07. und der Versicherer bucht am 15.07. den Erstbeitrag von Ihrem Konto ab. Hat der Versicherer Sie in dem von Ihnen unterschriebenen Antrag über das Rücktrittsrecht belehrt, können Sie bis zum 15.07. einschließlich von Ihrem Recht auf Rücktritt Gebrauch machen. Ist die Belehrung unterbleiben oder fehlt Ihre Unterschrift, können Sie bis zum 15.08. vom Vertrag zurücktreten.

 

 

 


 

Wann können Sie Ihre Versicherung kündigen?

Sie können Ihre Versicherung jederzeit zum Schluss einer Versicherungsperiode ganz oder teilweise kündigen, frühestens jedoch zum Schluss des ersten Versicherungsjahres. Bei teilweiser Kündigung darf die verbleibende beitragspflichtige Rente nicht unter einen bestimmten Mindestbetrag sinken. Je nach gewählter Rentenzahlungsweise beträgt dieser Mindestbetrag beispielsweise 25 Euro monatlich, 51 Euro vierteljährlich, 102 Euro halbjährlich und 153 Euro jährlich. Ansonsten müssen Sie die Versicherung ganz kündigen. Nach einer Kündigung erhalten Sie von Ihrem Versicherer den Zeitwert der Versicherung, der sich aus dem garantierten Rückkaufswert (im Versicherungsschein enthalten) und dem vorhandenen Überschussguthaben zusammensetzt. Beitragsrückstände und Stornoabschläge werden abgezogen.

 

 

 


 

Wann können Sie Ihre Versicherung beitragsfrei stellen?

Anstelle einer Kündigung können Sie Ihre Versicherung jederzeit zum Schluss einer Versicherungsperiode beitragsfrei stellen. Hierbei wird die Rente auf eine beitragsfreie Rente (im Versicherungsschein genannt - Garantiewert-Tabelle) herabgesetzt. Auch hier wird ein Abschlag vorgenommen. Die herabgesetzte Rente darf allerdings einen bestimmten Mindestbetrag nicht unterschreiten, ansonsten erhalten Sie den Zeitwert der Versicherung ausgezahlt.

 

 

 


 

Wer erhält die Versicherungsleistung?

Der Versicherer leistet an Sie als Versicherungsnehmer oder an Ihre Erben, falls Sie keinen Bezugsberechtigten einsetzen, der die Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag erwerben soll.

Hier ist zwischen widerruflichem und unwiderruflichem Bezugsrecht zu unterscheiden. Im Gegensatz zum widerruflichen Bezugsrecht, das Sie jederzeit ändern können, kann das unwiderrufliche Bezugsrecht nur mit Zustimmung des Bezugsberechtigten aufgehoben werden.

 

 

 


 

Rentenbezugsformen:

dynamisch — teildynamisch — flexibel

Die Ihnen zustehende monatliche Rente besteht aus zwei Komponenten. Zum einen aus der garantierten Rente, auf die Sie zeitlebens Anspruch haben. Hinzu kommt der Überschussanteil, dessen Höhe davon abhängt, wie gut der jeweilige Versicherer das Geld seiner Kunden verwaltet.

Bevor Sie nun eine Rentenversicherung abschließen, müssen Sie entscheiden, wie sich Ihre Rentenzahlungen zukünftig entwickeln sollen. Die Versicherer bieten hierzu verschiedene Rentenbezugsformen an, von denen im Folgenden die drei gängigsten Varianten erläutert werden sollen. Beachten Sie, dass die genannten Rentenbezugsformen nicht von allen Gesellschaften angeboten werden.

Die konstante Rente, die besser als flexible Rente bezeichnet wird, beginnt auf einem relativ hohen Niveau. Die Rentenhöhe ist nicht garantiert, sondern hängt von der Überschussdeklaration des Versicherers ab. Ändert der Versicherer die Überschussbeteiligung, erhöht oder senkt sie die Rente. Das heißt, hier kann eine einmal erreichte Rentenhöhe während des Rentenbezugs nach oben oder unten korrigiert werden. In der Regel ist keine zusätzliche Dynamisierung vorgesehen.

Die dynamische Rente wird von fast allen Gesellschaften angeboten. Sie erhöht sich im Rentenbezug um einen von Jahr zu Jahr im Voraus deklarierten Dynamiksatz, der sich je nach Überschussdeklaration des Versicherers ändern kann. In der Regel liegt die Dynamik zwischen 3 und 5%. Beachten Sie aber, dass die jährliche Steigerung nicht garantiert ist. Eine einmal erreichte Rentenhöhe kann hier jedoch nicht mehr nach unten korrigiert werden. Im Vergleich zur flexiblen Rente ist die Rentenhöhe der dynamischen Rente in den ersten Jahren des Rentenbezugs geringer und baut sich erst durch die regelmäßigen Steigerungen auf.

Die teildynamische Rente ist bei Rentenbeginn deutlich höher als bei der dynamischen und geringer als bei der flexiblen Rente. Sie besteht aus einem grundsätzlich konstanten Sockel, der jedoch abhängig von der Überschussdeklaration des Versicherers, variabel sein kann. Das heißt: Eine einmal erreichte Rentenhöhe kann gegebenenfalls auch nach unten korrigiert werden. Um dies zu vermeiden, ist auch diese Rentenbezugsform mit einer Dynamik ausgestattet, die jedoch im Vergleich zur dynamischen Rente deutlich geringer ausfällt. Bevor der Versicherer das bereits erreichte Rentenniveau angreift, wird er sicherlich zunächst den Dynamiksatz reduzieren.

Nachfolgende Tabelle zeigt beispielhaft den Vergleich einer flexiblen mit einer teildynamischen und einer dynamischen Rente unter gleichen Berechnungsvorgaben.

Rente im ..
flexibel
teildynamisch
dynamisch
1 . Jahr  
1.294   
1.191   
958   
2 . Jahr  
1.294   
1.205   
986   
3 . Jahr  
1.294   
1.220   
1.016   
4 . Jahr  
1.294   
1.235   
1.047   
5 . Jahr  
1.294   
1.249   
1.078   
6 . Jahr  
1.294   
1.264   
1.110   
7 . Jahr  
1.294   
1.280   
1.144   
8 . Jahr  
1.294   
1.295   
1.178   
9 . Jahr  
1.294   
1.310   
1.213   
10 . Jahr  
1.294   
1.326   
1.250   
11 . Jahr  
1.294   
1.342   
1.287   
12 . Jahr  
1.294   
1.358   
1.326   
13 . Jahr  
1.294   
1.374   
1.366   
14 . Jahr  
1.294   
1.391   
1.406   
15 . Jahr  
1.294   
1.408   
1.449   
16 . Jahr  
1.294   
1.425   
1.492   
17 . Jahr  
1.294   
1.442   
1.537   
18 . Jahr  
1.294   
1.459   
1.583   
19 . Jahr  
1.294   
1.476   
1.630   
20 . Jahr  
1.294   
1.494   
1.679   

In diesem Beispiel erreicht die teildynamische Rente nach etwa 8 Jahren und die dynamische Rente nach circa 11 Jahren die Höhe der flexiblen Rente. Oder anschaulicher: Haben Sie Ihren Rentenbeginn auf das 65. Lebensjahr gelegt, erhalten Sie im Falle der flexiblen Rente bis zum 73. Lebensjahr mehr Rente als im Fall der teildynamischen und bis zum 76. Lebensjahr mehr Rente als im Fall der dynamischen Rente.

Die Summe aller Rentenzahlungen erreicht bei der teildynamischen Rente nach etwa 14 Jahren und bei der dynamischen Rente nach etwa 20 Jahren die der flexiblen Rente.

Bei der Wahl der Rentenbezugsform sollten Sie die Inflationsrate berücksichtigen. Diese lag im Durchschnitt von 1971 bis 1980 bei 5,1% und von 1980 bis 2000 bei 2,7%. Beachten Sie daher auch die folgende Grafik, in der eine jährliche Inflationsrate von 2,7% eingerechnet wurde.

RentenbezugsformIn diesem Beispiel behält die dynamische Rente ihren Wert über die Zeit des Rentenbezugs bei, während die flexible einen starken und die teildynamische Rente einen leichten Wertverlust zeigt.

 

 

 


 

Sofortbeginnende Leibrente gegen Einmalbeitrag

Den Beitrag zur Sofortrente leisten Sie in Form eines größeren Geldbetrags auf einmal (Einmalzahlung). Hierfür erhalten Sie sofort Anspruch auf eine lebenslängliche Leibrente. Die Rentenzahlungen enden auch dann nicht, wenn die erhaltenen Renten den eingezahlten Einmalbetrag wertmäßig übersteigen.

Die Sofortrente kommt insbesondere für Personen infrage, die über einen entsprechenden Geldbetrag (beispielsweise aus einer Kapitalversicherung) verfügen, und dieses Kapital verrenten lassen wollen.

Haben Sie bei Abschluss der Sofortrente keinen Todesfallschutz vereinbart, besteht bei frühem Tod die Gefahr, nur einen geringen Teil des eingesetzten Kapitals in Form von Rentenzahlungen zurückzuerhalten. Der Rest würde an den Versicherer fallen.

Eine Todesfallleistung kann daher in Form einer Rentengarantiezeit, einer Hinterbliebenenrente beziehungsweise einer einmaligen Kapitalzahlung bei Tod vereinbart werden.

Durch Vereinbarung einer Rentengarantiezeit stellen Sie sicher, dass die Rente auch bei vorzeitigem Tod bis zum Ende der Garantiezeit an den Bezugsberechtigten weitergezahlt wird. Die Länge der Garantiezeit ist abhängig vom Eintrittsalter bei Rentenbeginn und kann zwischen 5 und 20 Jahren variiert werden. Stirbt der Versicherte in der Garantiezeit, kann der Bezugsberechtigte auch die Auszahlung des Barwertes der zukünftigen Renten verlangen. Die Vereinbarung einer Garantiezeit vermindert die laufende Rente, die aus dem Einmalbeitrag gezahlt wird; je länger die Garantiezeit um so geringer die Rente.

Alternativ kann auch eine Hinterbliebenenversorgung vereinbart werden. Bei Tod des Versicherten wird hier die Rente sofort und lebenslang an den Bezugsberechtigten gezahlt. Die Höhe der Hinterbliebenenrente kann dabei individuell bis zu 100% der Hauptversichertenrente gewählt werden. Häufig wird in Anlehnung an die Witwenrente der gesetzlichen Rentenversicherung eine Hinterbliebenenrente von 60% gewählt.

Eine weitere Möglichkeit der Todesfallleistung ist die Vereinbarung einer einmaligen Kapitalzahlung im Falle des Todes des Versicherten.

HinweisBeachten Sie jedoch, dass das Kapitalwahlrecht in einigen Versicherungsbedingungen ausgeschlossen ist. Die Höhe der Kapitalabfindung bestimmt sich aus dem geleisteten Einmalbetrag abzüglich der bereits erhaltenen Renten. Im Vergleich zur Rentengarantiezeit ergeben sich hier nochmals verminderte Rentenzahlungen.

 

 

 


 

Aufgeschobene Leibrente gegen laufenden oder Einmalbeitrag

Bei der aufgeschobenen Rente erhalten Sie nach einer mehrjährigen Aufschubzeit Ihre Rente. Ihre Beiträge können Sie regelmäßig oder auch in einem Einmalbeitrag einzahlen. Sie haben hier die Möglichkeit eine von der Aufschubzeit unterschiedliche Beitragszahlungsdauer zu vereinbaren. So könnten Sie beispielsweise 10 Jahre halbjährlich Ihre Beiträge einzahlen, um dann nach einer Aufschubzeit von 15 Jahren eine monatliche Rente zu erhalten.

HinweisSofern das Kapitalwahlrecht vertraglich nicht ausgeschlossen ist, muss die Mindestlaufzeit 12 Jahre und die Beitragszahlungsdauer mindestens 5 Jahre betragen, damit die Leistungen aus dem Vertrag steuerlich begünstigt werden. Spielen für Sie steuerliche Überlegungen keine Rolle, können Sie Ihren Beitrag auch in einer Einmalzahlung leisten.

Haben Sie bei Abschluss der aufgeschobenen Rente keinen Todesfallschutz vereinbart, besteht bei frühem Tod die Gefahr, nur einen geringen Teil des eingesetzten Kapitals in Form von Rentenzahlungen zurückzuerhalten. Der Rest würde an den Versicherer fallen.

Eine Todesfallleistung kann daher in Form der Beitragsrückgewähr, einer Rentengarantiezeit oder einer Hinterbliebenenrente vereinbart werden.

TippVerträge mit Beitragsrückgewähr schützen Ihr eingezahltes Kapital, falls Sie in der Aufschubzeit, also vor Rentenbeginn sterben sollten. Die bereits eingezahlten Beiträge werden damit zuzüglich der darauf entfallenen Überschussbeteiligung zurückgezahlt. Einen Anspruch auf Rückerstattung der Beiträge haben Sie auch dann, wenn Sie einen Vertrag mit Beitragsrückgewähr vorzeitig kündigen.

Durch Vereinbarung einer Rentengarantiezeit stellen Sie sicher, dass die Rente auch bei vorzeitigem Tod bis zum Ende der Garantiezeit an den Bezugsberechtigten weitergezahlt wird. Die Länge der Garantiezeit ist abhängig vom Eintrittsalter bei Rentenbeginn und kann zwischen 5 und 20 Jahren variiert werden. Stirbt der Versicherte in der Garantiezeit, kann der Bezugsberechtigte auch die Auszahlung des Barwertes der zukünftigen Renten verlangen. Die Vereinbarung einer Garantiezeit vermindert die laufende Rente, die aus den eingezahlten Beiträgen gezahlt wird; je länger die Garantiezeit um so geringer die Rente.

 

 

 


 

Rentenversicherung mit Beitragsdepot (5 + 7)

Bei der Rentenversicherung mit Beitragsdepot zahlen Sie einen Einmalbeitrag an Ihren Versicherer für in Zukunft fällig werdende Beiträge. Der Versicherer bucht von diesem Depot in der Regel jährlich die laufenden Beiträge ab. Das Depotguthaben wird dabei vom Versicherer wie ein Sparguthaben verzinst. Die Beitragszahlungsdauer beträgt 5 Jahre, die Versicherungsdauer insgesamt 12 Jahre. Der Vorteil dieses Tarifes ist, das Sie die Ablaufleistung nach 12 Jahren steuerfrei erhalten. Beachten Sie hierzu den § 4 des Geldwäschegesetzes, der den Versicherer dazu verpflichtet, die Identität des Versicherungsnehmers zu prüfen, falls die Depoteinzahlung mehr als 2.500 Euro beträgt. Aus diesem Grunde wird in den Antragsformularen gefragt, ob der Antragsteller auf Rechnung eines Dritten handelt.

Auszug aus dem Geldwäschegesetz:

GwG § 4 Identifizierung beim Abschluss von Lebensversicherungsverträgen

(1) Schließt ein in § 1 Abs. 4 genanntes Versicherungsunternehmen einen Lebensversicherungsvertrag oder einen Unfallversicherungsvertrag mit Prämienrückgewähr ab, so hat es zuvor den Vertragspartner zu identifizieren, wenn die Höhe der im Laufe des Jahres zu zahlenden periodischen Prämien 1.000 Euro übersteigt, wenn bei Zahlung einer einmaligen Prämie diese mehr als 2.500 Euro beträgt oder wenn mehr als 2.500 Euro auf ein Beitragsdepot gezahlt werden. Dies gilt auch, wenn der Betrag der im Laufe des Jahres zu zahlenden periodischen Prämien auf 1.000 Euro oder mehr angehoben wird.

(2) Absatz 1 gilt nicht für Versicherungsverträge, die zur betrieblichen Altersversorgung aufgrund eines Arbeitsvertrages oder der beruflichen Tätigkeit des Versicherten abgeschlossen worden sind, sofern weder bei einer vorzeitigen Beendigung ein Rückkaufswert fällig wird noch diese Versicherungen als Sicherheit für ein Darlehen dienen können.

(3) Kommt in den in Absatz 1 genannten Fällen der Vertrag über einen Vermittler zustande oder wird er über einen solchen abgewickelt, so kann die Identifizierung auch durch den Vermittler erfolgen.

(4) Die Pflicht zur Identifizierung nach Absatz 1 gilt als erfüllt, wenn das Unternehmen bei Vertragsabschluss feststellt, dass der Vertragspartner ihm die Befugnis eingeräumt hat, die vereinbarte Prämie im Wege des Lastschrifteinzugs von einem Konto, dessen Eröffnung der Pflicht zur Feststellung der Identität nach Artikel 3 Abs. 1 der Richtlinie 91/308/EWG unterliegt oder von einem in einer Rechtsverordnung nach Absatz 5 bezeichneten Konto einzuziehen. Ist der Einzug der Prämie von dem vom Versicherungsnehmer benannten Konto nicht möglich, hat das Unternehmen die Identifizierung gemäß Absatz 1 nachzuholen. Wird in einem Versicherungsvertrag, der zur betrieblichen Altersversorgung auf Grund eines Arbeitsvertrages oder einer beruflichen Tätigkeit des Versicherten abgeschlossen wird, vereinbart, dass die Prämienzahlung über ein im Vertrag bezeichnetes Konto des Vertragspartners erfolgen soll, gilt die Identifizierung nach Absatz 1 als erfüllt, wenn das Unternehmen feststellt, dass die Prämienzahlung tatsächlich über das vereinbarte Konto erfolgt.

(5) Das Bundesministerium des Innern wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen durch Rechtsverordnung weitere Konten zu bestimmen, bei deren Einschaltung in die Abwicklung der Prämienzahlung Absatz 4 Anwendung findet, wenn deren Eröffnung einer Pflicht zur Feststellung der Identität des Verfügungsberechtigten unterliegt.

 

 

 


Fondsgebundene Rentenversicherung

Bei der fondsgebundenen Rentenversicherung wird der Sparanteil in Investmentfonds investiert. Hier sind zwei Varianten zu unterscheiden, die individuelle und die gemanagte Form.

Bei der individuellen Variante bestimmen Sie selbst die Fonds, in die investiert wird. Bei der gemanagten Variante bestimmen sie lediglich die Risikostruktur des Investments, die Auswahl der Fonds übernimmt der Versicherer beziehungsweise überträgt dies einem Vermögensverwalter. Das Anlagerisiko tragen Sie.

In der Regel sind Fonds-Wechsel, bei der individuellen Variante, bzw. Strategie-Wechsel, bei der gemanagten Variante möglich. Diese Wechsel werden auch als Switch bezeichnet. Der erste Switch im Jahr ist normalerweise kostenfrei, für jeden Weiteren verlangen die Versicherer Gebühren zwischen 20 Euro und 40 Euro. Wenige Gesellschaften bieten unbegrenzte kostenlose Switches.