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Alterseinkünftegesetz

Der Bundesrat stimmte am 11. Juni 2004 dem vom Bundestag am 28. Mai beschlossenen Alterseinkünftegesetz (AEG) zu. Der Gesetzgeber reagierte damit auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes vom 6. März 2002, in dem die unterschiedliche Besteuerung der Beamtenpensionen und der Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung als unvereinbar mit dem Gleichheitssatz des Grundgesetzes festgestellt wurde.

Mit dem Alterseinkünftegesetz, das zum 1. Januar 2005 in Kraft getreten ist, beginnt die so genannte nachgelagerte Besteuerung. Das bedeutet: Aufwendungen (Beiträge)zum Aufbau einer Altersvorsorge bleiben bis zu einem festgelegten Höchstbetrag steuerfrei und werden erst bei Auszahlung der Altersbezüge (Renten) steuerpflichtig. Die nachgelagerte Besteuerung wird schrittweise über einen Zeitraum von 35 Jahren eingeführt und wirkt dabei faktisch als Steuersenkungsprogramm. Durch die zunehmende Steuerfreistellung der Altersvorsorge, niedrigere Steuersätze und einen höheren Grundfreibetrag bleibt den Erwerbstätigen mehr Geld in der Tasche. So soll die Entlastung in 2005 bereits bei über 1 Mrd. Euro liegen.

Rentner werden wohl stärker belastet. Der Durchschnittsrentner aber wird 2005 auch nach neuem Recht keine Steuern zahlen müssen. Es wird vor allem diejenigen mit erheblichen zusätzlichen Einkünften beispielsweise aus Vermietung, Verpachtung oder sonstigen Kapitaleinkünften treffen. Der Anteil der steuerbelasteten Rentner wird nach neuem Recht von derzeit 2 Mio. auf ca. 3,3 Mio. steigen.


Änderungen bei den gesetzlichen Renten

Besteuerung der gesetzlichen Rente nach altem Recht

Nach altem Recht muss ein Teil der Rente versteuert werden. Die Höhe dieses so genannten Ertragsanteils ist abhängig von der Art der Rente. Unterschieden wird in:

  • lebenslange (unbefristete) Leibrenten
    Altersrenten und große Witwen-Renten, hierzu zählen auch Renten aus landwirtschaftlichen Alterskassen sowie berufsständischen Versorgungseinrichtungen, die die Zahlung einer lebenslangen Rente nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres vorsehen
     
  • abgekürzte Leibrenten
    Erwerbsminderungsrenten, zeitlich begrenzte große Witwen-Renten, kleine Witwen-Renten, Waisenrenten und Erziehungsrenten

Bei lebenslangen Renten hängt der Ertragsanteil vom Alter des Rentners bei Rentenbeginn wie folgt ab:

Alter bei Rentenbeginn
50
55
60
61
62
63
64
65
Ertragsanteil in % der Rente
43
38
32
31
30
29
28
27

Der Ertragsanteil bei Rentenbeginn mit 65. Jahren beträgt demnach 27%. Bei einer Jahresbruttorente von 10.000 Euro (entspricht in etwa der durchschnittlichen Altersrente 2003) würden somit 2.700 Euro bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens berücksichtigt. Der Grundfreibetrag liegt in 2004 bei 7.664 Euro, Steuern werden also nicht fällig.

Bei abgekürzten Leibrenten ist die Höhe des Ertragsanteils von der Dauer der Rente wie folgt abhängig:

Laufzeit in Jahren
1
5
10
15
20
25
30
35
Ertragsanteil in % der Rente
0
9
19
28
35
41
47
51


Besteuerung der gesetzlichen Rente nach neuem Recht ab 2005 (Rentenphase)

Ab 2005 werden alle oben genannten Renten, also die lebenslangen als auch die abgekürzten Leibrenten, nicht weiter mit dem Ertragsanteil besteuert, sondern mit einem vom Jahr des Rentenbeginns abhängigen Besteuerungsanteil.

Für alle, die bereits jetzt Rente beziehen (Bestandsrente) beziehungsweise in 2005 erstmalig Rente beziehen werden, liegt der Besteuerungsanteil bei 50%. Der Besteuerungsanteil wird beginnend ab 2006 bis 2020 für jeden neuen Rentnerjahrgang um jeweils 2 Prozentpunkte erhöht, ab 2020 bis 2040 beträgt die Anhebung jeweils einen Prozentpunkt. Ab 2004 unterliegen die Renten dann der vollen Besteuerung, die steuerliche Gleichbehandlung der Renten und Beamtenpensionen wäre damit erreicht.

Den steuerbaren Anteil der Rente je neuem Rentnerjahrgang entnehmen Sie bitte der Tabelle.

Jahr des Rentenbeginns
Besteuerungsanteil in Prozent
2005 und früher
50%
ab 2006
52%
2007
54%
2008
56%
2009
58%
2010
60%
2011
62%
2012
64%
2013
66%
2014
68%
2015
70%
2016
72%
2017
74%
2018
76%
2019
78%
2020
80%
2021
81%
2022
82%
2023
83%
2024
84%
2025
85%
2026
86%
2027
87%
2028
88%
2029
89%
2030
90%
2031
91%
2032
92%
2033
93%
2034
94%
2035
95%
2036
96%
2037
97%
2038
98%
2038
99%
2040
100%

Ab 2040 sind die Renten demnach zu 100 Prozent zu versteuern. Alle, die vor 2040 in Rente gehen, erhalten einen so genannten Rentenfreibetrag, der im zweiten Jahr des Rentenbezugs festgelegt wird und sich dann während der Laufzeit der Rente nicht mehr ändert. Das heißt: Rentenzahlungen bis zur Höhe dieses Freibetrags bleiben in Zukunft steuerfrei. Der Rest, hierzu gehören auch regelmäßige Rentenanpassungen, unterliegt der Besteuerung. Der persönliche jährliche Rentenfreibetrag errechnet dabei nach folgender Formel:

Rentenfreibetrag = Jahresbruttobeitrag des zweiten Bezugsjahres multipliziert mit (100 Prozent minus Besteuerungsanteil in Prozent des jeweiligen Zugangsjahres)

Hinweis Ab dem 01.01.2006 erhält ein Neurentner eine monatliche Rente in Höhe von 1.000 Euro. Aufgrund von 2-prozentigen Rentenanpassungen steigt die monatliche Rente am 01.06.2006 auf 1.020 Euro und am 01.06.2007 auf 1040,40 Euro.

persönlicher Rentenfreibetrag im Jahr 2006
1.000 x 6 Monate
6.000,00
1.020 x 6 Monate
6.120,00
Jahresbruttobeitrag der Rente in 2006
12.120,00
davon 100% - 52% (Besteuerungsanteil im Zugangsjahr 2006)
5.817,60
persönlicher Rentenfreibetrag in 2006
5.817,60

persönlicher Rentenfreibetrag im Jahr 2007
1.020,00 x 6 Monate
6.120,00
1.040,40 x 6 Monate
6.242,40
Jahresbruttobeitrag der Rente in 2007
12.362,40
davon 100% - 52% (Besteuerungsanteil im Zugangsjahr 2006)
5.933,95
persönlicher Rentenfreibetrag in 2007
5.933,95

Für den beispielhaften Neurentner würden somit in 2006 6.302,40 Euro (12.120 minus 5.817,60) zum zu versteuernden Einkommen gerechnet, in 2007 wären es bereits 6.428,45 Euro. Die modellhaften Annahme einer stetigen jährlichen Rentenanpassung von 2 Prozent ergäbe bis 2040 folgenden Verlauf:

Im Jahr
wären von einer Jahresbruttorente in Höhe von
.. Euro zum zu versteuernden Einkommen zu rechnen.
2006
12.120,00
6.302,40
2007
12.362,40
6.428,45
2008
12.609,65
6.675,70
2009
12.861,84
6.927,89
2010
13.119,08
7.185,13
2011
13.381,46
7.447,51
2012
13.649,09
7.715,14
2013
13.922,07
7.988,12
2014
14.200,51
8.266,56
2015
14.484,52
8.550,57
2016
14.774,21
8.840,26
2017
15.069,70
9.135,74
2018
15.371,09
9.437,14
2019
15.678,51
9.744,56
2020
15.992,08
10.058,13
2021
16.311,92
10.377,97
2022
16.638,16
10.704,21
2023
16.970,93
11.036,97
2024
17.310,34
11.376,39
2025
17.656,55
11.722,60
2026
18.009,68
12.075,73
2027
18.369,88
12.435,92
2028
18.737,27
12.803,32
2029
19.112,02
13.178,07
2030
19.494,26
13.560,31
2031
19.884,14
13.950,19
2032
20.281,83
14.347,88
2033
20.687,46
14.753,51
2034
21.101,21
15.167,26
2035
21.523,24
15.589,29
2036
21.953,70
16.019,75
2037
22.392,78
16.458,82
2038
22.840,63
16.906,68
2039
23.297,44
17.363,49
2040
23.763,39
17.829,44

In wie weit der Rentner nun tatsächlich steuerpflichtig wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab. So beispielsweise von der Höhe der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sowie anderer Vorsorgeaufwendungen (Haftpflicht- Unfallversicherung, ..), die steuerlich geltend gemacht werden können aber natürlich auch von der Höhe zusätzlicher Einkünfte (Vermietung, Kapitaleinkünfte, ..).

Steuerliche Berücksichtigung gesetzlicher Rentenversicherungen (Erwerbsphase)

Mit dem Übergang zur nachgelagerten Besteuerung, werden die Aufwendungen zur Altersvorsorge, hierzu gehören auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, landwirtschaftlichen Alterskassen und berufsständischen Versorgungseinrichtungen, schrittweise steuerfrei gestellt. Der Höchstbetrag wird 2005 auf 60 Prozent des ab 2025 geltenden Höchstbetrag von 20.000 Euro (Ehegatten: 40.000 Euro) festgelegt und steigt jährlich um 2 Prozentpunkte. Die schrittweise Erhöhung des Sonderausgabenabzugs können Sie folgender Tabelle entnehmen:

Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgebeiträge
Jahr
Prozentsatz
Höchstsatz
Alleinstehende
Ehegatten
2005
60%
12.000
24.000
2006
62%
12.400
24.800
2007
64%
12.800
25.600
2008
66%
13.200
26.400
2009
68%
13.600
27.200
2010
70%
14.000
28.000
2011
72%
14.400
28.800
2012
74%
14.800
29.600
2013
76%
15.200
30.400
2014
78%
15.600
31.200
2015
80%
16.000
32.000
2016
82%
16.400
32.800
2017
84%
16.800
33.600
2018
86%
17.200
34.400
2019
88%
17.600
35.200
2020
90%
18.000
36.000
2021
92%
18.400
36.800
2022
94%
18.800
37.600
2023
96%
19.200
38.400
2024
98%
19.600
39.200
2025
100%
20.000
40.000

Der Abzugsbetrag wird ermittelt, in dem der Arbeitnehmer- und der steuerfreie Arbeitgeberanteil zusammengerechnet und eventuelle Beiträge zu einer privaten Leibrentenversicherung hinzuaddiert werden. Auf diesen Betrag wird der zutreffende Prozentsatz angewandt und dann um den steuerfreien Arbeitgeberanteil gekürzt. Ob eine private Leibrentenversicherung gefördert wird, hängt von bestimmten Voraussetzungen ab, die weiter unten erläutert werden.


Änderungen bei privaten Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherungen, Unfall- und Haftpflichtversicherungen sowie Todesfallversicherungen

Nach wie vor werden die genannten abgekürzten Leibrenten mit dem von der Laufzeit abhängigen Ertragsanteil besteuert. Erfreulicherweise wurden die Ertragsanteile deutlich herabgesetzt, wie Sie folgender Tabelle entnehmen können:

Laufzeit in Jahren
1
5
10
15
20
25
30
35
Ertragsanteil in % der Rente nach altem Recht
0
9
19
28
35
41
47
51
Ertragsanteil in % der Rente nach neuem Recht
0
5
12
16
21
26
30
35

Zur steuerlichen Berücksichtigung der Beiträge siehe Kapital Sonderausgaben.


Änderungen bei Lebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen, die vor 2005 abgeschlossen wurden

Die Steuerfreiheit für Erträge aus Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht, die vor 2005 abgeschlossen wurden, bleibt erhalten. Kapitalisieren Sie also diese Versicherungen, bleiben die Erträge steuerfrei.

Wählen Sie am Ende der Laufzeit einer privaten Rentenversicherung die monatliche Rentenzahlung, erfolgt die Besteuerung wie bislang mit dem Ertragsanteil. Erfreulicherweise wurden die Ertragsanteile deutlich herabgesetzt, wie Sie folgender Tabelle entnehmen können:

Alter bei Rentenbeginn
50
55
60
61
62
63
64
65
Ertragsanteil in % der Rente nach altem Recht
43
38
32
31
30
29
28
27
Ertragsanteil in % der Rente nach neuem Recht
30
26
22
22
21
20
19
18

Um die Steuervorteile weiterhin nutzen zu können, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die Laufzeit muss mindestens 12 Jahre betragen.
     
  • Es müssen mindestens 5 Jahre lang Beiträge gezahlt werden.
     
  • Der Todesfallschutz muss mindestens 60% der Beitragssumme betragen.
     
  • Der Vertrag muss bis zum 31. Dezember 2004 vom Versicherer angenommen worden sein.
     
  • Es muss mindestens ein Beitrag bis zum 31. Dezember auf dem Konto des Versicherers gebucht worden sein.
     

Handeln Sie also frühzeitig, falls Sie die weiterhin geltenden Steuervorteile nutzen wollen. Stellen Sie Ihren Antrag nicht erst Mitte Dezember, den der Versicherer wird zunächst prüfen, ob er den Antrag auf Kapitallebensversicherung aufgrund ihrer Gesundheitsangaben überhaupt annimmt.

Möglicherweise verlangt er einen Beitragszuschlag oder er lehnt die Versicherung ganz ab und Sie müssen einen neuen Antrag bei einem anderen Versicherer einreichen. Zudem ist gegen Ende des Jahres mit einer verstärkten Nachfrage zu rechnen. Außerdem muss in 2004 noch mindestens ein Beitrag auf dem Konto des Versicherers eingegangen sein. Erhalten Sie ihre Versicherungspolice erst am 30. Dezember und überweisen noch am gleichen Tag, kann es passieren, dass der Beitrag erst am 03. Januar 2005 dem Konto des Versicherers gutgeschrieben wird. Der Steuervorteil wäre dann weg.

TippVereinbaren Sie eine Dynamisierung. Obwohl diese automatischen Beitragserhöhungen zur angemessenen Anpassung der Alters- und Hinterbliebenenversorgung versicherungstechnisch als Neuvertrag gelten, bleibt dies steuerlich auch nach neuem Recht ohne Nachteil. Sichern Sie sich damit eine höhere steuerfreie Ablaufleistung.

Möchten Sie die Versicherungssumme ihres laufenden Vertrages vor dem 31.12.2004 aufstocken, bleibt auch die Erhöhung steuerbegünstigt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Restlaufzeit des Vertrages noch mindestens 12 Jahre erreicht.

Zur steuerlichen Berücksichtigung der Beiträge siehe Kapital Sonderausgaben.


Lebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen, die ab 2005 abgeschlossen werden

Erträge aus Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht, die ab 2005 abgeschlossen werden, sind künftig voll zu versteuern. Unter der Voraussetzung, dass der Vertrag mindestens 12 Jahre läuft und die Auszahlung erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres erfolgt, werden die Erträge jedoch nur zu 50 Prozent besteuert. Es besteht also zunächst weiterhin ein einmaliges Steuerprivileg.

Wählen Sie am Ende der Laufzeit einer privaten Rentenversicherung die monatliche Rentenzahlung, erfolgt die Besteuerung wie bei der "alten" Privatrente mit reduziertem Ertragsanteil. Die Ertragsanteile nach altem und neuem Recht können Sie folgender Tabelle entnehmen.

Alter bei Rentenbeginn
50
55
60
61
62
63
64
65
Ertragsanteil in % der Rente nach altem Recht
43
38
32
31
30
29
28
27
Ertragsanteil in % der Rente nach neuem Recht
30
26
22
22
21
20
19
18

Ein Sonderausgabenabzug für Kapitallebensversicherungen und private Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht kommt für ab 2005 abgeschlossene Verträge nicht mehr in Betracht.


Änderungen bei der Riester-Rente

Bei der Riester-Rente ändert sich steuerlich nichts. Die Leistungen unterliegen als "sonstige Einkünfte" in vollem Umfang der Besteuerung. Für die Sparbeiträge erhalten Sie die Altersvorsorgezulage, zusätzlich können die Beiträge im Rahmen der Sonderausgaben bis zu einem eigenständigen Höchstbetrag abgesetzt werden. Der Höchstbetrag beträgt 1.050 Euro im Jahr 2005, 1.575 Euro in den Jahren 2006 und 2077 sowie 2.100 Euro ab dem Jahr 2008.

Im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes werden jedoch Vereinfachungen sowohl für den Steuerpflichtigen als auch für den Anbieter von Riester-Produkten eingeführt. Die Änderungen betreffen:

  • Vereinfachung des Antragverfahrens durch Einführung eines Dauerzulageantrags.
    Der Anbieter wird hierbei bevollmächtigt, für den Zulageberechtigten jedes Jahr einen Zulageantrag bei der Zulagestelle zu stellen.
     
  • Der Anleger kann nun zu Beginn der Auszahlungsphase 30 Prozent des angesparten Kapitals zur freien Verfügung entnehmen.
     
  • Ab dem 1. Januar 2006 sind so genannte Unisex-Tarife vorgeschrieben.
    Dies stellt sicher, dass Männer und Frauen bei gleichen Beiträgen auch die gleichen Leistungen erhalten.

Bereits abgeschlossene Verträge können durch Vereinbarung auf die neuen Kriterien umgestellt werden.


Neue förderfähige private Rentenversicherung (Basis-Rente, Rürup-Rente)

Die neue Basis-Rente wird von den Versicherern wohl ab 2005 angeboten. Damit diese private Rentenversicherung gefördert wird, muss sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die Versicherung muss die Zahlung einer monatlichen auf das Leben des Steuerpflichtigen bezogenen lebenslangen Leibrente vorsehen.
     
  • Die Leistungen dürfen nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres erbracht werden.
     
  • Die Leistungen dürfen nicht verwertbar, das heißt, nicht vererblich, nicht übertragbar, nicht beleihbar und nicht veräußerbar sein. Zudem darf die Leistung nicht in einem Betrag ausgezahlt werden (ohne Kapitalwahlrecht).

Erfüllt der Vertrag die genannten Forderungen, erfolgt die Besteuerung der Leistungen wie bei der gesetzlichen Rente. Die Aufwendungen zur neuen Basis-Rente (Rürup-Rente) können zusammen mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung steuerlich geltend gemacht werden. Den Besteuerungsanteil in der Rentenphase sowie den Sonderausgabenabzug für Altersvorsorgeaufwendungen entnehmen Sie bitte den Tabellen im Kapital zu den Änderungen bei den gesetzlichen Renten.


Änderungen bei der Direktversicherung

Die Lebens- und Rentenversicherungen im Rahmen der betrieblichen kapitalgedeckten Altersversorgung (Direktversicherung) sind weit verbreitet, weil einfach zu handhaben. Der Arbeitgeber schließt hierzu mit einem Versicherungsunternehmen einen Vertrag zugunsten eines Mitarbeiters ab und zahlt die Beiträge. Der Arbeitgeber als Versicherungsnehmer ist Beitragszahler, der Arbeitnehmer ist versicherte und bezugsberechtigte Person. Die Beiträge sind nicht als Sonderausgaben abziehbar, da sie bereits steuerlich begünstigt sind.

Bei Verträgen, die ab 2005 abgeschlossen werden, bleiben die Beiträge bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze steuerfrei und bis 2008 sozialversicherungsfrei. Zusätzlich bleiben Beiträge bis zu einem Betrag von 1.800 Euro jährlich steuerfrei, diese sind jedoch sozialversicherungspflichtig. Die Leistungen aus einer Direktversicherung, ob nun Renten- oder Kapitalzahlung, unterliegen in vollem Umfang als "sonstige Einkünfte" der Besteuerung.

Dies gilt auch für Verträge, die vor 2005 abgeschlossen wurden. Die bisherigen Steuerregeln können aber auch nach 2005 erhalten bleiben, wenn Sie dies wünschen. Hierzu muss der Arbeitnehmer bis spätestens 30. Juni 2005 eine Verzichtserklärung auf Anwendung der neuen Regelung beim Arbeitgeber vorlegen. Diese gilt dann für die Dauer des Arbeitsverhältnisses. Wechseln Sie den Arbeitgeber, muss der Verzicht gegenüber dem neuen Arbeitgeber bis zur Zahlung des ersten Beitrags erklärt werden. In diesem Fall werden die Beiträge wie bislang bis zu jährlich 1.752 Euro pauschal mit 20% versteuert, und bleiben bis 2008 sozialversicherungsfrei. Die Leistung in Form einer Kapitalzahlung bliebe damit weiterhin in vollem Umfang steuerfrei. Erfolgt die Leistung in Form einer Leibrente, ist diese mit dem Ertragsanteil (18% für Alter 65 bei Rentenbeginn) zu versteuern.


Änderung bei der Risikolebensversicherung

Bei der Risikolebensversicherung ändert sich steuerlich prinzipiell nichts. Die Leistungen bleiben auch ab 2005 steuerfrei, da sich hier die Versicherungsbeiträge lediglich aus Risiko- und Kostenanteil zusammensetzen. Auch die Beiträge sind weiterhin als Sonderausgaben absetzbar, allerdings nur im Rahmen der neuen Höchstbeträge (2.400 bzw. 1.500 Euro).


Sonderausgaben

Beiträge zur

  • privaten Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsversicherung
     
  • Unfall- und Haftpflichtversicherung
     
  • Todesfallversicherung
     
  • Kranken- und Pflegeversicherung
     
  • Arbeitslosigkeitsversicherung
     
  • privaten Kapitallebensversicherung, die vor 2005 abgeschlossen wurde
     
  • privaten Rentenversicherung, die vor 2005 abgeschlossen wurde
     

können Selbstständige jährlich bis zu 2.400 Euro (Ehegatten: 4.800 Euro) als Sonderausgaben geltend machen. Bei Beamten und für Steuerpflichtige, die steuerfreie Arbeitgeberzuschüsse erhalten (Arbeitnehmer, Rentner), reduziert sich dieser Höchstbetrag auf 1.500 Euro (Ehegatten: 3.000 Euro).

Die Beiträge zu Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht können dabei zu 88% und die Beiträge zu privaten Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht zu 100% berücksichtigt werden.

Damit alle Steuerpflichtigen nach der Neuregelung mindestens so viel abziehen können wie nach dem alten Recht, führt das Finanzamt eine so genannte Günstigerprüfung durch. Soweit die nach altem Recht geltenden Höchstbeträge für Vorsorgeaufwendungen günstiger sind, können diese weiterhin in den Jahren 2005 bis 2019 in Anspruch genommen werden. Ab 2011 wird jedoch der insbesondere für Selbstständige gewährte "Vorwegabzug" von Vorsorgeaufwendungen schrittweise reduziert. Ab 2020 entfällt die Günstigerprüfung dann ganz.

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