Deutsche erwarten zu viel Geld, wenn sie ihren Beruf nicht weiter ausüben können

Das Problem ist unangenehm. Wer gesund ist, möchte sich nicht ausdenken, was es heißt, dauerhaft gesundheitlich beeinträchtigt zu sein und nur noch zum Teil oder gar nicht mehr arbeiten zu können. Eine aktuelle forsa-Umfrage der Allianz im Dezember 2009 offenbart aber drängenden Aufklärungsbedarf, denn die Deutschen wiegen sich in trügerischer geldlicher Sicherheit. So meinen 34 Prozent der Befragten, bei dauerhaften gesundheitlichen Schäden durch einen Unfall, der sich in ihrer Freizeit ereignet, in jedem Fall eine Kapitalzahlung von der Gesetzlichen Unfallversicherung zu erhalten.

Die GUV kommt aber nur bei Unfällen auf, die sich während der Arbeit oder auf dem direkten Weg dorthin und zurück ereignen. Nach der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) tragen Unfälle bei der Arbeit bzw. Wegeunfälle nur zum geringen Teil des Unfallgeschehens bei. Die meisten Unglücke passieren zuhause und in der Freizeit, bei der die Gesetzliche Unfallversicherung nicht greift. Einweiterer Irrglaube, dem 21 Prozent der Deutschen unterliegen, ist, dass ihre Krankenversicherung in diesen Fällen eine Kapitalzahlung leistet.

 

Mit Privater Unfallversicherung auf der sicheren Seite

"Wer eine Private Unfallversicherung abgeschlossen hat, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Sie leistet unabhängig davon, ob der Unfall bei der Arbeit oder in der Freizeit geschieht", sagt Michael Girke, Spezialist für Unfallversicherungen bei der Allianz Versicherungs-AG. Die Private Unfallversicherung zahlt im Schadenfall die zuvor ausgemachte Versicherungsleistung aus.

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Die Höhe dieser Leistung ergibt sich aus der Schwere der dauerhaften Schädigungen. Die Versicherungssumme sollte deshalb so fixiert werden, dass die durch einen schweren Unfallschaden entstehenden beträchtlichen Belastungen wie beispielsweise für den eventuellen Umbau des Hauses, den Kauf einer behindertengerechten Wohnung oder ein spezielles Fahrzeug gedeckt sind.

Der Großteil der Deutschen erwartet viel zu hohe Erwerbsminderungsrenten

Neben dem Irrglauben einer zu erwartenden Kapitalauszahlung, liegen die Deutschen auch in Bezug auf eine monatliche Erwerbsminderungsrente daneben: Fast 33 Prozent glauben, dass sie 40 Prozent ihres letzten Brutto-Einkommens von der Deutschen Rentenversicherung erhalten.

Dem ist jedoch nicht so: Nach 1961 Geborene, die nur noch weniger als drei Stunden arbeiten können, erhalten eine Erwerbsminderungsrente von lediglich 29 Prozent des letzten Brutto-Gehalts. Bei einem durchschnittlichen Bruttogehalt von beispielsweise 3.100 Euro im Monat, ergeben sich damit etwa 900 Euro. Hierdurch ergibt sich eine nicht unerhebliche monatliche Versorgungslücke, die durch eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll geschlossen werden kann.

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Büroangestellte unterschätzen Gefahr der Berufsunfähigkeit massiv

Auch die Ursachen für eine Berufsunfähigkeit sehen viele Deutsche nicht. Die Gefahr eines Büroangestellten, seinen Beruf nicht weiter ausüben zu können, schätzen 81 Prozent der Befragten als minimal ein. Nach Untersuchungen des map-report in 2006, ergibt sich, dass psychische Beschwerden mit 31 Prozent am zahlreichsten Gründe von Berufsunfähigkeit sind, gefolgt von Krebserkrankungen (15 Prozent) und Herzleiden (11 Prozent). Diese Erkrankungen können Büroangestellte wie handwerklich Arbeitende genauso treffen.

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Befragten (64 Prozent) die Berufsunfähigkeitsabsicherung und Versicherung von Unfällen als wichtig erkennt, ist die tatsächliche Bereitschaft tatsächliche eine Versicherung abzuschließen erschreckend niedrig. Für 56 Prozent ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung überflüssig. Hätten die befragten Deutschen 300 Euro zusätzlich im Jahr zur Verfügung, würden 54 Prozent das Geld lieber zurücklegen und 39 Prozent es für den privaten Verbrauch ausgeben. Zur Vorsorge gegen Berufsunfähigkeit würden nur sechs Prozent der Befragten eine private Versicherung abschließen.

Versorgungslücke durch Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung schließen

Die Auswertung der forsa-Umfrage zeigt, dass die Deutschen sich in trügerischer monetärer Sicherheit wähnen. Sie bauen auf zu hohe Geldleistungen im Falle der Erwerbsunfähigkeit und sind daher wenig sensibilisiert, privat vorzusorgen. Dabei ist dies unentbehrlich und unerlässlich. Eine umfassende Absicherung hat nur derjenige, der sowohl eine Unfall- als auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung sein Eigen nennt.

Die Unfallversicherung leistet eine Kapitalzahlung für erhebliche einmalige Unkosten, die Berufsunfähigkeit gleicht die kurrenten Einkommenseinbußen durch die Zahlung einer Rente aus. Bei wirtschaftlichen Engpässen sollte man nicht auf eine Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherung verzichten, sondern jeweils eine etwas geringere Versicherungssumme bzw. monatliche Rentenhöhe abschließen.