Altersvorsorge: Betriebsrente vs. Pensionsverpflichtungen für die Chefs

Wie passen diese beiden Meldungen zusammen? Da berichtet die Welt unter der Überschrift »Säule der Altersvorsorge bekommt Risse«, dass die Deutsche Lufthansa ihre Rentenzusagen an die Mitarbeiter kappen muss. Die Begründung: »Viele Firmen leiden wie Lebensversicherungen unter niedrigen Zinsen und ungünstiger Demografie. Mit fatalen Folgen.« Und nur einen Tag später meldet die FAZ unter dem Titel »Dax-Pensionen: Fürstliche Altersvorsorge für Konzernchefs«, dass die Konzerne jedes Jahr Milliarden für frühere Chefs zurücklegen. Und: Die Pensionsverpflichtungen der Lufthansa sind etwa doppelt so hoch wie der Marktwert des Unternehmens.

Nach einer Studie des Vergütungsberaters Heinz Evers im Auftrag der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung lassen sich demnach Deutschlands Konzerne die Altersvorsorge ihrer Vorstände Milliarden kosten. Die Pensionsrückstellungen der 30 Dax-Unternehmen summierten sich im letzten Jahr für frühere Vorstände auf 2,8 Milliarden Euro. Durchschnittlich zahlte jeder Konzern Pensionen in Höhe von 7,4 Millionen Euro an die einstigen Manager, und damit fast 6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kamen 2,9 Millionen Euro für die späteren Ruhegelder der heutigen Führungsmannschaft.

Die Pensionen für die früheren Vorstände entsprechen mehr als einem Drittel der Summe, mit der die aktiven Vorstandsmitglieder entlohnt werden. Und auch für diese sorgen die Unternehmen vor und zwar durchschnittlich 450.000 Euro je Manager, dies entspricht 54 Prozent des Festgehalts.

 

Susanne Meunier - Private AltersvorsorgeMichael Opoczynski - WISO: AltersvorsorgeIsabell Pohlmann - Altersvorsorge für Selbstständige