Windschutzscheiben-Reparaturbetriebe auf Dummenfang

In einem Urteil des Amtsgerichtes Meiningen gaben die Richter dem Kunden eines Reparaturbetriebes für Glasschäden recht, der zuvor mit dem Versprechen geködert wurde, dass die Instandsetzung des Steinschlagschadens kostenlos sei, da die Teilkaskoversicherung trotz vereinbartem Selbstbehalt voll dafür aufkommen würde. Als dem Kunden dann doch eine Rechnung präsentiert wurde, verweigerte er die Zahlung und bekam Recht, denn das Gericht kam zu dem Schluss: Kostenlos heißt kostenlos!

Im vorliegenden Fall wurde ein Autobesitzer auf einem Parkplatz von einem Mitarbeiter eines Reparaturbetriebes für Glasschäden angesprochen, der versprach, den Steinschlagschaden an der Windschutzseite kostenlos zu entfernen. Die Versicherung würde den Schaden über die Teilkaskoversicherung regulieren und die Kosten in vollem Umfang übernehmen, auch wenn in der Kfz-Police ein Selbstbehalt vereinbart wurde. Nach erfolgter Reparatur bekam der Kunde dann dennoch eine Rechnung, die er sich jedoch weigerte zu zahlen.

Die Richter gaben ihm Recht, denn, dass Reparaturunternehmen hätte im Vorfeld mit der Kfz-Versicherung des Kunden abklären müssen, ob diese tatsächlich die Kosten in voller Höhe übernimmt und auf eine vereinbarte Selbstbeteiligung verzichtet. Unterlässt er dies, kann er sich im Nachhinein nicht an seinem arglosen Kunden schadlos halten. Insbesondere dann nicht, wenn vorab weder über den Preis gesprochen noch das Einverständnis des Kunden eingeholt worden ist. Das Amtsgericht Meiningen bezeichnete derartige Geschäftspraktiken als Dummenfang.

Auch heute noch werben einige Glasreparaturbetriebe mit diesem Versprechen, jedoch mit der kleinen aber feinen Einschränkung, dass solcherart Reparaturen „in der Regel“ kostenfrei seien. Lassen Sie sich also nicht ködern, sondern befragen zunächst ihren Kfz-Versicherer.