Wenn die Kfz-Versicherung die Rechnung kürzt

Die Autoversicherung ist ein Geschäft, das wenig Gewinn abwirft. Also müssen die Autoversicherer Geld einsparen. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, wenn sie dabei nicht versuchen würden, dies auf Kosten von Unfallgeschädigten zu tun. So kürzen sie mitunter willkürlich Rechnungen mit dem Hinweis auf günstigere Werkstätten. Doch muss ein Geschädigter dies hinnehmen?

Die RP Online schildert den Fall eines unschuldig Geschädigten aus Köln, dessen Sachverständigengutachten von der DEVK deutlich gekürzt wurde. Die DEVK verwies in ihrer Begründung auf zwei günstigere Werkstätten, die jedoch nicht in Köln sondern im Umland ansässig waren. Die DEVK verlangte, der Geschädigte solle seinen Wagen in einer dieser Werkstätten reparieren lassen, oder die Rechnung entsprechend kürzen. Dieser nahm das nicht hin, beauftragte einen Rechtsanwalt und setzte seine berechtigten Ansprüche durch.

Leider häufen sich die Fälle, in denen Autoversicherer auf diese Art und Weise versuchen, Reparaturkosten zu senken. Dabei hatte der Bundesgerichtshof bereits 2003 in seinem Porsche-Urteil (VI ZR 398/ 02) klar festgestellt, dass einem Geschädigten das Recht auf Reparatur in einer Fachwerkstatt zusteht und Stundenverrechnungssätze nicht einfach gekürzt werden dürfen. Die Versicherer spielen hier mit der Unwissenheit von Unfallopfern. Denn grundsätzlich haben diese das Recht, ihre Ansprüche mit Hilfe eines Rechtsanwaltes durchzusetzen, wobei der Versicherer des Schädigers auch die Rechtsanwaltskosten des Geschädigten übernehmen muss. Und nur wer hartnäckig bleibt und klagt, bekommt die volle Entschädigung.

Weiterführende Informationen: