Welche Versicherungen brauchen Azubis, Studenten und Berufsanfänger wirklich?

Wer als Jugendlicher eine Ausbildung beginnt oder als junger Erwachsener in den Beruf startet, beginnt damit, sich von den Eltern zu lösen, unabhängig zu werden und sein Leben selbst zu gestalten. Dazu gehört auch, sich Gedanken über den eigenen Versicherungsschutz zu machen. Für die Versicherungsbranche ist diese Klientel besonders interessant, gibt es doch eine Menge zu versichern, und demjenigen, der noch keine Police abgeschlossen hat, lassen sich viele davon verkaufen. Doch welche Versicherungen sind wirklich sinnvoll und wichtig und auf welche kann verzichtet werden? Diese Fragen sollen nachfolgend erläutert werden.

Krankenversicherung

Die Krankenversicherung ist als Pflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben. Und wer eine Ausbildung beginnt, benötigt einen eigenen Vertrag, er ist dann nicht mehr über die Eltern versichert. Über den Beitrag brauchen sich die Azubis keine Gedanken machen, die sind bei allen Krankenkassen gleich ­ nicht jedoch die Leistungen. Zwar gibt es gesetzlich festgelegte Leistungen, jede Kasse kann aber einen zusätzlichen Service und weitere Wahltarife anbieten. Wer also Wert auf bestimmte Extras legt, sollte einen genaueren Blick auf die gebotenen Leistungen werfen und einen Krankenkassen-Vergleich durchführen. Zu den Extras zählen beispielsweise alternative Medikamente, Geld für Zähne, Brille , Osteopathie oder Homöopathie, bestimmte Gesundheitskurse oder besondere Behandlungsformen. Wer seinem Chef nicht die Auswahl überlassen will, sollte sich daher vorab seine Wunschkasse selbst aussuchen.

Studenten sind bis zum 25. Lebensjahr über die Eltern mitversichert, sie benötigen daher keinen eigenen Vertrag.

Natürlich können Azubis und Studenten auch überlegen, eine private Kranken-Zusatzversicherungen abzuschließen. Die gibt es für die Zähne, mit Leistungen für hochwertigen Zahnersatz wie Inlays oder Implantate, im ambulanten Bereich für Brille und Heilpraktiker und im stationären Bereich für die Kosten einer Chefarztbehandlung im Krankenhaus. Auszubildende und Studenten verdienen regelmäßig zu wenig, um sich eine private Zusatzversicherung leisten zu können. Doch hier gilt, je früher der Eintritt, umso besser der Gesundheitszustand und umso niedriger die Beiträge.

WISO: Rundum gut versichert

Privathaftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung ist unverzichtbar. Denn es gilt: Wer jemandem einen Schaden zufügt, haftet dafür - im schlimmsten Fall mit seinem gesamten Vermögen. Und dies kann leicht zum finanziellen Ruin führen. Jedoch benötigen Auszubildende und Studenten keine eigene Haftpflichtversicherung. Denn sie sind bis zum Abschluss ihrer ersten Ausbildung, auch als Volljährige, über die Eltern mitversichert. Wer allerdings verheiratet ist, braucht unbedingt eine eigene private Haftpflichtversicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Sehr sinnvoll und fast schon ein absolutes Muss ist die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit. Denn wer als Auszubildender oder Student berufsunfähig wird, erhält von staatlicher Seite in der Regel keine finanzielle Unterstützung. Erst nach fünf Jahren Beitragszahlung gäbe es von der gesetzlichen Rentenversicherung eine minimale Rente. Auch wenn die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung auf den ersten Blick hoch aussehen, sollte dies niemanden hindern, sich so früh wie möglich gegen den Fall der Berufsunfähigkeit absichern. Aber aufgepasst, ein Vergleich der Leistungen von Berufsunfähigkeitsversicherungen ist sehr wichtig. Denn viele Versicherer bieten für Azubis und Studenten nur einen eingeschränkten Schutz mit einer sogenannten Erwerbsunfähigkeitsklausel. Die Berufsunfähigkeitsrente würde demnach nur dann gezahlt, wenn Azubi oder Student keinen anderen Beruf als den versicherten Lehrberuf bzw. den angestrebten Beruf nach eingeschlagenem Studiengang ausüben können. Erst wer Ausbildung oder Studium abgeschlossen hat, bekommt den vollen Berufsunfähigkeitsschutz. Wichtig ist auch, nur Verträge mit Nachversicherungsgarantie abzuschließen. Dann ist gewährleistet, die Rentenleistung später ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen zu können, beispielsweise bei Heirat oder höherem Einkommen und damit höherem Bedarf. Es gilt: Je früher der Abschluss, je besser der Gesundheitszustand und umso niedriger die Beiträge über die gesamte Laufzeit. Und beim Beitrag immer im Auge behalten, dass eine Berufsunfähigkeitsversicherung die eigene finanzielle Absicherung für den schlimmsten Fall der Fälle gewährleistet. Die Beiträge für die Versicherung des ersten Autos über Papa oder Mama sind da weitaus höher.

Unfallversicherung

Wer eine zusätzliche Absicherung möchte oder vielleicht aufgrund seines Gesundheitszustandes keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommen hat, sollte über den Abschluss einer Unfallversicherung nachdenken. Die Unfallversicherung greift zwar „nur“ bei einem Unfall, jedoch gibt es hier bereits Leistungen ab einem Invaliditätsgrad von einem Prozent. Empfehlenswert ist es, die Invaliditätsleistung mittels Progression zu erhöhen. Die Kapitalleistungen steigen damit bei höherer Invalidität überproportional an. Bei einer Versicherungssumme von 50.000 Euro und einer Progression von 500 % läge die Leistung bei einer 100-prozentigen Invalidität bei 250.000 Euro. Eingeschlossen werden kann zudem eine monatliche Unfallrente. Diese greift bei einem unfallbedingten Invaliditätsgrad von 50 Prozent und wird lebenslang gezahlt, vorausgesetzt die 50-prozentige Invalidität besteht fort. Eine Unfallversicherung ist beim richtigen Versicherer günstig zu haben, aber auch hier steht ein Vergleich der Leistungen in der Unfallversicherung vor einem möglichen Abschluss.

Hausratversicherung

Nur wer als Auszubildender oder Student eine eigene Wohnung bezieht und zudem hochwertigen Hausrat anschafft, benötigt eine eigene Hausratversicherung. Ansonsten greift die Außenversicherungsklausel der Hausratversicherung der Eltern. Die Entschädigungsleistung ist hierbei auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme begrenzt, der den Versicherungsbedingungen entnommen oder beim Versicherer nachgefragt werden kann.

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