Was passiert mit den Versicherungen eines Verstorbenen?

Nicht immer endet eine Versicherung mit dem Tod des Versicherten, mancher Vertrag kann weitergeführt werden. Zu den Versicherungen, die mit dem Tod des Versicherten automatisch enden, gehören die Personenversicherungen wie Lebens-, Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherungen. Die meisten Sachversicherungen wie Hausrat-, Rechtsschutz- oder Haftpflichtversicherung können dagegen übernommen werden.

Personengebundene Versicherungen enden automatisch

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In der Regel verlangen die Lebensversicherer von den Hinterbliebenen eine Mitteilung über den Tod des Versicherten innerhalb von nur wenigen Tagen. Damit wollen sie sicherstellen, den Todesfall näher untersuchen zu können. Geprüft wird beispielsweise, ob im Antrag eine Krankheit nicht angegeben wurde, die nun zum Tod geführt hat, oder eine Selbsttötung vorliegt. Damit bliebe der Versicherer leistungsfrei und müsste nicht zahlen. Bevor die Versicherungssumme einer Kapitallebens-, Risikolebens- oder Unfallversicherung mit Todesfallleistung ausgezahlt wird, verlangen die Versicherer die Original-Police (fertigen Sie eine Kopie für Ihre Unterlagen an) sowie eine beglaubigte Kopie der Sterbeurkunde. Des Weiteren kann der Versicherer ein ärztliches Zeugnis über die Todesursache anfordern und/oder einen Arztbericht, der den Gesundheitsverlauf des Verstorbenen in den letzten Wochen/Monaten dokumentiert.

Die weiteren Personenversicherungen enden mit dem Tod des Versicherten automatisch. Hierzu gehören die gesetzliche bzw. private Krankenversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung sowie Rentenversicherungen, wie die Privatrente, die Riester- oder Rürup-Rente. Als Erbe sollten Sie dem Versicherer den Tod unter Angabe von Versicherungsschein-Nummer und unter Beilage einer beglaubigten Sterbeurkunde mitteilen, damit eventuell zu viel gezahlte Beiträge rückerstattet werden können.

Falls Sie als Hinterbliebener in der gesetzlichen Krankenversicherung familienversichert waren, müssen sie mit der Krankenkasse den weiteren Versicherungsschutz klären, denn es besteht nur noch ein Monat Versicherungsschutz. Sie haben drei Monate Zeit, um beispielsweise in den Vertrag des Verstorbenen einzutreten, oder aber in eine andere Kasse zu wechseln.

Beachten Sie, dass Verträge zur Unfallversicherung bis zur Volljährigkeit der versicherten Kinder beitragsfrei weitergeführt werden.

Sachgebundene Versicherungen können übernommen werden

Leitfaden Versicherungen

Die private Haftpflichtversicherung endet, wie auch die Personenversicherungen, mit dem Tod des Versicherten. Auch hier sollte dem Versicherer der Todesfall mitgeteilt werden, damit zu viel gezahlte Beiträge rückerstattet werden können. Sind im Vertrag Ehe-, Lebenspartner oder Kinder mitversichert, läuft der Vertrag zumindest so lange weiter, wie der Beitrag gezahlt wurde. Anschließend können Hinterbliebene in den Vertrag einsteigen und diesen weiterführen.

Die Wohngebäude- und Hausratversicherung endet nicht mit dem Tod des Versicherungsnehmers, Versicherungsbedarf ist weiterhin vorhanden, da es die Versicherten Gegenstände ja noch gibt. Die Wohngebäudeversicherung ist an das Haus gebunden und wird beim Verkauf automatisch auf den neuen Eigentümer übertragen. Mit Eintrag ins Grundbuch hat der Käufer ein Sonderkündigungsrecht, jedoch werden zu viel gezahlte Beiträge nach einer Kündigung nicht zurückerstattet.

Im Erbfall ist der Hausrat des Versicherten noch bis zu zwei Monate nach seinem Tod versichert. Übernimmt der Erbe Haus oder Wohnung des Verstorbenen unverändert, so tritt er automatisch in den Versicherungsvertrag ein. Ein Sonderkündigungsrecht gibt es nur, wenn er anderweitig bereits eine Hausratversicherung hat und diese auf seine neue Wohnung überträgt. Die Hausratversicherung kann nur dann gekündigt werden, wenn die Wohnung aufgelöst bzw. das Haus verkauft wird. In diesem Fall können zu viel gezahlte Beiträge zurückgefordert werden.

Auch die Kfz-Versicherung bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein versichertes Fahrzeug. Der Vertrag geht im Todesfall daher automatisch auf die Erben über, und er läuft weiter, solange das Kfz behalten wird. Der Versicherer kann den Beitrag aber auf die Erben, als neue Versicherungsnehmer, anpassen. Ein Sonderkündigungsrecht besteht nicht, dies ist nur beim Verkauf des Fahrzeugs an einen Dritten oder bei Umschreibung auf einen Erben möglich. In diesem Fall wird natürlich auch der zu viel gezahlte Versicherungsbeitrag rückerstattet.

Ebenso läuft die Rechtsschutzversicherung nach dem Tode des Versicherungsnehmers weiter. Wie bei der Haftpflichtversicherung kann der Mitversicherte den Vertrag übernehmen, indem er den Beitrag weiterzahlt. Ansonsten erlischt der Vertrag automatisch, ohne dass eine gesonderte Kündigung notwendig wäre.

Weitere Informationen zu den Personenversicherungen sowie den Sachversicherungen entnehmen Sie unseren Seiten.