Was Ineas- und LadyCar-Kunden nun tun sollten

Eine Frechheit sei es, was die Autoversicherer Ineas und LadyCar treiben. Sie führten ihre Klienten in die Irre, indem sie versuchten, Kunden zu halten, obwohl der Konzern unter Zwangsverwaltung stehe und längst zahlungsunfähig sei. Auf ihrer Internetseite behaupten die Versicherer,  dass Versicherungsverträge in Kraft blieben und Prämien weiter bezahlt werden müssten. „Eine Frechheit“, so Hajo Köster vom Bund der Versicherten (BdV), der den Versicherten ein Sonderkündigungsrecht zuspricht.

Die zur niederländischen International Insurance Cooperation (IIC) gehörenden Versicherer Ineas und LadyCar sind die ersten in Deutschland vor der Pleite stehenden Kfz-Versicherer. Die IIC steht seit dem 1. Juli unter Zwangsverwaltung. In Deutschland sind etwa 55 Tausend Kunden betroffen. Direkte Informationen gibt es nicht. „Das Unternehmen schweigt sich tot“, sagt Experte Köster.

Die sonst übliche Direktabrechnung zwischen Werkstätten und Versicherer funktioniert nicht mehr. Auf ihren Internetseiten geben Ineas und LadyCar an, dass die Notregelung es nicht erlaube, die von Werkstätten eingereichten Rechnungen direkt zu bezahlen. Der Versicherte solle in Vorleitung gehen und die Kosten dann bei der IIC einreichen – die Rückzahlung sei aber ungewiss. Einige Kunden warten bereits seit Anfang Mai auf die Erstattung von Werkstattrechnungen. Dies allein rechtfertige eine außerordentliche Kündigung, so Peter Grieble von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg – der Versicherer komme schließlich seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr nach.

Auch für Haftpflichtschäden sehen sich beide Versicherer nicht weiter zuständig. Der Notfallfonds der Verkehrsopferhilfe (VOH) werde laut Ineas und LadyCar die Zahlung von Schadenersatzansprüchen garantieren. Die VOH hilft Opfern von Verkehrsunfällen in Deutschland, die durch nicht ermittelte oder nicht versicherte Kraftfahrzeuge verursacht werden oder der Autohaftpflichtversicherer insolvent wird. Zudem wird Hilfe bei Unfällen im Ausland in der Funktion als Entschädigungsstelle gewährt. Übernimmt die VOH Schadenersatzansprüche, heißt dies gleichzeitig:

  • die Haftungssumme für Personenschäden ist auf 7,5 Millionen Euro begrenzt, die für Sachschäden auf 1 Million
  • reine Vermögensschäden werden nicht ersetzt
  • Kaskoschäden werden nicht ersetzt
  • eine Eigenbeteiligung von 2.500 Euro kann anfallen

Auf ihrer Internetseite gibt die VOH nähere Informationen zur Abwicklung von Autohaftpflichtschäden für Ineas- und LadyCarOnline Kunden.

 

Der BdV empfiehlt Kunden schnell zu handeln:

  1. fristlos kündigen
    Ein Musterschreiben zur Kündigung stellt der BdV als PDF-Formular bereit.
  2. eine andere Kfz-Versicherung abschließen
    HUK-Coburg und weitere Versicherungsunternehmen bieten den IIC-Kunden Sofortschutz an, auch ohne Kündigungsbestätigung
  3. Prämien zurückfordern
    versuchen die bereits gezahlten Prämien des ersten Quartals von Ineas und LadyCar zurückbuchen bzw. erstatten zu lassen

 

Die Erklärung der Ineas zur Notfallregelung findet sich hier.