Versicherung für Hund, Herrchen und Frauchen

Welpe, den kein Wässerchen trüben kann - twicepix, FlickrSüß sind sie ja alle, und gucken können sie, als wenn sie kein Wässerchen trüben könnten. Doch unsere liebsten Vierbeiner sind keine vernunftbegabten Wesen wie Herrchen und Frauchen und können schon mal den kleineren aber auch größeren Schaden anrichten. Doch welche Versicherungen braucht der Hundehalter? Muss beispielsweise eine Tierhalterhaftpflichtversicherung her, eine Krankenversicherung oder gar eine Rechtsschutzversicherung? Tipps und Informationen zu den notwendigen Versicherungen für Hund und Halter geben wir in den folgenden Erläuterungen.

Haftpflichtversicherung für den Hund

Die private Haftpflichtversicherung ist ein unbedingtes Muss, denn für Schäden, die Sie jemandem zufügen, müssen Sie geradestehen, und zwar mit dem gesamten Vermögen. Mitversichert sind in der Regel Ihr Partner sowie die Kinder. Auch kleinere Haustiere sind meist im Versicherungsschutz inbegriffen. Jedoch nicht der Hund. Hunde benötigen eine separat erhältliche Tierhalterhaftpflicht. Wie die private Haftpflicht ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung ein absolutes Muss, auch wenn Ihr Vierbeiner Sie noch so treu anschaut. Denn Hunde sind unberechenbar und eventuelle Schäden können immens sein.

Einige Bundesländer machen eine Hundehaftpflichtversicherung sogar zur Pflicht, wie Sie folgender Auflistung entnehmen können:

Welpe, den kein Wässerchen trüben kann - twicepix, Flickr

  • Baden-Württemberg – Pflicht: Nein, jedoch benötigen auffällige und gefährliche Hunde eine Tierhalterhaftpflichtversicherung. Kampfhunde müssen bei der zuständigen Polizeibehörde vorgestellt werden

  • Bayern – Pflicht: Nein, wie in Baden-Württemberg benötigen auch in Bayern auffällige und gefährliche Hunde eine Tierhalterhaftpflichtversicherung. Die Versicherungspflicht wird von der zuständigen Ordnungsbehörde angeordnet

  • Berlin – Pflicht: Ja, seit dem 01. Januar 2011

  • Brandenburg – Pflicht: Ja

  • Bremen – Pflicht: Nein, Tierhalterhaftpflichtversicherung auf freiwilliger Basis

  • Hamburg – Pflicht: Ja, zusätzliche Anmeldung im Hunderegister

  • Hessen – Pflicht: Nein. Zur Zeit noch nicht, soll eventuell eingeführt werden

  • Mecklenburg-Vorpommern – Pflicht: Nein, aber auffällige und gefährliche Hunde müssen bei der zuständigen Ordnungsbehörde anzeigt werden

  • Niedersachsen – Pflicht: Ja, seit dem 01. Juli 2011

  • Nordrhein-Westfalen – Pflicht: Nein, für Hunde unter 40 Zentimeter und unter 20 Kilogramm. Für größere Vierbeiner und Kampfhunde ist die Hundehalterhaftpflichtversicherung aber vorgeschrieben

  • Rheinland-Pfalz – Pflicht: Nein. Für auffällige und gefährliche Vierbeiner sowie Kampfhunde ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung vorgeschrieben

  • Saarland – Pflicht: Nein, Tierhalterhaftpflichtversicherung auf freiwilliger Basis

  • Sachsen – Pflicht: Nein, für gefährliche Hunde ist die Hundehalterhaftpflicht jedoch vorgeschrieben

  • Sachsen-Anhalt – Pflicht: Nein, nur vorgeschrieben für Kampfhunde

  • Schleswig-Holstein – Pflicht: Nein, nur vorgeschrieben für Kampfhunde

  • Thüringen – Pflicht: Ja, seit dem 01.09.2011

 

Eine Tierhalterhaftpflichtversicherung kostet etwa 70 bis 100 Euro jährlich. Die Deckungssumme für Personen- und Sachschäden sollte bei mindestens zehn Millionen Euro sowie für Vermögensschäden bei einer Million liegen. Vor dem Abschluss sollten Sie unbedingt das Kleingedruckte lesen und auf Ausschlüsse achten. Einige Versicherer zahlen bei Schäden an gemieteten Sachen nicht, also beispielsweise bei Schäden, die Ihr Hund in einem Hotel oder einer Pension anrichtet. Im Zimmer allein gelassene Vierbeiner knabbern gerne mal an Stuhlbeinen oder kratzen an der Türe. Für diese Kosten müssten Herrchen und Frauchen dann selbst geradestehen.

Krankenversicherung für Hunde

Eine Krankenversicherung für Hunde kann recht teuer werden. Ausschlaggebend für den Beitrag sind neben dem Alter des Hundes natürlich die Risiken, die abgedeckt werden sollen. Soll die Versicherung etwa eine Zuzahlung leisten, wenn der Rüde kastriert wird, sollen die Kosten etwaiger Operationen übernommen werden oder etwa die gesamten Kosten aller Besuche beim Tierarzt? Hier muss jeder Hundehalter selbst einschätzen, ob überhaupt und wenn ja, welche Risiken er abdecken möchte. Wenn man Glück hat, und es sind keine Operationen nötig, belaufen sich die Tierarztkosten für Impfungen und Routineuntersuchungen auf vielleicht 50 bis 100 Euro. Bei schwerwiegenden Erkrankungen und eventuell notwendigen Operationen klettern die Kosten aber meist auf einige 1.000 Euro. Eine pauschale Empfehlung zu geben, ist schwer. Befragen Sie hierzu besser Ihren Tierarzt, ob er für die Hunderasse eine Krankenversicherung anraten würde, auch Gespräche mit anderen Hundehaltern der gleichen Rasse sind wichtig und sinnvoll.

Rechtsschutzversicherung für den Hund

Wer bereits eine private Rechtsschutzversicherung hat, benötigt keine zusätzliche für den Hund. Einige Versicherer bieten jedoch einen speziellen Hundehalterrechtsschutz, meist in Kombination mit einer Krankenversicherung.