Versicherer bekämpfen Versicherungsbetrug mehr denn je

20 Prozent der Versicherungskunden sehen im Versicherungsbetrug lediglich ein Kavaliersdelikt. Es gibt nur ein geringes Unrechtsbewusstsein und kaum Angst vor den Folgen. Am meisten wird in der private Haftpflicht- und der Hausratversicherung getrickst, denn fast die Hälfte aller Versicherten glaubt, dass kleinere oder größere Betrügereien hier verhältnismäßig leicht sind. Dies geht aus einer aktuellen Studie der GfK Finanzmarktforschung hervor, die vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegeben wurde. 

Die Versicherer gehen davon aus, das jeder zehnte gemeldete Versicherungsschaden wahrscheinlich Betrug ist. Häufig wird der Schadensverlauf dann nicht korrekt dargestellt, wenn feststeht, dass bei einer richtigen Schilderung der Versicherungsschutz nicht gegeben wäre. Bei weiteren 10 Prozent wird vermutet, dass der Schaden frei erfunden oder zu hoch angesetzt wurde. Aus der Untersuchung der GfK geht aber auch hervor, dass den Versicherten eigentlich klar ist, durch Betrug das Solidarprinzip zu unterlaufen und der Schaden, der der Gemeinschaft entsteht, durch höhere Prämien wieder aufgefangen werden muss.  Dennoch sieht die GfK bei über 30 Prozent ein geringes Unrechtsbewusstsein, obwohl die Sorge über Konsequenzen  im Falle des Versicherungsbetrug – also eine Anzeige oder die Kündigung des Vertrages - relativ hoch sind.

Die Versicherer gehen aktiv gegen Versicherungsbetrüger vor

In den letzten Jahren haben die Versicherer ihre Anstrengungen verstärkt, aktiv gegen Betrugsversuche vorzugehen. Daher ist steigt die Wahrscheinlichkeit stetig, beim  Betrug ertappt zu werden. Die Mitarbeiter in den Schadenabteilungen werden daraufhin geschult, betrugsverdächtige Schäden zu erkennen, die dann, auch bei relativ kleinen Schadenhöhen, einer sorgfältigen Prüfung unterzogen werden – insbesondere bei  Laptops, Handys, Smartphones und Flachbildschirmen. Immer häufiger werden Gutachter eingeschaltet, hauptsächlich deswegen, weil in einer speziellen Untersuchung festgestellt wurde, dass 45 Prozent der eingereichten Schäden als nicht begründet abgelehnt werden mussten und sogar bei 36 Prozent der gemeldeten Schäden an Laptops eine Betrugsabsicht nachgewiesen werden konnte.

Wie bereits erwähnt, spielt die Schadenhöhe für eine eingehende Prüfungen keine Rolle mehr. Denn gerade kleinere Betrügereien summieren sich zu einem großen Problem. Auch wenn der ein oder andere Versicherte dies nicht gerne hört, die Versicherer sind gegenüber der großen Mehrzahl ehrlicher Kunden in der Pflicht, den Betrug zu bekämpfen. Nicht zuletzt aus dem Grund, die Versicherungsprämien bezahlbar zu halten.

Seit dem 01. April 2011 gibt es ein neues Hinweis- und Informationssystem (HIS), das den Versicherern dabei helfen soll, Versicherungsbetrug zu verhindern und die Risikoprüfung effizienter gestalten. Betrieben wird das HIS als Auskunftei von der informa Insurance Risk and Fraud Prevention GmbH.