Unwetterschäden: DIW Berlin fordert Pflichtversicherung

"Klimawandel wird sonst weitere Löcher in den Staatshaushalt reißen"

27.05.09 - Angesichts der schweren Unwetter, die gestern über Teilen Deutschlands wüteten, warnte das DIW Berlin vor den Folgen einer unzureichenden Absicherung gegen Unwetterschäden und Naturkatastrophen. "Unser Versicherungssystem ist lückenhaft und belohnt Trittbrettfahrer, die sich auf den Staat verlassen", sagte DIW-Experte Gert Wagner. "Wenn die Politik nicht dagegensteuert, steht der Steuerzahler nicht nur für die Kosten der Bankenkrise, sondern zunehmend auch für die Kosten des Klimawandels gerade." Das DIW Berlin plädiert seit langem für eine gesetzliche Versicherungspflicht für Elementarschäden.

Die finanzielle Absicherung gegen Naturgefahren basiert derzeit in Deutschland ausschließlich auf einer freiwilligen Zusatzversicherung. Das System setzt keinerlei Anreize zur Prävention, sondern verleitet vielmehr dazu, sich bei der Schadensregulierung auf den Staat zu verlassen. In der Folge ist nur ein Bruchteil der zu erwartenden Schäden versichert. Durch den Klimawandel ist aber auch in Deutschland mit einer Zunahme von Orkanen, Überschwemmungen und Sturmfluten zu rechnen. Damit kommen auf den Staat immer höhere Finanzierungslasten zu. Die Reform der Versicherung gegen Naturgefahren ist einer der Eckpfeiler der EU-Kommission für die Anpassung an den Klimawandel. Entsprechende Reformbemühungen sind jedoch bislang stets gescheitert