Allianz Zuversichtsstudie

Trotz Finanzkrise: Persönliche Zuversicht der Deutschen wächst

Turbulenzen an der Börse lassen die Zuversicht hierzulande nicht wanken / Deutsche wollen ihr Geld aber kurzfristig parken / Deutsche Zuversichtswerte sind international spitze / Finanzkrise beunruhigt vor allem Amerikaner und Ungarn / Erste internationale Studie zum Thema

Allianz Deutschland AG
Stuttgart, 25.11.2008

Die Krise an den Finanzmärkten ist im privaten Leben der Deutschen noch nicht angekommen. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der monatlich durchgeführten repräsentativen Befragungen zum Allianz Zuversichtsindex, einer Studie der Allianz Deutschland AG in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim. Von 1000 Interviewpartnern in Deutschland beurteilen 60 Prozent ihre aktuelle persönliche Lage als "gut" oder "sehr gut". Zur aktuellen Lage Deutschlands antworten allerdings nur 21 Prozent der Befragten positiv.

Weiterhin zuversichtliche Bewertung der eigenen Lage
"Damit sind die Werte im November erstaunlich stabil gegenüber dem Vergleichsmonat September, in dem die Befragungen noch vor dem Bekanntwerden der Bankenkrise in den USA durchgeführt wurden", sagt Professor Frank Brettschneider von der Universität Hohenheim, der die Allianz Zuversichtsstudie wissenschaftlich begleitet. Die Einschätzung der persönlichen Lage hat sich im November sogar leicht verbessert, während sie für das Land etwas gesunken ist: Im September lagen die positiven Werte zur aktuellen Lage bei 54 Prozent für die persönliche Situation beziehungsweise bei 26 Prozent für Deutschland.

Ähnliches gilt für den Blick in die Zukunft: Sowohl für die gesellschaftliche als auch für die persönliche Entwicklung der kommenden 12 Monate ist die Stimmung bei der Mehrheit der Deutschen stabil. "Die Beständigkeit der Zuversicht geht vermutlich darauf zurück, dass die Krise der Finanzmärkte für viele Menschen in Deutschland noch nicht unmittelbar spürbar ist", sagt Professor Brettschneider. "Auch die deutlich gesunkenen Energiepreise und das schnelle Handeln der Bundesregierung beim finanziellen Unterstützungspaket könnten stabilisierend auf die Stimmung in Deutschland gewirkt haben."

Angesichts der Krise: Rückzug ins Private
Nach wie vor gilt: Die eigene aktuelle Lage wird wesentlich besser eingeschätzt als die Lage des Landes. Und die Zuversicht in die persönliche Zukunft (61%) ist sogar mehr als doppelt so groß wie die Zuversicht in die Entwicklung Deutschlands (24%). Deutlich gesunken gegenüber dem Vergleichsmonat September sind die speziellen Zuversichtswerte für Deutschland bei der allgemeinen Wirtschaftslage (minus 7 Prozentpunkte) und Sicherheit der Arbeitsplätze (minus 6 Prozentpunkte). Wenn es um die Finanzmärkte geht, sehen 48 Prozent der Befragten der Zukunft mit Sorge entgegen. Nur 12 Prozent sind bei diesem Aspekt zuversichtlich.
Durchgehend gestiegen sind dagegen sämtliche Zuversichtswerte in den persönlichen Bereichen, darunter die Zuversicht für das Zuhause (plus 7 Prozentpunkte), die Familie und Partnerschaft (plus 4 Prozentpunkte) oder die persönliche Versorgung im Alter (plus 8 Prozentpunkte). "Die Bürgerinnen und Bürger scheinen in Zeiten der Krise den Rückzug ins Private zu schätzen", sagt Professor Brettschneider.

Sorgen um die gesetzliche Rente
Befragt zu den Geldanlagen und Vorsorgeformen im Einzelnen, sind die Menschen in Deutschland unterschiedlich zuversichtlich: Viele (44%) sorgen sich, wie schon in den Vormonaten, um ihre gesetzliche Rente. Weitaus geringer sind die Sorgen in Deutschland bei den Investitionen in Aktien (14%) oder Investmentfonds (15%).

Noch geringer ist die Sorge bei den Vorsorgeformen Lebensversicherungen (13%) und Hypothekendarlehen beziehungsweise Baufinanzierung (7%). In Wertpapiere investieren will allerdings nur eine verschwindend geringe Minderheit in den kommenden Monaten (Aktien 2%, Investmentfonds 3%). Eine deutlich größere Zahl von Befragten (26%) plant stattdessen, größere Geldreserven auf dem Giro- oder Parkkonto zu parken. Das gilt vor allem für die 14- bis 29-Jährigen.

Deutsche sind persönlich weltweit mit am zuversichtlichsten
Im November hat die Allianz erneut die Zuversicht auch jenseits der Grenzen Deutschlands untersucht. Die zusätzlich befragten Länder sind: Frankreich, Italien, Schweiz, Österreich, Griechenland, Ungarn, Russland und die USA. Insgesamt wurden mehr als 10.000 Interviews geführt. Nach Kenntnis der Allianz handelt es sich um die erste internationale Vergleichsstudie zu diesem Thema. Die wichtigsten Ergebnisse: In allen Ländern wird die persönliche Situation deutlich zuversichtlicher eingeschätzt als die des jeweiligen Landes. 
Beim Blick in die persönliche Zukunft ist in der Schweiz (77%), Deutschland (61%) und Österreich (56%) die Zuversicht für die kommenden 12 Monate am größten, während in Ungarn (28%) am wenigsten Menschen persönlich zuversichtlich sind. Die aktuelle Lage ihres Landes sehen die Schweizer (54%) am positivsten, die Ungarn (4%) am skeptischsten. In Deutschland sehen 21 Prozent die Lage der Nation positiv. An eine rosige Zukunft ihres Landes glauben ebenfalls die Schweizer (47%) am meisten, die Ungarn (15%) am wenigsten. Bei den Befragungen in den USA - wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl - waren 75 Prozent der Amerikaner besorgt um die künftige Entwicklung der Vereinigten Staaten.

Sicher: Die Lebensversicherung
Die Situation an den Finanzmärkten sehen mit 15 Prozent die Schweizer noch am zuversichtlichsten. In allen an der Studie beteiligten Ländern zeigen sich die Menschen vor dem Hintergrund der Finanzkrise am meisten beunruhigt wegen ihrer gesetzlichen Rente.
Die Sorge bei anderen Anlage- und Vorsorgeformen, zum Beispiel Aktien, Investmentfonds oder Lebensversicherungen, ist dagegen vergleichsweise gering. Für die klassische Lebensversicherung ein nachvollziehbares Ergebnis, denn: "Das angesparte Geld ist sicher angelegt. Es wird zwangsläufig jedes Jahr mehr. Manchmal wird es etwas weniger mehr als im Vorjahr, aber es wird immer mehr. Das ist das Schöne an der klassischen Lebensversicherung", sagt Dr. Maximilian Zimmerer, Vorstandsmitglied der Allianz Deutschland AG.

Jetzt sind erst mal konservative Anlageformen gefragt
Abschließend zeigt die Studie noch, wie die Situation am Finanzmarkt die Anlagepläne der Menschen weltweit beeinflusst: Wegen der Krise planen für die kommenden 12 Monate viele Menschen, einen größeren Geldbetrag zunächst einmal bei der Bank zu deponieren: Hier führen die USA (54%). Platz 2 belegen mit jeweils 43 Prozent die Schweiz und Österreich. In Frankreich setzen 42 Prozent der Befragten auf Girokonto und Sparbuch.

International ist die Stimmung gegenüber Investment-Anlagen wie Aktien und Fonds ausgesprochen reserviert. Während einige wenige Befragte in Griechenland, Italien und den USA planen, in den nächsten 12 Monaten verstärkt in sichere Produkte wie Lebensversicherungen oder Staatanleihen zu investieren, will die Mehrheit der Befragten in diesem Zeitraum keine Aktien oder Investmentfonds kaufen. Die einzige Ausnahme bilden die USA, wo - entsprechend der Anlagekultur des Landes - 17 Prozent der Menschen stärker in Aktien gehen wollen und 18 Prozent in Investmentfonds.

Über die Allianz Zuversichtsstudie

Die aktuellen Befragungen mit mehr als 10.000 Interviewpartnern wurden außer in Deutschland auch in Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Russland, Schweiz, Ungarn und den USA zwischen dem 24. Oktober und dem 16. November 2008 durchgeführt. Sie erfassen jeweils sechs persönliche und gesellschaftliche Dimensionen der Zuversicht.

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