Transparenz im Vertrieb von Lebensversicherungs- und Altersvorsorgeprodukten

Die Versicherungsunternehmen wollen härtere Regeln für den Vertrieb, um damit den Verkauf, insbesondere von Altersvorsorgeprodukten, transparenter zu gestalten. Gleichwohl könnte die Kritik aus Politik und Verbraucherschutz am Provisionsverkauf entschärft werden. Zudem soll der Versicherungsombudsmann, die Schlichtungsstelle für Beschwerden von Kunden gegen ihre Versicherer, soll mehr Kompetenzen erhalten. Auf dem 4. Strategiemeeting der Lebensversicherungswirtschaft, einer Handelsblatt Veranstaltung, in Köln Anfang September diesen Jahres, das unter dem Motto "Transparenz. in Lebensversicherung und Altersvorsorge" stand, wurden Vorschläge hierzu vorgestellt.

Die Versicherungsunternehmen wollen offenbar einen Verhaltenskodex für den Vertrieb von Lebensversicherungs- und Altersvorsorgeprodukten erlassen und ihre Verkäufer mit einer Kontrollliste disziplinieren. Die gesetzlich vorgeschriebenen Kurzinformationen zu den einzelnen Produkten sollen verständlicher gestaltet werden und zudem ist eine Begrenzung der Vertriebs- und Abschlusskosten der Höhe vorgesehen.

Vorgesehen sind des Weiteren Änderungen bei der Überführung von Riester-Verträgen auf einen neuen Vertrag. Hier ist eine Beschränkung der kalkulierten Abschluss- und Vertriebskosten geplant. Für Kunden ist die derzeit praktizierte Umdeckung, also die Übertragung des angesparten Kapitals inklusive staatlicher Zulagen auf den neuen Vertrag, in der Regel nachteilig, da bei diesen Neuabschlüssen zusätzliche Abschlussprovisionen anfallen.

Momentan sind Entscheidungen des Versicherungsombudsmanns für den Versicherer bindend, wenn dieser einen Bescheid des Versicherers beanstandet, durch den Kunden einen Nachteil bis 5.000 Euro erlitten haben. Bei einem höheren Wert, muss sich der Versicherer nicht daran halten.  Diese Verbindlichkeitsgrenze soll auf 10.000 Euro verdoppelt werden.