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Tipps zur Krankenversicherung für Studenten

Natürlich sind auch Studenten kranken­versicherungspflichtig. Doch in der Regel benötigen sie keine eigene Krankenversicherung, sondern sind über die Eltern beitragsfrei mitversichert. Es gibt aber Einschränkungen. Welche dies sind, wann Studenten eine eigene Krankenversicherung brauchen, ob gesetzlich oder privat und wie es mit dem Krankenversicherungsschutz im Ausland aussieht, möchten wir im Folgenden erläutern.

Gesetzliche Kranken­versicherung

Studenten benötigen eine Kranken­versicherung und müssen hierzu auch den Nach­weis erbringen. Dabei kann der Student beitragsfrei über seine Eltern versichert sein oder eine studentische Pflichtversicherung bzw. eine freiwillige Versicherung bei einer gesetzlichen Krankenkasse benötigen.

Beitrags­freie Versicherung

Wer bereits vor dem Studium über seine Eltern beitrags­frei in einer gesetzlichen Kranken­versicherung familien­versichert war, kann dies bis zum 25. Lebens­jahr weiterhin bleiben. Die beitragsfreie Familien­versicherung ist jedoch nicht möglich, wenn die Eltern verheiratet sind und ein Eltern­teil privat kranken­versichert ist und der privat Krankenversicherte brutto mehr verdient als der gesetzlich Versicherte und der privat Versicherte mehr als 4.350 Euro brutto im Monat verdient. Dabei müssen alle 4 Bedingungen erfüllt sein, trifft nur eine davon nicht zu, kann der Studierende bis zum 25. Lebensjahr beitragsfrei familienversichert bleiben.

Wer vor dem Studium seinen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet hat, bleibt auch nach dem Erreichen des 25. Lebensjahres für die Zeit des geleisteten Dienstes kostenfrei familienversichert. Für die im Juli 2011 eingeführten Freiwilligendienste bzw. den freiwilligen Wehrdienst gilt die Verlängerung jedoch nur für 12 Monate. Eine Voraussetzung für die beitragsfreie Familienversicherung besteht allerdings: der Student darf neben seinem Studium nicht arbeiten, Minijobs ausgenommen.

Studentische Pflicht­versicherung

Wer die Voraussetzung für die beitragsfreie Versicherung über die Eltern nicht erfüllt, weil er beispielsweise älter als 25 Jahre ist oder mehr als 385 Euro monatlich bzw. 450 Euro bei Minijobs verdient, muss sich über eine gesetzliche Krankenkasse pflichtversichern. Obwohl der Beitrags­satz für die studentische Kranken­versicherungen bei allen Kassen gleich ist, ist es sinnvoll, bei verschiedenen Krankenkassen nachzufragen bzw. einen Krankenkassenvergleich durchzuführen. Denn da die Kassen neue Mitglieder nicht mehr über den Beitrag ködern können, bieten einige zusätzliche Leistungen für ihre Mitglieder an. Und die können einen geldwerten Vorteil von einigen hundert Euro bringen. Außerdem verlangen einige gesetzliche Krankenversicherer immer noch einen Zusatzbeitrag, diese Kassen sollten bei der Auswahl natürlich tabu sein. Der Beitragssatz beträgt momentan bis zum 23. Lebens­jahr 77,01 Euro, danach 78,50 Euro monatlich inklusive Pflege­versicherung.

Freiwil­lige Versicherung

Die studentische Pflicht­versicherung ist mit der Vollendung des 30. Lebensjahres nicht mehr möglich. Auch wer bereits das 14. Semester abgeschlossen hat, muss sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwil­lig weiterversichern. Der Beitrag der freiwilligen Versicherung errechnet sich dabei aus dem Einkommen des Studenten mit dem ermäßigten Beitragssatz von 14,9 Prozent. Ist das Einkommen geringer als das fiktive Mindest­einkommen von zurzeit 898,33 Euro im Monat, wird dieses zugrundegelegt. Freiwillig versicherte Studenten zahlen demnach etwa 150 Euro monatlich (133,85 plus Pflegeversicherung).

TippWer sich freiwillig versichern muss und Bafög erhält, kann beim Bafög-Amt einen Zuschuss zur Kranken- und Pflege­versicherung beantragen.

 

Private Kranken­versicherung

Studenten, die vor Aufnahme des Studiums privat krankenversichert waren, können dies weiterhin bleiben und sich von der gesetzlichen Versicherungs­pflicht befreien lassen. Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist dann allerdings während des Studiums nicht mehr möglich. Auch Studenten, die die Voraussetzungen zur studentischen Pflicht­versicherung nicht mehr erfüllen, könnten eine private Krankenversicherung abschließen. Meist ist die freiwillige Versicherung in der GKV jedoch günstiger als die PKV. Und wer das Studium beendet, vergibt eventuell die Chance wieder zurück in die Gesetzliche zu wechseln. Wer keine sozial­versicherungs­pflichtige Anstellung findet oder sich selbst­ständig macht, sitzt in der PKV fest.

Auslandsstudium

Wer als Student seinen Urlaub im Ausland verbringt, benötigt eine Auslands­reise-Kranken­versicherung. Die Beiträge sind gering, jedoch gilt die Auslandsreise-KV nur für einen normalen Urlaub. Wer ein Auslandssemester im europäischen Ausland plant, ist meist über seine gesetzliche Krankenkasse geschützt, vorausgesetzt mit dem Land besteht ein Sozialversicherungsabkommen. Abgesichert sind in der Regel nur Notfallleistungen, sodass, wie auch bei einem Studium in Ländern mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht, wie beispielsweise den USA, eine private Absicherung notwendig ist.

Informationen zur privaten Krankenversicherung sowie die Möglichkeit zum Vergleich privater Krankenversicherer und dem Beitrags- und Leistungsvergleich gesetzlichen Krankenkassen finden Sie auf unseren weiterführenden Seiten.