Tipps für die fünfte Jahreszeit: Zuviel Alkohol kann Versicherungsschutz kosten

Coburg, den 05. Februar 2010 - Die fünfte Jahreszeit hat angefangen: Ans Lenkrad sollte sich jedoch niemand nach einer berauschten Faschingsparty setzen. Macher fühlt sich nach wenigen Gläsern zwar noch als Herr des Geschehens, doch der Gesetzgeber geht von Fakten aus, und die sprechen meist eine andere Sprache: Schon geringe Mengen Alkohol reichen aus, um die Reaktionsfähigkeit drastisch einzuschränken.

Deshalb drohen bereits ab 0,3 Promille Führerscheinentzug, Punkte und ein Bußgeld, wenn jemand Fahrauffälligkeiten offenbart - beispielsweise Schlangenlinien fährt. 0,5 Promille wird mit 500 Euro bestraft und derjenige muss einen Monat auf seinen Führerschein abgeben, zudem gibt es vier Punkte in Flensburg. Geldstrafe und Punkte steigen drastisch an, falls jemand mit solchem Alkoholspiegel einen Unfall verursacht. Zugleich wird der Führerschein für geringstenfalls sechs Monate einbehalten. – Fahranfänger dürfen bis ihrem 21. Geburtstag gar keinen Alkohol trinken, wenn sie mit dem Auto fahren.

 

Das waren die strafrechtlichen Aspekte. Kommt es zu einem Unfall, gibt es oft auch Auswirkungen auf den Versicherungsschutz, warnt die HUK-COBURG. Hier spielen die Promille im Blut ebenso eine bedeutsame Rolle. Dazu kommt die Frage nach der persönlichen Fahr(un)tüchtigkeit, also ob der Autofahrer eine Sachlage begreifen und dieser angemessen begegnen kann. Wer Schlangenlinien fährt, mit anderen Autos kollidiert oder vom Fahrweg abkommt, hat diese Grenze sicher überschritten.

Wie viel Alkohol Ausfallerscheinungen herbeiführt, ist bei von Mensch zu Mensch verschieden. Im Extremfall reicht ein Glas Sekt. Ist der Unfall ursächlich auf Alkohol zurückzuführen, greift in der Kfz-Haftpflichtversicherung die Trunkenheitsklausel. Sie befreit die Versicherer von ihrer Leistungspflicht. Dies bedeutet: Der Schutz des Geschädigten muss im Vordergrund stehen, der Kfz-Haftpflichtversicherer reguliert daher zwar den Schaden, nimmt den Fahrer jedoch in Regress. Höchstens 5.000 Euro kann sich ein Versicherer vom Schädiger zurückholen.

 

Alkotest
Alkotest: Bereits ab 0,3 Promille können Führerscheinentzug, Punkte und ein Bußgeld drohen. Wer unbeschwert das närrisch Treiben genießen will, sollte das Auto zu Hause lassen. Foto: HUK-COBURG

 

Die Folgen in der Kasko-Versicherung können noch schwerwiegender sein. Hat ein Fahrer mehr als 1,1 Promille Alkohol im Blut, gehen die Gerichte von absoluter Fahruntüchtigkeit aus. Der Alkoholgenuss wird automatisch als ursächlich für den Unfall angesehen. Auch kleinere Mengen können schon ausreichen, um den Versicherungsschutz zu aufs Spiel zu setzen. Ausschlaggebend bleibt die Frage: War der Alkohol der Grund. – Im Übrigen sollten Autofahrer nicht vergessen, dass es etwa zehn Stunden dauert, ein Promille Alkohol abzubauen.

Beifahrer mit in der Verantwortung

Wer nach einer beschwingt durchzechten Nacht bei seinem angeheiterten Trinkkumpan ins Auto steigt, muss bei einem Unfall mit Konsequenzen rechnen. Ansonsten berechtigte Ansprüche gegen den Verursacher können gekürzt werden, wenn man sich als Beifahrer verletzt hat, beispielsweise das Schmerzensgeld. Die Gerichte unterstellen in solchen Fällen, dass ein Beifahrer, der sich zu einem Betrunkenen ins Auto setzt, sich selbst in Gefahr begibt und die Verletzungsfolgen demzufolge mit verursacht hat.