Sturmschäden: Welche Versicherung zahlt

Coburg, 01. März 2010 – Auch in Deutschland fegen immer wieder furchtbare Stürme über‘s Land und lassen Schneisen der Verwüstung zurück. Dächer werden abgedeckt und Bäume stürzen auf Autos und zerstören diese. Doch wer übernimmt den Schaden an Auto, Hausrat oder dem eigenen Haus, der vom Sturm verursacht wurde. Kasko-, Hausrat- oder Wohngebäudeversicherten rät die HUK-COBURG, Schäden so schnell wie möglich der Versicherung zu melden.

Bei allen drei Versicherungen heißt es: Direkt durch den Sturm verursachte Schäden sind versichert. Es muss mindestens Windstärke acht geherrscht haben, dies entspricht einer Windgeschwindigkeit von 62 km/h.

Zu den versicherten Schäden zählen Dellen und Beulen in der Karosserie des Pkw, die beispielsweise durch herabfallende Äste oder Dachziegel verursacht werden. Diese Sturmschäden sind durch die Teilkasko-Versicherung abgedeckt und zwar ohne Rückstufung, da es in der Teilkasko keine Schadenfreiheitsklassen gibt. Treten Schäden bei Windstärke sieben oder weniger ein, kann hierzu  die Vollkasko-Versicherung in Anspruch genommen werden. Hier muss man jedoch mit einer Rückstufung rechnen, wenn kein Rabattschutz abgeschlossen wurde.

Während eines Sturms gehen gar nicht so selten fest verschlossene Fenster zu Bruch, und der Hausrat wird durch eindringenden Regen zerstört. Hier tritt dann die Hausratversicherung ein. Nicht nur Sachen des täglichen Gebrauchs, wie beispielsweise die Möbel, das Geschirr oder die Kleider sind versichert. Auch beispielsweise Fernseh- und Rundfunkantennen, Satellitenschüsseln oder Markisen sind möglicherweise mitversichert.

Wenn der Sturm so schlimm ist, dass sogar das Dach abdeckt wird, kommt die Wohngebäude-Versicherung für die entstandenen Schäden auf. Zusätzlich zum Eigenheim ist in der Regel auch Zubehör versichert, das sich am oder im Haus befindet. Um zu erfahren, was genau versichert ist, sollte man entweder in den Versicherungsbedingungen nachschauen oder am besten direkt bei seinem Versicherer nachfragen.

Stürme und Orkane können nicht nur persönliches Eigentum beschädigen, sondern auch das Eigentum Dritter in Mitleidenschaft ziehen. So kann der Sturm z. B. Ziegel vom Dach reißen, durch die Luft wirbeln, sodass diese auf dem Auto des Nachbarn landen. Der Eigenheimbesitzer kann zur Übernahme des Schadens hierzu seine Haftpflicht-Versicherung heranziehen. Eigentümer von  Mehrfamilienhäuser benötigen für diesen Fall eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung.

Für Schäden am Eigentum Dritter kann jedoch niemand belangt werden, wenn der Sturm mehr als Windstärke zwölf hat - also mindestens 120 km/h. Nach Auffassung der Gerichte handelt es sich dabei um höhere Gewalt.

Wenn das persönliche Hab und Gut beschädigt wird, hilft nur noch die eigene Kasko-, Wohngebäude oder Hausratversicherung.

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