Private Krankenversicherung: Wer versichert mich, wenn ich meine Beiträge nicht zahlen kann?

Wer privat krankenversichert und in der Patsche sitzt, weil er seine Krankenversicherungsbeiträge nicht zahlen kann, hat es schwer. Oftmals sind die Versicherten dann dazu gezwungen, in den Basistarif zu wechseln. Dieser bietet weniger Leistung und ist dennoch nicht viel günstiger. Der Beitrag für den Basistarif ist auf den Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt, aktuell liegt er bei 627,75 Euro (siehe auch Sozialversicherungswerte 2014). Eine Alternative stellt der zum 1. August 2013 eingeführte Notlagentarif dar. Es soll der Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung dienen. Welche Leistung zum welchem Beitrag der Notlagentarif finanziell in Not geratenen privat Krankenversicherten bietet, erläutern wir im Folgenden.

Unversicherte Selbstständige haben Anspruch auf den Basistarif

Wer als Selbstständiger über Jahre unversichert war, hat das Recht, sich bei seiner früheren privaten Krankenversicherung im Basistarif zu versichern. Die privaten Krankenversicherer dürfen niemanden ablehnen, zudem ist es gesetzlich verboten Risikozuschläge zu erheben oder Leistungen auszuschließen. Die Leistungen im Basistarif sind auf die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt. Demnach bietet der Basistarif viel weniger Leistungen als die regulären Krankenversicherungstarife und der Beitrag ist auf den Höchstbeitrag der GKV begrenzt. Aktuell liegt der Höchstbeitrag bei 627,75 Euro, aber auch diese Prämie ist für viele nicht zu schultern. Zu den Rechengrößen in der Sozialversicherung siehe Sozialversicherungswerte 2014.

Wer Grundsicherung oder Arbeitslosengeld II erhält, kann auch zum Wechsel in den Basistarif gezwungen werden. Die private Krankenkasse muss dann den Beitrag halbieren, das Amt hat somit geringere Kosten.

Der Notlagentarif als Alternative

Eine Alternative zum Basistarif bietet der zum 1. August 2013 eingeführte Notlagentarif. Dieser wurde mit dem Gesetzes zur Beseitigung sozialer Überforderung bei Beitragsschulden in der Krankenversicherung eingeführt. Wer als privat Krankenversicherter seine Prämie nicht zahlt, wird über das Mahnverfahren in den Notlagentarif überführt. Der monatliche Beitrag liegt dann zwischen 100 und 125 Euro und soll gewährleisten, dass der Versicherte seine Schulden abbauen kann. Der reguläre Versicherungsvertrag ruht während dieser Zeit, sobald die Schulden getilgt sind, ist die Rückkehr in den alten Tarif sichergestellt. Leistungen enthält der im Notlagentarif Versicherte jedoch nur bei Schmerzzuständen und akuten Erkrankungen. Zusatzleistungen gibt es nur für Schwangere und jüngere Mütter. Kinder und Jugendlichen haben ein Recht auf die Vorsorgeuntersuchungen, Früherkennung und Impfungen.

Im Notlagentarif werden keine Altersrückstellungen gebildet. Jedoch können die bisher angesammelten Rückstellungen zur Reduzierung der Prämien um bis zu 25 Prozent verwendet werden.

Versicherungsvergleiche zur privaten Krankenversicherung sowie Leistungsvergleiche der gesetzlichen Krankenkassen finden sie auf unseren weiterführenden Seiten.