Private Krankenversicherung: Neugeschäft hält sich in Grenzen

Mit der jüngsten Gesundheitsreform hat die Schwarz-Gelbe Koalition Regelungen verabschiedet, die den privaten Krankenversicherern das Leben erleichtern. Doch diese Maßnahmen haben sich bislang noch nicht auf das Neugeschäft ausgewirkt. Die Versicherungspflichtgrenze für Angestellte wurde für 2011 auf 49.500 € gesenkt, zudem wurde die Wartezeit wieder von drei auf ein Jahr reduziert. Das bedeutet, Angestellte können nun in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln, wenn ihr Einkommen ein Jahr lang über der Versicherungspflichtgrenze liegt. Momentan sind etwa 8,8 Millionen Menschen – Beamte, Selbstständige und Angestellte – privat versichert.

Für das laufende Jahr 2010 erwartet Volker Leienbach, Direktor des Verbands der privaten Krankenversicherung, noch keinen besonderen Anstieg der Versichertenzahlen. Jedoch erwartet er mittelfristig eine Verbesserung: "Wir haben ein Bekenntnis der Regierung zur PKV, das gab es vorher nicht." Schwarz-Gelb hat die Privaten berechtigt, ebenfalls von den Rabattverträgen zu profitieren, die zuvor von den Gesetzlichen mit der Pharmaindustrie ausgehandelt wurden. Leienbach glaubt, dass die privaten Versicherer die damit zu erzielenden Einsparungen dazu nutzen werden, ihre Beiträge später als geplant anzuheben. Denn stetige Beitragsanhebungen sind ein Grund dafür, weshalb viele Kunden den Weg in die private Krankenversicherung scheuen.