Preisvergleich: Autoversicherungen verteuern sich um bis zu fünf Prozent

Das Lieblingskind der Deutschen wird immer teurer. Zum einen an der Tankstelle, der Preis für Benzin ist innerhalb des letzten Jahres um fast 15 Prozent gestiegen, und zum anderen in der Autoversicherung. Experten erwarten, dass die Versicherer versuchen, höhere Beiträge durchzusetzen und gehen von einer durchschnittlichen Preissteigerung von etwa 5 Prozent aus. Dies ist nicht verwunderlich, denn der Preiskampf der letzten Jahre hat so manchen Kfz-Versicherer arg gebeutelt. Der GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) erwartet in 2010 für seine Mitgliedsunternehmen einen Verlust in der Kfz-Sparte von 1,1 Milliarden Euro. Bereits im Jahre 2009 fuhren die Autoversicherer einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro ein.

Der Preiskampf in der Autoversicherung tobt jedes Jahr aufs Neue. Der wichtigste Grund, die Anbieter sehen die Kfz-Versicherung als Einstieg in den Abschluss weiterer Policen. So haben circa 2/3 der Kunden neben der Kfz-Police mindestens eine weitere Versicherung beim gleichen Unternehmen abgeschlossen. Gelockt wird die Kundschaft zudem mit Rabatten, je mehr Versicherungen abgeschlossen werden, umso höher ist der eingeräumte Rabatt.

Vergleichsportale für Autoversicherungen Check24 und Transparo     

Das Gros der Autofahrer vergleicht alljährlich die Beiträge zur Autoversicherung und hofft dabei auf Einsparungen. So fragen viele direkt bei ihrem Versicherer nach und lassen sich beraten. Dies ist sinnvoll, denn die in der Regel jährlich neu aufgelegten Tarife könnten ein günstigeres Beitragsniveau aufweisen. Ein Umstieg auf den neuen Tarif ist dabei problemlos möglich. Zudem lassen sich durch Umstellung des Vertrags Kosten einsparen, so beispielsweise bei älteren Fahrzeugen durch Wandlung der Vollkasko in eine Teilkasko. Auch das Hinzufügen von Tarifoptionen kann den Beitrag senken, wie etwa durch die sogenannte „Werkstattbindung“. Der Versicherer spart, indem er seinen Partnerwerkstätten Aufträge verschafft und dadurch bessere Konditionen bei Reparaturen erhält. Der Autofahrer spart, weil sein Versicherungsbeitrag in nicht unerheblichem Maße sinkt.

Sehr viele Versicherungskunden denken zudem über den Wechsel des bisherigen Anbieters nach. Erleichtert wird die Suche nach dem richtigen Versicherer durch Portale, die einen einfachen Vergleich von Autoversicherungen anbieten. Durch die Eingabe der gewünschten Merkmale, wie Fahrleistung, Stellplatz etc. und der Leistungen, wie etwa der Regulierung von Wildschäden, Marderbissen und des Kaskoschutzes, bekommt der Wechselwillige eine Liste der verfügbaren Tarife, aus denen er dann bequem den für sich richtigen aussuchen kann. Steckt der Versicherte in einem teuren Tarif, lassen sich ohne Einbußen an den Leistungen leicht einige hundert Euro sparen.

Gerade für Fahranfänger aber auch für langjährig unfallfrei Fahrende kann das Jahr 2012 ein Segen sein. Denn einige Versicherer führen mit dem neuen Versicherungsjahr eine neue Schadenfreiheitsrabattstaffel (SF) ein. Dazu gehören die größten der Branche die Allianz und die HUK-Coburg sowie HDI-Gerling, VGH und Itzehoer. In der seit 2009 geltenden SF-Staffel mussten absolute Fahranfänger in der SF 0 mit 230 Prozent starten, aber auch die meist übliche Einstufung für Neuverträge in die SF ½ mit 140 Prozent war nur geringfügig besser. Die neue ab 2012 geltende Einstufung sieht in der SF ½ bei der HUK-Coburg 75 Prozent vor, bei der Allianz nur noch 70 Prozent. Auch Ältere, die seit mehr als 25 Jahren unfallfrei fahren, werden begünstigt, denn die Rabattstaffel berücksichtigt nun bis zu 35 schadenfreie Jahre. Der Prozentsatz sinkt dann bei der Allianz auf 25 Prozent des Tarifbeitrags, bei der HUK-Coburg sogar auf nur noch 20 Prozent.

Tipp: Die aktuellen Versicherungspolicen weisen lediglich die aktuelle Schadenfreiheitsklasse aus, also zur Zeit maximal die SF25. Ob Sie in den neuen Tarifen in eine höhere SF eingestuft werden können, lässt sich nur am Rabattgrundjahr (RGJ) festmachen. Fragen Sie Ihren jetzigen Versicherer also nach dem Rabattgrundjahr und ermitteln die SF-Klasse, indem sie diese vom aktuellen Jahr subtrahieren. Beispiel: Sie fahren bereits seit 1980 unfallfrei, das RGJ wäre also 1980. Ihre SF-Klasse für das nächste Jahr ergibt sich demnach zu 2012 – 1980 = 32. Mit der SF32 zahlen sie damit bei der HUK-Coburg nur noch 22 Prozent des Tarifbeitrags.

Ob ein Wechsel tatsächlich lohnt, lässt sich pauschal aber kaum beantworten. Den die Beiträge hängen neben den wichtigsten Faktoren SF-Klasse und Typklasse von sehr vielen weiteren Faktoren ab – Neuwagen,  Beruf, Fahrerkreis, Alter der Fahrer, Nutzung, Kilometerleistung usw.

Sind sie an einem Versichererwechsel interessiert und kommen für Sie nur wenige Autoversicherer in Frage, können Sie sich entweder direkt an diese wenden, oder ein konkretes Angebot auf deren Internetseiten anfordern.

Sind Sie aber an einem umfassenden Versicherungsvergleich interessiert, sollten sie zumindest im Clinch liegenden Vergleichsportale Check24 und Transparo aufsuchen. Den in beiden Portalen sind nicht alle Versicherungsgesellschaften vertreten. Bei Check24 fehlt beispielsweise die HUK-Coburg und bei Transparo die Allianz, möchten Sie also die beiden Platzhirsche vergleichen, müssen Sie zweimal vergleichen.