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PKV: Beiträge für Private Krankenversicherung steigen wieder

Wer als Neukunde in die private Krankenversicherung will, muss mit erheblich höheren Beiträgen rechnen. Experten erwarten eine Verteuerung der Tarife um vier bis zehn Prozent in der PKV und bis zu 20 Prozent in der privaten Pflegeversicherung. Dies bedingt vor allem die historische Zinsflaute am Kapitalmarkt. Die Beitragserhöhungen werden wohl im Dezember mit der Einführung der Unisex-Tarife vorgenommen, zu der die Versicherer verpflichtet sind. Jedoch betrifft es nicht nur Neukunden, auch Bestandskunden sind betroffen.

Der sogenannte Rechnungszins, also der Zins, mit dem die angesparten Kundengelder mindestens verzinst werden, wird aller Voraussicht nach von 3,5 auf 2,75 Prozent gesenkt. Bei sinkender Garantie steigt der Beitrag, ansonsten sind die benötigten Rücklagen fürs Alter nicht zu erreichen. Die Empfehlung den Rechnungszins entsprechend zu senken, kommt von der Deutschen Aktuarvereinigung, dem Verband der Finanz- und Versicherungsmathematiker.

Private Krankenversicherung in Deutschland

Der Druck auf die privaten Krankenversicherer wächst damit weiter, es wird für sie immer schwieriger, neue Kunden zu requirieren. Der SPD ist die PKV sowieso ein Dorn im Auge, aber auch in der Koalition mehren sich die Stimmen zur Veränderung der Krankenversicherungssysteme.  Auch bei den betroffenen rund neun Millionen privat Versicherter regt sich Widerstand, die stetig steigenden Beiträge sind sie nicht gewillt zu zahlen.

Private Krankenversicherungen im Vergleich    

Die Geschäftsbedingungen gestatten den privaten Krankenversicherungen eine Senkung des Garantiezinses, wenn dieser nicht mehr am Markt verdienen werden kann. Zwei Versicherer nahmen diese Anpassung bereits 2011 vor, in 2012 rechnen Experten mit einer weiter steigenden Zahl.  Angekündigt haben dies schon der größte deutsche Krankenversicherer, die Debeka, und die DKV. Dies führe zwar kurzfristige zu Wettbewerbsnachteilen, so Dr. Clemens Muth, Vorsitzender des Vorstands der DKV, "aber vor dem Hintergrund der Kapitalmarktwirklichkeit halten wir diesen Schritt für geboten und nachhaltig".