Nur 43 Prozent der Kassen erfüllen Vorgaben zur Hausarztzentrierten Versorgung

Mit einer Umfrage bei 141 Krankenkassen checkten die Verbraucherzentralen im August 2009, ob die gesetzlichen Vorgaben zur hausarztzentrierten Versorgung umgesetzt worden sind und wie die Angebote für die Versicherten aussehen. 28 Prozent der angeschriebenen Kassen reagierten trotz Nachhakens nicht auf die Fragen. Von den 102 antwortenden Kassen boten nur 62 ihren Mitgliedern die vom Gesetz vorgeschriebene hausärztliche Versorgung an. Bei ihr ist der Hausarzt grundsätzlich erster Ansprechpartner für den Patienten bei allen gesundheitlichen Problemen – außer zahngesundheitlichen - und verweist sie, wenn nötig, an Fachärzte weiter.

Krankenkassen im Leistungsvergleich

40 Krankenkassen gaben an, in Verhandlungen oder Schiedsverfahren zu sein. Wo bereits Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung vorliegen, legt die Untersuchung erhebliche Unterschiede zwischen den Angeboten der Kassen offen: 26 erlassen den Versicherten, die an der hausarztzentrierten Versorgung teilnehmen, die Praxisgebühr ganz oder teilweise. Die meisten Kassen haben jedoch unterschiedliche Mehrleistungen vereinbart, wie zusätzliche Vorsorgeuntersuchungen, Beschränkung der Wartezeit beim Arzt, Abend- oder Sondersprechstunden in der Arztpraxis. Nur 24 Kassen sandten überhaupt ihre vollständigen Verträge mit den hausärztlichen Gemeinschaften zu. 

Der Preis, den die Krankenkassen von Verbrauchern für die Teilnahme an der hausarztzentrierten Versorgung fordern, sind Einschränkungen bei der freien Arztwahl im Falle der Überweisung, bei 35 Kassen nur die Verordnung von Medikamenten, für die sie Rabattverträge abgeschlossen haben und zudem kaum vorzeitige Ausstiegsmöglichkeiten aus der einjährigen Bindung an die Versorgungsform.

Die Verbraucherzentralen fordern die unverzügliche Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben.

Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg