Lebensversicherungen sollen transparenter werden

Mögliche Kunden von Lebensversicherungen haben es zurzeit nicht leicht, denn das richtige Produktes herauszufiltern, erweist sich als schwierig. Das Angebot ist enorm und meist nur schwer vergleichbar. Der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) hat seinen Mitgliedsunternehmen nun empfohlen, in Zukunft eine Kosten- und Leistungsdarstellung zu erstellen, anhand derer die Verbraucher das Preis- Leistungsverhältnis ablesen können. Dies soll dazu dienen, die Vergleichbarkeit und Transparenz von Lebensversicherungsprodukten zu erhöhen.

Diese Kosten- und Leistungsdarstellung soll, mittels einer Gesamtkostenquote, den Einfluss der Kosten auf die Wertentwicklung zeigen. In die Gesamtkostenquote sollen alle berechneten Kosten mit einbezogen werden, d. h. neben den laufenden Kosten auch die Abschluss- und Vertriebskosten sowie bei fondsgebundenen Produkten auch die Fondskosten.

Der GDV möchte damit eine anbieterübergreifenden Vergleichbarkeit von Altersvorsorgeprodukten initiieren. Zudem empfiehlt der Verband eine zusätzlich Leistungsdarstellung, denn ein Produktvergleich allein auf Kostenbasis würde zu kurz greifen. Für den potenziellen Kunden sind, neben Faktoren wie der Finanzstärke und dem Service, vor allem die zu erwartende Wertentwicklung nach Kosten (Leistung) eines Produktes eine wichtige Entscheidungsgröße.

Lebensversicherungen im Vergleich    

„Wir sehen darin natürlich auch die Chance, dem Kunden die attraktive Rendite der klassischen Lebensversicherung nach Kosten transparent zu machen – gerade im Vergleich zu anderen Produkten, wie Fonds oder Banksparplänen", sagt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung.

Die Vorschläge des GDV gehen damit über die Pflichten des Versicherers hinaus, die dieser seit 2008 hat, also dem Inkrafttreten der Verordnung über Informationspflichten bei Versicherungsverträgen (VVG-InfoV), den Versicherungsinteressenten bereits vor Vertragsschluss die Abschluss- und sonstigen Kosten in Euro zu nennen. Ebenso muss er Modellrechnungen vorlegen, die die mögliche Ablaufleistung unter Zugrundelegung der Rechnungsgrundlagen für die Prämienkalkulation mit drei verschiedenen Zinssätzen darstellen.