Klimafreundlicher Konsum

Klimaschutz? Kommt in die Tüte!

Neue Studie der von der Allianz unterstützten Initiative "2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz": Klimafreundliches Verbraucherverhalten kann zu einer weiteren Säule des Klimaschutzes werden und bietet Unternehmen erhebliche Marktchancen. Bisher wird dieses Potential kaum genutzt.

Klimafreundliches Verbraucherverhalten kann zu einer weiteren Säule des Klimaschutzes werden und bietet Unternehmen erhebliche Marktchancen. Bisher wird dieses Potential kaum genutzt. Die Verbraucher wünschen bessere Orientierungshilfen durch klare Kennzeichnungen und ein größeres Angebot an klimafreundlichen Produkten. Konsumverzicht, die Einschränkung der Produktvielfalt oder spürbare Preisaufschläge für den Klimaschutz werden von Verbrauchern abgelehnt.

Dies zeigen die Ergebnisse der 2°-Studie "Klimaschutz für Alle!", die im Auftrag der Initiative "2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz" (siehe oben: Grundsatzpapier der Initiative zum Download) vom Marktforschungs-Unternehmen GfK und der Beratungsgesellschaft Response erstellt und jetzt in Berlin vorgestellt wurde.

Alter, Geschlecht und die soziale Situation beeinflussen Konsummuster und die damit verbundene Klimawirkung erheblich. Klimaschutz ist dabei auch eine soziale Frage: Geringverdiener werden vom Angebot an sparsamen und klimafreundlichen Lösungen insbesondere durch die höheren Anschaffungskosten der entsprechenden Produkte noch vielfach ausgeschlossen.

Wegen ihres insgesamt niedrigeren Konsums und ihres Mobilitätsverhaltens verursachen Geringverdiener dennoch absolut weniger CO2 als Besserverdiener. Frauen achten beim Einkauf mehr auf die Energieeffizienz und die Klimawirkung von Produkten als Männer. Bei älteren Bevölkerungsgruppen spielt der Energieverbrauch von Produkten eine bedeutend größere Rolle. Allerdings wird dies bei der Generation 50+ nicht unmittelbar mit der Frage des Klimaschutzes in Verbindung gebracht. 

Eindeutige Kennzeichnung erleichtert Orientierung
"Wenn wir das ehrgeizige Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, erreichen wollen, müssen wir den Bürger mitnehmen", betont Thomas Pleines, Vorstandsvorsitzender der Allianz Versicherungs-AG. Die Bedeutung der Themen Klimaschutz und Energieeffizienz im Konsum hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

Kaufentscheidende Wirkung hat der Klimaschutz dort, wo vertraute und einfache Kennzeichnungen zum Einsatz kommen - insbesondere bei Haushaltsgeräten wie zum Beispiel Kühlschränken und Waschmaschinen. Die Verbraucher orientieren sich dabei stark an den etablierten Kennzeichnungen zur Energieeffizienz und dem "Blauen Engel", dem insbesondere die Generation 50+ großes Vertrauen schenkt. Neue und verwirrende klimaspezifische Kennzeichnungen scheinen beim Verbraucher auf geringe Resonanz zu stoßen.

Branchenübergreifendes unternehmerisches Engagement
Die 2°-Studie "Klimaschutz für Alle!" ist die erste branchenübergreifende und repräsentative Untersuchung zum klimafreundlichen Kaufverhalten und zur Konsumeinstellung der Verbraucher. Dirk U. Hindrichs, geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter Schüco International KG: "Ökologie und Ökonomie lassen sich durchaus sehr gut miteinander verbinden. Ein Beispiel: Schaffen wir es, mit Investitionen in den Klimaschutz für mehr Energieeffizienz zu sorgen, so wird das auch wirtschaftlich realisierbar."

Dr. Uwe Franke, Vorstandsvorsitzender Deutsche BP AG: "Nachhaltigkeit und Klimaschutz behalten Vorfahrt in Deutschland. Technologie, Innovation und deren Förderung sind dabei entscheidend. Wir werden künftig eine buntere Flotte mit unterschiedlichen Antrieben und Kraftstoffen erleben, auch wenn Benzin und Diesel noch lange die Nase vorn haben. Vielfalt siegt über Einfalt. Im nächsten Jahrzehnt sehen wir effektivere Verbrennungsmotoren und eine stärkere Verbreitung der alternativen Kraftstoffe Gas, Bio oder Elektro."

Politik und Wirtschaft müssen Hand in Hand gehen
Die Handlungsempfehlungen an Politik und Unternehmen sind klar: Unternehmen sollten Innovationen und Marketing verstärkt auf klimafreundliche Produkte und Nutzung umweltfreundlicher Technologien ausrichten und dem Verbraucher mehr Orientierung beim Klimaschutz bieten.

Von der Politik werden klare marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen und Programme zur Förderung des Einsatzes klimafreundlicher und effizienter Produkte und Technologien erwartet. Die Politik ist jedoch vor allem bei der Weiterentwicklung der Kennzeichnung von klimafreundlichen und energieeffizienten Produkten gefordert. Mehr Transparenz bei der Klimawirkung und klare Signale könnten den klimafreundlichen Konsum nachhaltig stärken.

Über die Initiative "2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz"
"2° - Deutsche Unternehmer für Klimaschutz" ist eine Initiative deutscher Vorstandsvorsitzender, Geschäftsführer und Familienunternehmer. Die Initiative wurde im Vorfeld des G8-Gipfels in Heiligendamm im Jahr 2007 mit dem Ziel gegründet, die Politik bei ihren Bemühungen zur Etablierung marktwirtschaftlicher Rahmenbedingungen für den Klimaschutz zu unterstützen und die Lösungskompetenz deutscher Unternehmer für den Klimaschutz zu aktivieren. Benannt ist die 2°-Initiative nach ihrem wichtigsten Ziel: Die globale Erderwärmung auf durchschnittlich 2° C zu beschränken.