Kfz-Versicherung: Wo die Autoversicherung teurer wird

Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Regionalstatistik 2014 veröffentlicht, in der die für die Beitragsberechnung der Autoversicherung wichtigen Regionalklassen gelistet sind. Zur Erstellung der Regionalstatistik werden die von den Autofahrern eines Zulassungsbezirks insgesamt verursachten und von den Versicherern regulierten Schäden gesammelt und aus deren Anzahl und Höhe ein Indexwert errechnet. Aus diesem Wert geht dann hervor, ob die Schäden eines Bezirks über oder unter dem bundesdeutschen Durchschnitt liegen. Die Indexwerte werden separat für Haftpflicht-, Voll- und Teilkaskoschäden ermittelt und in Regionalklassen umgesetzt. Für die Autofahrer heißt das: Je niedriger die Regionalklasse, umso niedriger der Beitrag in der Autoversicherung. Und da die Schadenhäufigkeit in einer Region jährlich variiert, können sich aufgrund einer Änderung der Regionalklassen auch die Versicherungsbeiträge ändern.

Leitfaden Versicherungen

Wie der GDV bekannt gegeben hat, gibt es in diesem Jahr nur wenige Umstufungen und nach wie vor ein deutliches Ost-Süd-Gefälle. Die niedrigsten Regionalklassen finden sich im Osten Deutschlands, während die Bayern mehr und teurere Schäden produzieren. In der Haftpflicht ändert sich für ungefähr 65 Prozent aller Autofahrer nichts. Ansonsten beträgt die Umstufung für den Großteil lediglich eine Stufe, etwa gleichverteilt nach oben und unten. Und nur bei einem kleinen Teil der Zulassungsbezirke ändert es sich gleich um zwei oder drei Klassen.

In der Vollkasko- und Teilkaskoversicherung hat sich noch weniger getan, denn hier bleibt es für 80 Prozent aller Autofahrer gleich. Im Unterschied zu den Haftpflichtklassen sind hier jedoch mehr Hochstufungen, also auch höhere Beiträge, zu verzeichnen.

Wer wissen möchte, wie sich die für ihn wichtige Regionalklasse 2014 verändert hat, kann dies auf den Internetseiten des GDV tun.

Welche weiteren Merkmale beeinflussen den Kfz-Beitrag?

Der Beitrag für die Kfz-Versicherung wird jedoch nicht nur von der Regionalklasse bestimmt. Viele weitere Merkmale beeinflussen die Höhe der Kfz-Prämie. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Typklasse. Ähnlich wie bei der Ermittlung der Regionalklassen werden hierzu die von einem Automodell verursachten Schäden gesammelt und ausgewertet. Unterschieden werden die Modelle anhand der in den Fahrzeugpapieren enthaltenen Hersteller- und Typschlüssel. Für einen Mercedes GLK 200 CDI lauten Herstellerschlüssel (HSN) und Typschlüssen (TSN) beispielsweise 1313 und BPH. Auch hier werden die Klassen separat für die Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko bestimmt. Je weniger Schäden ein Modell verursacht, umso günstiger die Typklasse und der Beitrag. Eine Abfrage der Typklassen kann über das Service-Center der Autoversicherer vorgenommen werden.

Ein weiteres Tarifmerkmale, das die Höhe der Versicherungsprämie entscheidend mit beeinflusst ist die jährliche Fahrleistung. Die Versicherer gehen davon aus: Je mehr Kilometer ein Autofahrer absolviert, umso höher ist das Risiko einen Schaden zu produzieren und umso höher demnach die Prämie. Meist wird die Fahrleistung beim Abschluss einer neuen Versicherung nur geschätzt. Wer sich dabei verschätzt und eine zu hohe jährliche Fahrleistung angibt, zahlt dann einen höheren Beitrag. Überprüfen sie die gefahrenen Kilometer, beispielsweise nach einem halben Jahr, und rechnen dann aufs ganze Jahr hoch. Stellen Sie dabei fest, dass Sie tatsächlich weniger fahren, teilen Sie dies ihrem Versicherer mit, auch nachträglich, denn dadurch können Sie eine erhebliche Reduzierung des Beitrags erreichen.

Haben Sie eine Garage und stellen ihr Auto regelmäßig dort ab, honoriert dies auch ihr Versicherer. Garagenfahrzeuge sind einem geringeren Risiko ausgesetzt als Pkw, die nachts auf der Straße abgestellt werden. Dies wirkt sich dann auch auf den Beitrag aus.

Weitere beitragsrelevante Merkmale sind die Fahrer, also wer, wieviele, in welchem Alter mit dem Wagen fahren. Auch hier sollte regelmäßig überprüft werden, ob die Angaben beim Abschluss des Vertrages tatsächlich noch stimmen. Haben Sie beispielsweise ihre Kinder als Fahrer mit in den Vertrag schreiben lassen, reduziert der Versicherer den Beitrag nicht automatisch, wenn Sohn oder Tochter 25 Jahre geworden sind. Hier müssen Sie selbst tätig werden und ihrem Versicherer Mitteilung über den geänderten Fahrerkreis machen.

Wer seine Autoversicherung auf den Prüfstand stellen möchte kann dies mit unserem Vergleichsrechner tun. Wir empfehlen bei einem Vergleich nicht nur auf den Beitrag zu achten, sondern insbesondere auf die Leistungen. Denn eine günstige Versicherung nutzt nicht, wenn diese im Schadenfall nicht zahlt.

Weitere Informationen zur Kfz-Versicherung finden Sie auf unseren Seiten.