Kfz-Versicherung : Vorteile und Nachteile der Blackbox zur Beitragsersparnis

Die in Düsseldorf ansässige Sparkassen DirektVersicherung hat als erster Kfz-Versicherer in Deutschland die sogenannte Blackbox eingeführt. Diese Telematik-Box bietet einige nützliche Funktionen, so setzt sie beispielsweise bei einem Unfall einen Notruf ab. Hauptsächlich dient sie jedoch dazu, das Fahrverhalten des Versicherten zu  kontrollieren. Der Versicherer wirbt mit jährlichen Einsparungen bei der Versicherungsprämie von 5 Prozent, wenn denn vorsichtig gefahren wird. Doch wiegt dieser Vorteil tatsächlich höher als die totale Kontrolle des individuellen Fahrverhaltens?

Die Blackbox ist in etwa so groß wie ein Smartphone und darauf spezialisiert, Daten über das Fahrverhalten des Autofahrers zu sammeln. Dazu wird die Blackbox an die Bordelektronik des Autos angeschlossen und sendet dann alle 20 Sekunden Daten über Geschwindigkeit, Beschleunigung und Lage an ein Rechenzentrum. Die Sparkassen DirektVersicherung arbeitet hierzu mit der Telefongesellschaft Telefónica zusammen. Diese ordnet diese Daten der in der Blackbox enthaltenen Kundennummer zu und speichert diese dann in einem Rechenzentrum in London.

Damit der Fahrstil des Versicherten bewerten werden kann, meldet Telefónica monatlich einen sogenannten Score-Wert an den Versicherer. Wer alles korrekt macht, erhält 100 Punkte. Und wer nach Vorgaben des Versicherers kein perfektes Fahrverhalten an den Tag legt, bekommt Abzüge. Abzüge gibt es beispielsweise für zu schnelles Fahren aber auch für Kriterien, von denen Versicherungsmathematiker annehmen, dass sie ein höheres Unfallrisiko begünstigen. Also gibt es auch Abzüge für rasantes Beschleunigen und starkes Abbremsen. Statistisch gesehen passieren nachts mehr Unfälle als tagsüber, auch in der Stadt sind Unfälle häufiger als auf dem Land. Demnach gibt es auch für diese Risiken Abzüge.

Monatlich ordnet der Versicherer dann den gemeldeten Score-Wert anhand der Kundennummer dem Versicherten zu. Derjenige, der einen Score-Wert von mehr als 80 Punkten erreichen konnte, erhält dann eine 5-prozentige Beitragsermäßigung auf die Jahresrechnung. Zudem wird der beste Fahrer des Monats ein Quartal lang kostenlos versichert.

Der Autofahrer macht seinen Fahrstil somit komplett transparent und muss sich fragen, ob die mögliche Beitragsersparnis tatsächlich genügt, sein Fahrverhalten volständig offenzulegen. Und wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Die kleine Box im Auto speichert jede auch noch so kleine Verkehrssünde, kann darauf wirklich kein anderer zugreifen? Beispielsweise die Polizei nach einem Unfall, wenn der Verursacher nicht zweifelsfrei ermittelt werden kann? Wie urteilen dann die Gerichte?

Wie sich die Versicherten entscheiden, wird die Zukunft zeigen, zumal die Beitragsersparnis zurzeit nicht sehr spektakulär ist. Zudem fallen, abhängig von der Versicherungsprämie, weitere Kosten für den Versicherten an, die die Beitragsersparnis sogar auffressen könnten. Liegt die Prämie bei bis zu 600 Euro im Jahr, liegen die Mietkosten für die Blackbox bei 71,40 € jährlich, bei einer Prämie über 600 Euro im Jahr bei nur 18,95 € jährlich.

Unabhängig von der Versicherungsprämie können zudem folgende Kosten anfallen:

  1. Wer den Termin zum Einbau der Blackbox verpasst, zahlt 60 €
  2. Wer die Box nach Vertragsende ausbauen lässt, zahlt 60 €
  3. Wer den Telematik-Vertrag abschließt, die Box jedoch innerhalb von 3 Monaten nach Vertragsschluss noch nicht hat einbauen lassen, zahlt 50 € Vorhaltegebühr