KFZ-Versicherer AdmiralDirekt dementiert Ausstieg

Der zur britische Admiral Group plc gehörende Autoversicherer hat Presseberichten über den bevorstehenden Ausstieg aus dem deutschen KFZ-Versicherungsmarkt zurückgewiesen. Demnach führt die AdmiralDirekt ihren Geschäftsbetrieb in Deutschland unverändert weiter. Die zur Zeit kursierenden Pressemeldungen enthalten laut Louisa Scadden, Pressesprecherin der Admiral Group, zum Teil falsche und veraltete Informationen.

Im Halbjahresbericht der AdmiralDirekt wird die Schaden- und Kostenquote für 2009 mit 238 Prozent angegeben. Dies bedeutet, das der Versicherer 2009 pro eingenommenem Beitrags-Euro 2,16 Euro für Schäden und Kosten ausgeben musste. Diese Quote hat sich nach Angaben des Unternehmens Mitte 2010 auf 174 Prozent verbessert. Im Vergleich zum deutschen Autoversicherungsmarkt weist die AdmiralDirekt damit eine extrem hohe Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) auf. Laut GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) lag die Quote 2009 im Marktdurchschnitt bei 103 und 2010 bei 105.

Die Combined Ratio setzt sich für 2009 aus 109 Prozent für Schäden und 129 Prozent für Kosten zusammen, die sich Mitte 2010 auf 85 Prozent Schadenquote sowie 89 Prozent Kostenquote verbessert haben soll. Aufgrund der niedrigen Schadenquote ist ein Verkauf des Bestandes nicht auszuschließen. Bei der Mutter heißt es daher, man prüfe zur Zeit „die verschiedenen Optionen für den deutschen Markt“. Dieser ist im letzten Jahr auf ca. 31 Tausend Kunden gesunken, seit Juni 2009 sind demnach etwa 6 Tausend Versicherungskunden zur Konkurrenz abgewandert.

Muttergesellschaft gleicht Verluste aus

Eine Entwicklung wie bei der insolventen niederländischen IIC mit ihren Marken Ineas und Lady Car, haben die AdmiralDirekt- Kunden wohl nicht zu befürchten, da die Mutter die Verluste ihrer deutschen Tochter leicht auffangen kann. Die erneue Pleite eines KFZ-Versicherers ist demnach so schnell nicht zu erwarten.