Hausratversicherung: Regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren

Versicherungen werden in der Regel irgendwann einmal abgeschlossen und dann mehr oder weniger ordentlich in Aktenordern abgelegt. Werden sie nicht in Anspruch genommen, liegen sie dort oft mehrere Jahre. Tritt dann doch der Versicherungsfall ein, kann es für den Versicherten ein böses Erwachen geben. Die ehemals abgeschlossene Versicherung enthält den gerade benötigten Schutz nicht, weil diese im alten Versicherungstarif nicht enthalten ist. Oder aber die benötigte Versicherungssumme ist aufgrund zwischenzeitlich eingetretener Veränderungen zu gering, sodass mittlerweile eine Unterversicherung vorliegt. Worauf zu achten und was unternommen werden sollte, erläutern wir exemplarisch an der Hausratversicherung.

In der Hausratversicherung muss die Versicherungssumme dem tatsächlichen Wert des Mobiliars entsprechen. Nur in diesem Fall liegt keine Unterversicherung vor und der Versicherte erhält einen Schaden vollumfänglich ersetzt. In der Regel wird die Versicherungssumme anhand der konkreten Größe der Wohnung errechnet. Hierzu wird bei Abschluss der Versicherung die Wohnfläche in m² angegeben und daraus anhand einer vorgegebenen Mindestversicherungssumme – beispielsweise 650 € pro m² – die Versicherungssumme errechnet. Bei einer so ermittelten Versicherungssumme verzichten die Hausratversicherer auf die Einrede der Unterversicherung. Hat die Wohnung eine Wohnfläche von 80 m² ergäbe sich so eine Versicherungssumme von 80 x 650 = 52.000 Euro. Diese Summe stellt die Höchstgrenze der Entschädigung dar.

Haben Sie eine wertvollere Einrichtung und ist die Versicherungssumme daher zu gering, sollten Sie dies Ihrem Versicherer mitteilen. Erstellen Sie beispielsweise eine Liste mit den Hausratgegenstände und tragen die jeweiligen Neuwerte ein. Zudem werden Wertsachen wie Sparbücher, Schmuck, Briefmarken- oder Münzsammlungen, Pelze etc. in der Regel nur zu einem bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme ersetzt. Unser Formular So ermitteln Sie den Wert Ihres Hausrats hilft Ihnen bei der Wertermittlung Ihres Hausrates.

Wann sollte die Hausratversicherung überprüft und angepasst werden?

  • Umzug in eine neue Wohnung
    Teilen Sie Ihrem Versicherer die Größe der neuen Wohnung mit und überprüfen, ob die sich daraus ergebende Versicherungssumme dem Wert Ihres Hausrates entspricht. Beim Umzug in eine größere Wohnung erhöhen sich Versicherungssumme und Beitrag, beim Umzug in eine kleinere Wohnung reduzieren sich beide.
  • Einzug in eine gemeinsame Wohnung
    Wenn ein Paar zusammen in eine gemeinsame Wohnung zieht, bringen meist beide eine Hausratversicherung mit. Der Versicherer muss dann über den Wohnungswechsel informiert werden. Die Hausratversicherungen gehen auf die neue Wohnung über und können nur für den Fall einer Beitragserhöhung gekündigt werden. Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Mitteilung beim Hausratversicherer eingegangen sein. Ergibt sich in beiden Fällen kein erhöhter Beitrag, sollten die Verträge so angepasst werden, dass die Versicherungssummen beider Policen dem tatsächlichen Wert des gemeinsamen Hausstands entsprechen. Im Schadensfall zahlen dann beide Hausratversicherungen anteilig.
  • Bei einer Scheidung
    Die geschiedenen Partner benötigen nach der Scheidung für ihre Wohnungen eigenständige Hausratversicherungen.
  • Kinder in Ausbildung, Wehr- oder Zivildienst
    Ziehen Kinder während der Ausbildung, des Studiums oder des Wehr- und Zivildienstes in eine eigene Wohnung oder Studentenbude, benötigen sie in der Regel keine eigene Hausratversicherung. Hier greift die Außenversicherung in der Hausratversicherung der Eltern. Zu beachten ist aber, dass die Höhe der Entschädigung auf einen bestimmten Prozentsatz der Versicherungssumme beschränkt ist. Befragen Sie hierzu Ihren Versicherer. Liegt der Wert des Hausrates der Kinder über dieser Summe, benötigen auch die Kinder in ihrer Wohnung eine eigene Hausratversicherung. Diese wird auch dann benötigt, wenn ein eigener Hausstand begründet wird, denn dann entfällt der Versicherungsschutz über den elterlichen Vertrag.
  • Meldung bei Gefahrerhöhungen
    Eine Gefahrerhöhung muss dem Versicherer unbedingt gemeldet werden. Hierzu gehört beispielsweise der Umzug, da sich der Beitrag auch nach dem Wohnort richtet. Die Gefahr eines Schadens wird zum Beispiel auch dann erhöht, wenn die Wohnung länger als 60 Tage unbewohnt bleibt. Oder ein Baugerüst am Haus aufgestellt. In beiden Fällen steigt das Einbruchrisiko.

Weitere Informationen zur Hausratversicherung und ein Vergleich der verschiedenen Tarife in der Hausratversicherung finden Sie auf unseren Seiten.