GKV: Verstärkte Abwanderung in die PKV

Alleine von Januar von April diesen Jahres sind rund 40 Tausend gesetzlich Versicherte in die private Krankenversicherung abgewandert. Erstaunlich ist das nicht, denn dies war von der schwarz-gelben Koalition genau so beabsichtigt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist die Zahl der PKV-Wechsler um ca. 12 Tausend gestiegen, dies schmerzt vor allem die gesetzlichen Krankenkassen.

Immer mehr gut verdienende Versicherte verlassen die Gesetzlichen Kassen und wandern in die Private Krankenversicherung ab. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums stieg in den ersten 4 Monaten des Jahres die Abwandererquote um satte 30 Prozent. Die ursprünglich auf drei Jahre verlängerte Wartezeit für gesetzlich Versicherte wurde mit dem GKV-Finanzierungsgesetz wieder auf ein Jahr verkürzt. Demnach haben Arbeitnehmer, die mehr als 49.500 Euro brutto jährlich verdienen, die Chance, schneller in die PKV zu wechseln. Dies wird als wichtigster Grund für den verstärkten Anstieg der Wechsler gesehen.

private Krankenversicherer im Vergleich     

 Vor Einführung der verkürzten Wartezeit hatte der GKV-Spitzenverband vor diesem Schritt gewarnt. Die gesetzlichen Kassen gehen für 2011 von zusätzlich 70 Tausend Wechseln aus, damit würden Folgekosten für die GKV in Höhe von 400 Millionen Euro pro Jahr entstehen. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt die Ersatzkassen als die am meisten Betroffenen, denn über 90 Prozent, der in diesem Jahr abgewanderten Versicherten waren Mitglieder einer Ersatzkasse.

gesetzliche Krankenkassen im Vergleich